Das Ende langwieriger Geschäfts-Visa dank Handelsabkommen von 1930

Deutschland ging es nach dem 1. Weltkrieg nicht so besonders. Der Druck der Siegermächte machte es Deutschland nicht einfach. Es wurde nach Auswegen gesucht. 1927 fing das deutsche Parlament an zu diskutieren, wie man aus dieser Situation sich lösen könnte.

Am 20. Mai 1930 wurde das Handelsabkommen zwischen der Türkei und Deutschland unterzeichnet.Somit konnten beide Seiten mit enormen Erleichterungen Handel miteinander treiben.

Deutschland ist heute der größte Handelspartner der Türkei, aber nicht wegen diesem Abkommen. Einfach nur, weil man sich näher steht als so mancher zu glauben vermag.

Das o.g. Handelsabkommen wurde dabei nie in Anspruch genommen. Es war in Vergessenheit geraten. Jetzt haben wir es Prof. Dr. Rolf Gutmann (RA aus Stuttgart und Prof. der Yeditepe Universität-Istanbul) zu verdanken, dass diese Vereinbarung aus dem Jahre 1930 ans Tageslicht gelangte. Wie zu erfahren war recherchierte er wegen was anderem und entdeckte diese Vereinbarung zufällig.

Sollten jetzt die Türken endlich mal agieren und vorwärts machen, so wird das der deutschen Seite richtig Kopfschmerzen bereiten.
Laut dem Handelsabkommen dürfen alle Geschäftsleute, die keine Steuerschulden haben und mit einer Unbedenklichkeitsbescheinigung seitens der türkischen Behörden ausgestattet wurden, frei nach Deutschland einreisen.

novisaDas Ende langwieriger Visa-Modalitäten ?

Prof. Dr. Rolf Gutmann drückt es klar und deutlich aus : „Diese Vereinbarung wurde damals zwischen einem alten deutschen Reich und einer jungen türkischen Republik geschlossen. Türkei damals der Vereinbarung von Lausanne fest gebunden, möchte davon nicht abweichen. Zu der Zeit ist Deutschland stark isoliert und möchte diese Situation irgendwie überwinden. Der Paragraph 8 drückt es unmissverständlich aus : Die Geschäftsleute beider Länder dürfen sich in den beiden Ländern frei aufhalten und reisen. Sie können Vereinbarungen treffen, Waren kaufen und verkaufen. Was hier geschrieben steht, ist sehr eindeutig und verbindlich zugleich. Es ist so klar, dass man darüber nicht einmal zu diskutieren oder zu interpretieren braucht. Es ist kein Raum dafür vorhanden. Wenn die türkische Seite solch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung durch die Handelskammern ausstellt, muss die deutsche Seite dieses, ohne Wenn und Aber akzeptieren“.

Die Deutschen haben nicht einmal Ermessensspielraum

Der Professor drückt es noch klarer aus : „Wenn ich ein türkischer Geschäftsmann wäre, würde ich solch eine Bescheinigung sofort einholen, zum deutschen Konsulat oder Botschaft gehen und sagen, dass ich nach Deutschland möchte. In diesem Fall dürfen die deutschen Behörden nicht einmal eine Ermessensentscheidung herbeiführen. Paragraph 8 ist zu eindeutig. In welcher Form die türkische Seite dieses Dokument ausstellen wird, weiß ich nicht, aber es kann nur positiv beschieden werden. Wenn nicht, steht der Klageweg jederzeit offen“.

Das Handelsabkommen ist in Amtssprache der damaligen Zeit in Türkisch und Deutsch verfasst worden.

Während des II. Weltkrieges wird dieses Abkommen sogar um weiterer Punkte erweitert. Somit soll die Versorgung der Deutschen gewährleistet werden. Die Zusatzvereinbarungen werden aber nicht in Anspruch genommen. Nach dem Krieg 1952 wird dieses Handelsabkommen wieder auf dem Tisch gelegt. Man erklärt es für weiterhin gültig, Das Handelsabkommen hat somit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Republik Türkei weiterhin Gültigkeit.
Das europäische Union und die Mitgliedsstaaten akzeptieren die zwischen den Ländern, vor der Gründung der EU unterzeichneten Verträge, anstandslos.
Jetzt muss man es darauf ankommen lassen. Es ist aber in der Türkei allgemein üblich auf jeglichen persönlichen Rechte zu verzichten. Bleibt zu hoffen, dass man dieses eine Mal anders agiert bzw. überhaupt agiert.

Vodafone Türkei FlatKaltstart X - Das Buch von Ahmet Refii Dener

Das könnte Dich auch interessieren …