Die Türkei auf der Buchmesse in Frankfurt

buchmesseAlle Jahre wieder findet die Buchmesse in Frankfurt statt. Vor einigen Jahren war die Türkei hier Gastland und ich war freudig überrascht über die Breite des ausgestellten Angebots.

Da gab es auch eine ganze Reihe regimekritischer Bücher, kurdische und armenische Aussteller u.v.a.m. Umso größer war die Enttäuschung bei meinem heutigen Besuch auf der Messe.

Es zunächst mal nur 5 türkische Stände, i.d.R. Gemeinschaftsstände, und das Buchangebot war dementsprechend gering. Vor allem aber konzentrierte sich das vorhandene Angebot auf Veröffentlichungen zum Islam, zur türkischen Geschichte, vieles in arabischer (osmanischer?) Schrift und viele kleine Broschüren über Nasreddin Hoca, Schriften von Yunus Emre etc. Daneben wurde überall ein großer Bildband über die Ereignisse des 15. Juli angeboten. Ansonsten aber war das Angebot in keiner Weise repräsentativ für das durchaus breite Buchangebot in der Türkei selbst, sei es zu historischen Themen, seien es Romane, Veröffentlichungen auch kritischer Art zu aktuellen politischen Themen oder vieles andere mehr.

Was soll ich jetzt daraus schließen? Ist es der offiziellen Türkei heute (im Gegensatz zu noch vor ein paar Jahren) egal, was man in der Welt über sie weiß; hat man kein Interesse mehr, der Welt die Türkei näher zu bringen. Gibt es keine Autoren/Verlage mehr in der Türkei, die an der Verbreitung ihrer Werke in der Welt interessiert sind? Oder gibt es solche nicht mehr bzw. trauen diese sich nicht mehr ihre Werke im Ausland, z.B. auf der Buchmesse zu verbreiten? Meine Enttäuschung war jedenfalls riesengroß!

Burkhard von Wallenberg (22.10.2016, Frankfurt)

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