Das Bankgeheimnis in der Türkei – Ein Geheimnis für sich

Wie steht es um den Datenschutz und das Bankgeheimnis in der Türkei? Wie sicher sind die Daten und wie viel kann man denen, die  Verschwiegenheitspflicht ausüben, trauen?

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Lasst uns gemeinsam Geld abheben! Jeder hilft jedem, wo er nur kann 😉

Ausnahmen bestätigen natürlich auch hierbei die Regel, aber sind eher die Ausnahme. Sie haben es bestimmt anders herum verstanden. Ich möchte damit sagen, dass hin und wieder der Datenschutz und das Bankgeheimnis funktionieren, aber in der Regel sind das große Ausnahmen.
Sie funktionieren, wenn Sie dem, der zur Verschwiegenheit verpflichtet ist, fremd sind. Dann steht man Ihnen grundsätzlich distanziert gegenüber und dieses bringt es mit sich, dass Datenschutz bestand hat.
Kennen Sie aber bei einer Bank z.B. einen einzigen und das kann durchaus ein einfacher Bankangestellter sein, der am Schalter sitzt, können Sie so ziemlich alles in Erfahrung bringen.
Am liebsten bringe ich das Beispiel mit meiner Nachbarin. Die Tochter liebt einen Jungen und bei den beiden könnte es mit einer Heirat enden. Die Mutter ist aber vorsichtig. „Ich frage mal bei der XY Bank die Ayse, wie es finanziell um den Jungen steht“. Hmm, der Wagen ist finanziert und 23 Raten stehen noch aus, er hat außerdem Kreditkartenschulden (wer nicht in der Türkei). Da sonst nichts Negatives zu erfahren war, sagt die beste Mutter von allen noch „Das ist das, was ich in Erfahrung bringen konnte, wer weiß, was er für Dreck noch am Stecken hat“.
Datenschutz in der Türkei hat viele Formen. Wenn Sie z.B. Firmenauskunft einholen möchten, gehen sie zu ihrer Hausbank und bitten darum, sich bei der Hausbank des potentiellen Handelspartners zu erkundigen, wie es um das Unternehmen steht. Zumeist bekommen Sie eine Positivauskunft. Schließlich möchte die Bank ihres potentiellen Handelspartners dem Kunden kein Geschäft vermasseln und eigene, zur Verfügung gestellte Darlehen, evtl. gefährden.
Setzen Sie sich in den Warteraum einer Bank, wo die Privatkundenbetreuer an offenen Tischen, auf einer großen Etage sitzen und verbringen Sie dort 2-3 Stunden. Sie werden wenigstens über 3-4 Personen, so ziemlich alles erfahren Die Kundenbetreuer rufen z.B. solche Dinge (selber erlebt). „Ayse, Ali B. können wir die Autofinanzierung nicht zusagen“. „Welche Ali B. meinst du?“, „Der Chauffeur vom verstorbenem Industriellen S.“, „Ach soo, du meinst den Ali B.. Er hat auf einem Depot, die du im System nicht sehen kannst 1.600.000 USD, du kannst ihm ruhig zusagen“.
Hat man jetzt betrügerische Absichten, kann man sich an Ali B. dranhalten.
Oder Sie sitzen bei einem Kundenbetreuer am Tisch. Auf dem Tisch 3-4 Pfändungsbeschlüsse der Bank, durchaus Alltäglich.
Die Bürger merken nicht einmal, dass die persönlichen Daten in der Weltgeschichte sich umherirren. Datenschutz kennen sie nicht und folglich können sie es nicht zur Anzeige bringen, wenn eine Verletzung vorliegt.
Ich weiß z.B. mit welchen Umsätzen eine internationale Hamburgerkette in Alanya pleite gegangen ist. Der Steuerberater von denen, hat es mir, bei einem Kaffee, im Vertrauen gesagt. Dabei hatte ich nur gesagt: „Wie haben die solange durchgehalten, da ist kaum jemand reingegangen“. Mehr nicht!
Sie kommen privat, wie auch geschäftlich, leichter durchs Leben, wenn Sie davon ausgehen, dass es kein Datenschutz gibt in der Türkei. Regeln und Gesetzte diesbezüglich gibt es, aber kommen nicht zur Anwendung.
Das, was ich beschrieben habe, wird den meisten Deutschtürken bekannt sein. Sie sind es aus Deutschland gewohnt und können sich mit der Situation in der Türkei, was Datenschutz angeht u.a., nicht anfreunden.

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