Türkei – Die Ladenbetreiber in Not

kapatanIn Urlaubsgegenden, wie in Alanya, ist es üblich, dass die Ladenmieten als Einmalbetrag für die ganze Saison bzw. für das Kalenderjahr bezahlt werden. Dann noch in harten Devisen. Dass die Mieten, ungerechtfertigt hoch sind, ist Ehrensache. Übrigens, auch in den EKZ’s im ganzen Land sind die Mieten in Devisen zu bezahlen.

Der Eigentümer überlegt, was für ein Einzelhandelsgeschäft er in seinem Laden betreiben und was er daraus verdienen könnte. Exakt diesen Betrag, was er sich als Gewinn vorstellt, verlangt er dann als Miete. Wovon sein Mieter existieren soll, überlegt er nicht. Der Mieter ist zumeist ohne einen Plan unterwegs. Getrieben vom Faktor „Hoffnung“ und der Überschätzung eigener Ideen und Möglichkeiten, legt er, fast ohne Eigenkapital, los. Nach kurzer Zeit ist die Luft schon raus. Wer klug ist, schmeißt hinter dem verlorenen Geld kein Gutes mehr nach. Nur kommt dann die Feststellung zu Tage, dass man ja mit so viel Herzblut und Einsatz alles verwirklicht hätte. Also pumpt man noch Geld von der Verwandtschaft und sonstigen Quellen. Wenn nichts mehr geht, geht nichts mehr. Ende!

In Alanya ist, nach dem katastrophalen Tourismussaison die Situation besonders schlimm. Hunderte von Läden stehen mit dem „Zu vermieten“ Schild leer. Die Eigentümer rufen nur Mieten in Euro und USD auf und gehen im Preis kein Deut runter. Dazu muss man eines wissen. Die einheimischen Ladenbesitzer in Alanya, sitzen auf eine Unmenge vom Grund und Boden und Immobilien. Lieber lassen sie die Stadt untergehen als einen Mietnachlass zu geben.

Die Lage bei den hiesigen Hoteliers ist ebenfalls eine ganz besondere. Sie besitzen so viel Land und Immobilien, dass sie (die meisten) auf die Einnahmen aus dem Tourismus nicht angewiesen sind. Würden sie nur rein von den Hotels leben, die sie besitzen, wären sie schon vor einigen Jahren pleite.

Kommen wir wieder zu den Ladenbetreibern.

Oktober, November Monate sind zumeist Zeiten, wo sich die Ladenbetreiber, mit bzw. wegen ihren aufgelaufenen Schulden und den fälligen Wechseln, über Nacht absetzen. Dieses geschieht dieser Tage verstärkt.

Der Vorsitzende der Kammer der Händler und Handwerks in Alanya, Herrn Nuri Demir sagte dieser Tage: „Wer bis jetzt nur mit Mühe und Not seine Ladenmiete bezahlen könnte, wird bei den steigenden Devisenkursen keine Möglichkeiten mehr haben, weiterzumachen.“

Foto: yenialanya Zeitung

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