Sonne, Strand, Meer, Essen, Trinken, Saufen… – All inklusive halt

Türkei hat weltweit die 6.meisten Touristen, ist aber bei den Einkünften über Tourismus nicht unter den ersten zehn.

Dieser Missstand hat einen Namen : „All inklusive“

07:00 – 10:00 Uhr Frühstück, ab 10:30 Uhr Spätfrühstück für die die spät aufstehen, 12:00 Uhr Mittagessen. Den ganzen Tag Aperitifs. Eis. Am Pool unlimitierter Getränkeausschank. Nachmittags Kaffee und Kuchen. Abendessen. Reinstopfen von kleinen Sauereien bis nach Mitternacht. Charter Flug, Flughafentransfer.

Das ist die durchschnittliche Leistungspalette eines 5 Sterne Hotels in Antalya. Das Ganze hat einen Unheil bringenden Namen „All inklusive“ und ist der Grund dafür, weshalb viele Touristen kommen und die Türkei am Tourismus kaum mehr was verdient.

Laut der Tourismus-Organisation der vereinten Nationen kommt die Türkei weltweit an 12. Stelle, wenn es um die Tourismuseinkünfte geht.
Türkstat-Zahlen sagen aus, dass der Türkei-Tourist ca. 560 Euro während seines Türkei-Aufenthaltes ausgibt. Das ist genauso viel wie vor 10 Jahren. Das alleine sollte schon zu denken geben, wo doch alles ständig teurer wird.
Vor der „All inklusive“-Zeit waren die Ladenlokale in den Hotels sehr begehrt. Noch heute erzählen die Händler vor ‚Früher‘ als man sich da eine goldene Nase verdienen konnte. Vorbei ! Das war einmal und so wird es niemals wieder werden.

Die Touristen haben wenig Bares dabei. Wozu auch ? Nur die vielen bunten Ladenlokale machen die Urlaubsgegenden aus und verleihen das Flair. Wovon sollen diese aber leben, wo doch der Tourist nur mit dem Notgroschen hier ankommt ?

strand1Man muss aber auch festhalten, dass die Ladenbesitzer und die Restaurants ihrerseits auf dem Holzweg sind. Vor „All inklusive“ war es so, dass wenn ein Bier im Hotel 5 Euro kostete, dieses außerhalb des Hotels für 3 Euro zu haben war. Jetzt ist es aber genau umgekehrt. Im Hotel kostet es nichts und draußen 10 Euro. Mit wenig Touristen das höchstmögliche zu erreichen, kann nicht der richtige Weg sein.

Dann noch die Imitationen. Laut Gesetz, wenn man diesen anwenden würde, dürfte es keinen einzigen Laden mit Fake-Produkten geben. Denkste ! Darauf basiert der Tourismus in der Türkei. Der Tourist kommt mit einer Bestellliste schon hier an, welche Modelle er an Adidas, Puma, Hollister & Co. kaufen soll. Auf Alanya bezogen gäbe es 90% der Läden nicht, wenn man die gefaketen Produkte nicht verkaufen würde.

Früher haben in den Hotels richtige Kellner gearbeitet, die aus der Hotelfachschule kamen. Heute kann man jeden von der Straße als Kellner anheuern, schließlich verlangt der Gast nicht mehr als das was geboten wird.
„All inklusive“ – Um 1990 fing es mit einigen wenigen Hotels an. Dann aber haben die Reiseveranstalter den Hoteliers die Pistole auf die Brust gesetzt und verlangten immer mehr. Am Ende mussten alle Hotels mitziehen, sonst wären sie außerhalb des Reisepools geblieben.

Der Einzelreisende, der nicht über eine Pauschalreise ins Land kommt, bringt der Türkei 3faches Geld ein (TÜRSAB).

So, wie in der Wirtschaft die Türkei, die Konsumfreude des Volkes und die günstigen Löhne als Argument auf dem Präsentierteller hat, so hat die Tourismusbranche, das Meer, den Strand, die Sonne und All inklusive im Angebot.

Nur, das was Meer, Strand und Sonne angeht, haben alleine im Mittelmeerraum viele im Angebot. So wird man, aus der Sicht des Hoteliers, auf ewig, kaum Spielraum nach Oben haben, wenn es um die Preise geht.

Eine Lösung könnte der Vielfalt im Angebot sein. So kann Thermal-, Kultur-, Berge-, Wandertourismus eine Alternative bieten. Hier sind wenigstens Touristen unterwegs, die bereit sind mehr Geld auszugeben.

Beim Golf-Tourismus kann man sehen, wie so etwas funktionieren kann. Belek mit 14 Golfanlagen bietet Pauschalreisen zu doppelten Preisen an. Das wird angenommen. Auch kann man die Saison auf diese Weise auf 12 Monate auslegen.

In diesem Jahr sind die Russen ausgeblieben. Viele Hotelbesitzer suchen schon nach Käufern. Die Tourismus-Branche ist weiter auf dem Holzweg.

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