50.000 Einzelhändler haben bereits dicht gemacht

istiklalcaddesi50.000 Einzelhändler haben in 2015 ihre Läden dicht gemacht. Durch zu hohe Mieten, an Attraktivität verlierende Einkaufsstraßen, dem Terrorangst,  dem Weggang der ausländischen Marken, müssen auch einige Einkaufszentren schließen.

Wenn man wissen möchte, wie es um die Wirtschaft eines Landes bestellt ist, ist der Einzelhandel, eines der besten Indikatoren. Dem türkischen Einzelhandel geht es miserabel. Um die Risiken nicht länger zu tragen, sehen die Eigentümer, in der Schließung, die kurzfristigere Lösung.

Nach den offiziellen Zahlen gab es in 2014 ca. 450.000 Einzelhandelsgeschäfte. 2015 schon war deren Zahl auf 400.000 gesunken. Auch die Umsätze gingen von 308 Mrd. auf 227 Mrd. USD zurück. Natürlich wirkt der Wertverlust der TL bei diesen Werten sich ebenfalls aus.

Tesco, C&A, Top Shop u.a. haben die Türkei verlassen. Der führende Elektronikeinzelhändler Teknosa musste über fünfzig Läden schließen.

Der Terrorangst, EKZ-Schließungen, hohe Mieten, an Attraktivität verlierenden Einkaufsstraßen sind die Hauptgründe, weshalb der Einzelhandel die Läden dicht macht. Zwischen 2012 und 2015 sind 1,5 Mio. m² EKZ-Verkaufsfläche, durch Schließungen, dezimiert worden. Dabei sind in diesem Zeitraum unzählige EKZ’s neu eröffnet worden.

Es werden weiter an großen EKZ’s gebaut. Die neuesten Projekte, die in der Planungsphase stecken, haben mittlerweile große Probleme mit der Finanzierung.

Selbst die Top-Einkaufsstraßen, wie die Bagdat Straße (Die Straße) und Istiklal Caddesi haben nicht mehr die Attraktivität von früher. Die einsetzende urbane Transformation, welches auf der Bagdat Straße am stärksten umgesetzt wird und die Straße zu einer Baustelle verwandelte, hat der Straße geschadet. Istiklal Caddesi wiederum, verlor durch die Terrorbomben, die zumeist auf der Straße, oder Umgebung, hochgingen, am meisten. Pasabahce, Media Markt, The House Cafe, Is Bank, Yapi Kredi, Colombia u.a. gaben die Istiklal bereits auf.

Der Verband der EKZ-Betreiber gab die Zahl der Läden, die ausländischen Marken gehörten mit 2.381 an. Diese werden in 2016 90 neue Läden eröffnen. Im Gegenzug werden einige Marken 41 Läden schließen.

Die hohen Mieten, die sinkenden Besucherzahlen, vertreiben die Einzelhänder von der Istiklal runter. Bis vor 3 Jahren, wurde die Istiklal, täglich von 400.000 Besuchern bestürmt. Momentan ist die Zahl in der Woche täglich bei 140.000 und an den Wochenenden 210.000.

Das mal auf der Istiklal 30 Läden einen neuen Mieter suchen und leer stehen würden, hätte man sich niemals vorstellen können.

Die hohen Mieten treiben einige Einzelhändler auf die Seiten- und Parallelstraßen von Istiklal, die wiederum an Attraktivität gewinnen. Jetzt liegt es an den Vermietern, die mit radikalen Mietnachlässen, Istiklal wieder zu dem machen, was es mal war; nämlich zum pulsierenden ‘Istanbul Live!’

Quelle: http://bit.ly/2e4EQAk

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