Türkische Tomaten und Stadthotels

tomatenDie Tourismusbranche der Türkei, verlangt nach Hilfen. Die Charterflüge mit Russland gehen heute los, nur sagt die Branche, dass dieses nicht mehr viel bewirken wird. Viele Stadthotels, so die Aussage des Hotelverbandes TÜROB, würden den November diesen Jahres, nicht überleben und schließen.

Es gibt kaum noch Kongresse mehr, die man noch absagen könnte, sagen sie. War die Türkei im Kongresstourismus weltweit auf Rang 6 (2014), so steht die Branche dieses Jahr auf Rang 66. Der TÜROB Präsident Bayindir, sprach zu Dünya und zählte die wunden Punkte auf. Beim Treffen waren außerdem, zehn Bosse der Tourismusbranche ebenfalls dabei.

Sie sind alle der Meinung, dass eine Normalisierung, wenn diese Phase den jetzt beginnen würde, erst in 1,5 Jahren möglich wäre.

Die Branchenmitglieder monieren die Regierung. Würde es in der Automobilbranche zu Schwierigkeiten kommen, würde sofort die Regierung auf den Plan treten und das Problem, unwiederkehrbar, lösen. Nicht so, bei der Tourismusbranche. Eigentlich die Ausnahmebranche, wenn es um den positiven Leistungsbilanz geht. Devisen kommen rein und bleiben im Lande, zumal die Branche kaum was importiert.

Wenn nicht schnell eine Lösung gefunden wird, würde man, noch vor Ende des Jahres, bei den Stadthotels, „Wegen Renovierung geschlossen“ Schilder hängen.

TÜROB, der Dachverband der Hoteliers, repräsentiert 80% der Hotelbesitzer des Landes. Wie aber der 15 köpfige Vorstand bestätigt, hätte die Regierung, bei der Entscheidungsfindung, sie noch nie zu Rate gezogen.

Der Kerosinzuschuss von 6.000 USD, für die Chartermaschinen aus Russland, nutzten der türkischen Riviera. Der Verband möchte, dass z.B. auch die Istanbul-Flüge subventioniert werden.

Auch die 4 Mio. USD, die man für eine Agenturbeauftragung zur Wahrnehmungsmanagement brauchte, konnten nicht aufgebracht werden.

Die Belegungsquote der Stadthotels würden momentan bei 30-35% liegen. Letztes Jahr um die Zeit, betrug die Quote 95%.

Die Hotels im Stadtteil Beyoglu, wo innerhalb kurzer Zeit 2 Terroranschläge stattfanden, würde die Belegungsquote 20% betragen. Oftmals wären die Banker Gäste, um zu sehen, ob die Darlehen der Hotels rechtzeitig zurückfließen würden.

Trotz der angespannten Situation, würde man immer mehr neue Hotelbauten genehmigen. Nach der Eröffnung eines jeden Hotels würde sofort ein Preiskampf ausbrechen. Heute müsste man ein Hotelzimmer 270 Tage im Jahr verkauft bekommen, damit man damit Geld verdient, was momentan unmöglich wäre.

Der Branche würden auch die vielen, nicht angemeldeten, Privatzimmervermietungen, zusetzen. Man schätzt deren Zahl auf 15.000.

Die Zahl der Hotelangestellten wäre um 45% gesunken. Dieses wird auf Dauer zu sozialen Härtefällen führen. Um, in der Türkei, Arbeitslosengeld zu bekommen, muss man 600 Tage, an einem Stück, gearbeitet haben. Nur können Hotelangestellte, die zumeist saisonal arbeiten, diese Bedingung niemals erfüllen.

Der Verband sagt, dass 52 andere Branchen, direkt oder indirekt, von der Tourismusbranche, mit abhängig wären. Glaubte man nach den Gezi-Demos 2013, dass ca. 60% der Kunden wegfallen würden, so beträgt die Quote momentan 80-85%.

Als Beispiel für die Abhängigkeiten bringt der Verband, das Beispiel mit der Tomate. Die Hoteliers hätten dieses Jahr, 60% weniger Tomaten eingekauft und die Bauern wären auf den Tomaten sitzengeblieben.

Wollen wir hoffen, dass friedliche Zeiten einkehren und der Stadttourismus wieder zur alten Stärke aufblüht. Die 5 Sterne-Kategorie in Istanbul, rühmte sich bis vor 3 Jahren, mit der höchsten durchschnittlichen Belegungsquote in Europa.

Quelle

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