Iran – Der Schah hätte (für mich) noch ein Jahr lämger im Amt bleiben müssen

In wieweit kann man dem Braten trauen ? Durch die Aufhebung des Handelsembargos wird Iran wieder einmal wirtschaftlich ein Faktor für alle Exportnationen.

Die Türkei war eher ein Nutznießer des Embargos. Die Grenzgeschäfte florierten. Dennoch, die Freude über die Aufhebung des Embargos spürt man auch bei der hiesigen Industrie. Die geographische Nähe zu Iran rückt die Türkei stärker ins Blickfeld aller Nationen, wenn man bedenkt, dass fast alle multinationalen Marken ihre regionalen Zentralen schon in der Türkei haben, so kann man ganz sicher sein, dass die Türkei seinen Nutzen daraus ziehen wird.

Es war Anfang 1978, ich war knapp 20 Jahre alt und hatte wieder mal eine zündende Idee, den mein Vater mit zwei namhaften deutschen Industriellen umsetzte. Türkei-Service-Transit, die TST wurde gegründet. Die Idee dahinter war, die gewaltigen Lieferungen aus Europa, im Besonderen aus Deutschland Richtung Iran, auf der langen Fahrstrecke dahin zu schützen.

Der Schah von Persien als Deutschland-Fan, kaufte soviel deutsche Produkte, dass täglich nicht unter 1.200 LKW-Lieferungen von Deutschland nach Iran gingen. Natürlich waren auch die Betrüger aktiv. Viele Lieferungen verschwanden samt LKW und Fahrer bei der Transitfahrt durch die Türkei. Der Schaden für die Versicherungen waren enorm.

Die Idee von mir war plausibel wie effektiv zugleich. Die LKW’s sollten als Konvoy’s fahren. Vorne und hinten ein Schutzfahrzeug, Rast nur in kontrollierten Vertragshotels und sicher kam die Ware in Iran an.

Daran hatte die Versicherungswirtschaft großen Gefallen gefunden. Eine Druckerei druckte Schutzbriefe und arbeitete nur noch für TST. Hatte ein Fahrzeug kein Schutzbrief von TST, hatte es kein Versicherungsschutz.

7 Mio. DM (3,5 Mio. EUR) Investition waren nach 3 Monaten eingespielt. Keine Werbeaufwendungen, rein gar nichts auf der deutschen Seite. TST hatte nur zwei Sekretärinnen die die Schutzbrief-Lieferungen an die Versicherungen überwachten. Alles andere spielte sich in der Türkei ab. Die Fahrzeug-Konvoy’s wurden an der Grenze zu Griechenland übernommen und bis zur iranischen Grenze begleitet. Alles lief, wie am Schnürchen. So sollte es sein. Ein Bombenidee und die schnelle Umsetzung.

schah

Schah Reza Pahlavi * 26. Oktober 1919 in Teheran; † 27. Juli 1980 in Kairo

16. Januar 1979 verlässt der Schah von Persien, Reza Pahlavi den Iran und geht ins Exil. Game over ! TST hatte eine Lebensdauer von einem Jahr und einer Woche und wurde liquidiert.

Zum Glück waren Gewinne eingefahren worden, dass lediglich der Schock darüber zu verarbeiten war, dass es ein jähes Ende fand.

Das muss die Begebenheit sein, welches mich zu noch mehr Vorsicht bei meinen Planungen verleitet hat. Alle Risiken und Eventualitäten werden auf Herz und Nieren geprüft, auch wenn es noch so unwahrscheinlich erscheint, bevor man loslegt.

Auch rate ich den türkischen Unternehmern immer wieder, wenn sie sich mit Exporten nach Iran, Irak, Syrien, Kasachstan u.a. rühmen, dass sie sich nicht darauf verlassen sollen. Da wo die Demokratie mit den wirtschaftlichen Entwicklungen nicht Schritt halten kann, da kann man auch nie sicher sein, dass irgendwas vom Dauer ist.

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