“…solange die Farbe, die er will, schwarz ist”

„Jeder Kunde kann sein Auto in einer beliebigen Farbe lackiert bekommen, solange die Farbe, die er will, schwarz ist.“ So einfach, wie sich Henry Ford es sich damals vorstellte, war es dann doch nicht.

Doch, bevor ich dazu komme, hier die Kurzvorstellung der Hauptakteure und deren Türkei Niederlassungen:

Ford Otosan, die Joint Venture der Ford Motor Company und der Koc Gruppe wurde schon 1959 gegründet. Von den 171.000 Mitarbeitern weltweit sind 10.000 Mitarbeiter in der Türkei beschäftigt. Mit 1.300 Ingenieuren besitzt Ford Otosan eines der größten F&E Einrichtungen der Branche überhaupt.  Ford ist seit 12 Jahren der Marktführer Automobilindustrie in der Türkei und besitzt vier Werke.

3M kennt auch fast jeder. Das ewig junge Unternehmen gibt es seit 110 Jahren. Ford Motor Company und 3M fanden schon zu Gründungszeiten zusammen. Doch bevor ich darüber berichte, noch einiges über 3M.

3M beschäftigt weltweit 89.000 Mitarbeiter und entwickelt ausschließlich geniale Produkte. In der Türkei ist das Unternehmen seit 1989. Seit 1992 wird in der Türkei produziert.  2012 wurde Super-Hub als regionaler Produktionsbasis in Corlu gegründet. 3M gehört zu den Top-Exporteuren der Türkei.

Kommen wir zu Henry Fords Spruch am Anfang des Artikels. Alle Autos in schwarz? Das konnte nicht lange gutgehen. Schon in den 20er Jahren war das Auto ein Statussymbol und man wollte sich auch mit der Farbe des Autos vom Rest abheben.

Leider gab es ein nicht unwesentliches Problem beim Lackieren. Die Farben flossen ineinander über.  Ein junger Forscher, Names Dick Drew, der Minnesota Mining and Manufacturing Company (3M), lieferte die Lösung.  Er hat ein Papierstreifen mit einer Klebeschicht erfunden, das Abdeckklebeband.

ford jr.

William Clay Ford jr. Executive Chairman of Ford Motor Company führte das Unternehmen in das 21. Jahrhundert

Schon konnten die Autos, zu Anfang zumindest, zweifarbig ausgeliefert werden. ‚In‘ war die Farbe weiß. Aber nur das Dach in Weiß, Rest in einer anderen Farbe.

So fanden 3M und Ford Motor Company zu Gründungsjahren schon zusammen. Interessant ist auch, wie das Produkt zu seinem Namen kam.

Dass der Abdeckklebeband nur auf einer Seite klebt, macht ihn  so nützlich, aber zu den Anfängen sollen sich viele darüber belustigend geäußert haben. Ein Lackierer soll ausgerufen haben: „Take this tape back to those Scotch bosses of yours and tell them to put more adhesive on it.“ („Bringen Sie das Band zu Ihren schottischen Bossen und sagen Sie Ihnen, sie sollen mehr Kleber anbringen.“)

Jetzt wisst Ihr, weshalb das Band „Scotch“ heißt und Karomuster drauf hat.

Ich habe auch eine schöne Begebenheit im Zusammenhang mit 3M. Ich interessierte mich für deren Blickschutzfilter für Monitore und kontaktierte deren Istanbuler Büro. Ein tolle Erfindung, die nur dem davor sitzenden Betrachter die Sicht frei gibt. Allen anderen, um ihn herum, bleibt die Sicht verwehrt.

Es dauerte ziemlich lange, bis ich einem begegnete, der über den Blickschutzfilter Bescheid wusste. „Stimmt, so was haben wir auch erfunden. Vor einigen Jahren bekamen wir die Mitteilung darüber.“ sagte er.  Die nächste Aussage setzte den Schlußpunkt. „In den USA erfinden die so schnell was, dass wir mit dem Vertrieb nicht nachkommen. So bleiben viele Produkte auf der Strecke. Die meisten von uns wissen nicht einmal, was wir alles im Sortiment haben, bis der Kunde danach fragt.“ 🙂

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