Die Türkei ist heute schon – gefühlt – Republik Katar

Die Türken sind absolute Spezialisten, wenn es um Komplott- und sonstige Verschwörungstheorien geht. Das müssen sie auch sein, denn ihr Führer macht es ihnen vor. Immer sind die anderen Schuld, ja eindeutig, sie sind es.

Ich möchte auch mit einer Theorie aufwarten. Eigentlich ist es die Realität. Seit Jahren ist es so, dass, wenn man über ausländische Investitionen in der Türkei berichtet und das tue ich häufig, fast bei jedem zweiten Deal, Unternehmen aus dem Katar beteiligt sind.

Was mir so auf Anhieb einfällt: Die Finansbank kauften sie für 2,9 Milliarden USD, Digitürk 1,2 Mrd. USD, Boyner Holding 770 Millionen USD, ABank 654 Mio. USD, Banvit 470 Mio. USD, BMC 125 Mio. USD und heute kommt die Nachricht, dass sie die Patisserie-Kette MADO zu 42,7% aufgekauft haben.

Letztes Jahr, auf der Immobilienmesse in Doha, sagte irgendein Minister aus Katar, dass innerhalb kurzer Zeit 18 Mrd. USD für Investitionen in die Türkei geflossen seien. Sicher hat er damit nicht einmal die volle Wahrheit gesagt. Es dürfte noch weitaus mehr sein.

Noch was, was der Öffentlichkeit nicht auffällt! (Eigentlich ist jedem alles egal in der Türkei, bis auf den einen der an der Macht bleiben muss).

Katarische Geschäftsleute haben hunderte von Unternehmen in der Türkei gegründet. Es sind Kapitalgesellschaften nach türkischem Recht. Was diese hier und da kaufen und investieren, wird nicht als katarische Investition erfasst.

Die in der Türkei mit katarischem Kapital gegründeten Unternehmen investieren so ziemlich in allen Branchen. Besonders groß sind die Investitionen in Immobilien und Grundstücken. Wenn man die letzten Gesetzesänderungen, die in Zusammenhang mit den Immobilien und Grundstückserwerb durch Ausländer schaut, kann man feststellen, dass für diese alles passend gemacht wurde. Wer ca. 1 Mio. USD in Immobilien investiert, bekommt einen türkischen Pass hinterhergeschmissen. Also kann er als Türke weiter kaufen.

Arabisches Kapital und dabei hauptsächlich aus Katar, fließt unentwegt ins Land.

Bitte Jungs und Mädels aus deutschen Landen, nicht wieder wegen dieser Investitionen zu jubeln anfangen. Die Kataris und auch sonstige Araber, sind gewohnt, andere für sich arbeiten zu lassen. Meine Überlegung ist, dass die Türkei, nah an Europa, für die People aus Katar eine hervorragende Zweitresidenzadresse hergibt. Billige Arbeitskräfte gibt es zuhauf.

Gefühlt, möchte ich mal behaupten, dass man die Türkei auf der Karte als ‚Katar II‘ umtaufen könnte.  So, wie die Islamisierung schleichend gekommen ist, so sind auch die Kataris gekommen.

Originalfoto

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