Die Entscheider von türkischen Unternehmen sind nicht zu beneiden

nomoneyDer Wertverlust der türkischen Lira, sorgte für ein Rekordwert des US Dollars. Vor einigen Tagen waren 3,11 TL für ein 1 USD erreicht. Heute ist der Kurs auf ca. 3,07 TL gefallen.

Eigentlich ist die Steigerung, gegenüber dem Vorjahr, nicht so besonders hoch. Vergleicht man die September-Kurse von 2015 zu 2016, beträgt die Steigerung lediglich 2%. Dass die Devisenkurse letztendlich immer weiter steigen, daran ist man in der Türkei gewöhnt. Problematischer sind die Schwankungen, die letztendlich zu diesen Kursen führen. Mal rauf, mal runter.

Jeder Wertverlust der TL, zieht Plus und Minus Bewegungen in der Wirtschaft mit sich. Wer behauptet, dass der hohe US Dollar der Wirtschaft nicht schaden wird, der wird sicher noch andere unglaubliche Dinge von sich geben.

Spekulationen hin oder her, die Wirtschaft und jeder Einzelne, wird es in der Kasse bzw. Tasche, zu spüren bekommen.

Der private Sektor der Türkei ist hoch verschuldet. Die meisten haben Schulden auf Devisen-Basis. Wer diese bedienen möchte, muss immer mehr türkische Lira in der Kasse haben. Wie soll man mit dieser Ungewissheit, ein Unternehmen führen?

Planen geht schlecht, Investitionen riskieren, noch schwieriger, sich in dieser Situation verschulden und Zurückzahlen…

Stellen Sie sich mal vor, wenn ein Unternehmen sich bei einem Dollar-Kurs von 2,78 TL verschuldet hat und jetzt, bei ca. 3,07 TL zurückzahlen muss.

Wie soll man bei dieser Ungewissheit die Verkaufspreise kalkulieren? Baut man zu viel Puffer ein, um die Devisen-Risiken abzudecken, ist man nicht mehr konkurrenzfähig. Liegt man zu niedrig, zahlt man drauf.

Die Auslandsschulden der Unternehmen nahmen dieses Jahr nicht besonders zu und liegen dennoch bei 296 Milliarden USD. Das sind von August zu August eine Steigerung von 13 Mrd. USD.

Von den 296 Mrd. USD sind 88 Mrd. USD kurz- und 208 Mrd. langfristige Kredite.

261 Mrd. USD kommen aus dem Ausland und 35 Mrd. USD aus dem Inland und müssen samt Zinsen irgendwie bedient werden.

Schulden müssen nicht unbedingt schlecht sein, wenn dem gegenüber Werte vorhanden sind und die Geschäfte gut bis einigermaßen laufen. Dem ist aber nicht so.

Den 106 Mrd. USD an Werten des privaten Sektors stehen Schulden auf Devisen-Basis von 308 Mrd. USD gegenüber. Folglich hat man eine Unterdeckung von 201 Mrd. USD.

Bedenklich stimmt bei der Zunahme der Unterdeckung, dass diese höher liegt als die 13 Mrd. USD, die man sich in den letzten 12 Monaten zusätzlich im Ausland verschuldete.

Ein Trostpflaster ist die Tatsache, dass von den kurzfristigen Auslandsfinanzierungen, dieses Jahr lediglich 500 Mio. USD als offene Posten dastehen. Eigentlich nichts!

 

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