Call-Center Gewerbe in der Türkei : Ist der Ruf einmal ruiniert …

Heute habe ich mit einem Freund in Istanbul gesprochen, der mir sagte, dass es ihm peinlich ist zu sagen, dass er

An die 100.000 Personen in der Türkei arbeiten im Call-Center. Bei vielen Deutschtürken sind die Call-Center die erste Station, wenn sie in der Türkei Fuß fassen wollen.

Die Branche boomt, zumal die Nachfrage immer da ist. Mittlerweile müssen die Call-Center-Betreiber um die Mitarbeiter kämpfen. Die Türkischsprachigen werden nie ausgehen, aber die die Deutsch und Englisch können, sind immer schwerer anzutreffen. Da kann man Englisch auch ausklammern. Einer, der in der Türkei Englisch gelernt hat, kann nur in absoluten Ausnahmefällen (geschickt ausgedrückt) die Sprache so gut, dass es am Telefon reicht.

Also ist man auf die Deutschtürken angewiesen. Denn diese haben, wenn sie studiert haben, auch Englisch im Gepäck.

Jetzt kommt für den Betreiber eines Call-Centers ein nächstes Hindernis. Nicht nur, dass man die die in Frage kommen schwer erreicht, es fällt immer schwerer diese von der eigenen Korrektheit zu überzeugen. Es gibt so viele schwarze Schafe in der Branche, dass die ‘Guten’ unwillkürlich untergehen müssen.

Leider gibt es kein Gütesiegel, wonach man sich als potentieller Call-Center-Mitarbeiter richten könnte.

Der Weg zu neuen Mitarbeitern führt entweder über Anzeigen in den Medien, oder Social-Media und hier im Besonderen Facebook.

Bei den meisten Call-Center-Anzeigen kann man schon bei der Formulierung sehen : Vorsicht !

Diese Anzeigen werfen in der falschen Formulierung der Stellenausschreibung schon Fragezeichen auf. Was ist aber, wenn solide dabei sind, wie z. B. lh-intouch.com in Istanbul und ta-sales.net in Alanya ?

Diese haben einen großen Kampf auszutragen, um sich von den schwarzen Schafen zu unterscheiden. Auch Leute, die noch nie in der Nähe eines Call-Centers waren, geschweige denn, dort gearbeitet haben, wissen es besser und erzählen im Social-Media, wie schlimm es da zugeht.

Bitte, die die Euch ausnutzen werden und am Ende nicht bezahlen, die gibt es zuhauf. Man muss aber auch mitberücksichtigen, dass jeder von uns, in jedem Job, falsch verstanden und ausgenutzt vorkommt. Oder nicht ?

Ruhig die MitarbeiterInnen interviewen und feststellen, wie es in dem betreffenden Unternehmen zugeht. Dabei muss man aber auch unterscheiden können, ob man einen sowieso dauer Gefrusteten vor sich hat, oder nicht.

Dann noch zu der ‘unfairen’ und zu niedrigen Bezahlung. Wie auch o.g. fühlt sich jeder von uns grundsätzlich unterbezahlt. Lassen wir das mal beiseite. Dass, was es zu verdienen gibt, steht schwarz auf weiß im Vertrag. Findest du es zu wenig, kannst du weiterziehen. Das ist mit jedem Arbeitgeber so und hat mit dem Call-Center nichts zu tun.

Beim Call-Center hast du kontrollierbare Vorgaben, die du zu erfüllen hast. In den anderen Berufen hast du auch Vorgaben und Aufgaben die du zu erfüllen hast, nur da kannst du ‘so tun als ob’. Das ist der große und entscheidende Unterschied, was die meisten MitarbeiterInnen wohl stört. Beim Call-Center bleibst du, wenn du die Vorgaben erfüllst. Bei anderen Berufen kann es auch passieren, dass du bleibst, weil du so nett bist oder so gut so tun kannst als ob.

Beim Call-Center weißt du Am ersten Zahltag weißt du spätestens, ob du beim richtigen Arbeitgeber bist oder nicht. Bei anderen Berufen stellt man das viel später fest. 😉

 

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