Mein Fernweh hat einen Namen

Nicht nur mein Fernweh hat einen Namen. Meines könnte ich z.B. “Currywurst” nennen. Es ist nämlich das Erste, was mir einfällt, wenn meine Gedanken nach Deutschland schweifen.

Nicht anders sieht es bei Freunden und Bekannten aus, die aus Deutschland stammen. Irgendwie verbindet man es immer mit etwas Essbarem. Fragt mich mein Bruder aus der Schweiz, was er mir mitbringen soll, kann die Antwort nur ‘Käse’ heißen. Egal welche Sorten.

Die Vielfalt des Angebotes in Deutschland hat uns alle, die im Ausland leben, süchtig gemacht. Vielfalt muss her.

Auch, wenn wir vom Essbarem wegschweifen, in der Türkei fehlt die Vielfalt an allen Fronten.

Geht man in ein Kaufhaus ein Poloshirt kaufen, kann man gerade mal unter 3 verschiedenen Farben aussuchen. Was die Größen angeht, kann man getrost XXL holen, wenn man normalerweise M anzieht. Das aber auch nicht überall. Keinerlei Standards.

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Mein Fernweh hat einen Namen

Ganz krass sind die Modelle in Leder. Durchweg 08/15 und ohne Phantasie produziert.

Was dabei verwundert, ist die Tatsache, dass die tollsten Ledermodelle, Poloshirts, Socken und der ganze Vielfalt in Deutschland, zumeist aus der Türkei stammt.

Warum denken Türken, dass Türken zu schade sind für qualitativ Hochwertiges ?

Das war, zu Zeiten, als ich vor knapp 30 Jahren (wow, wie alt muss ich sein ?) u.a. Textilien verkaufte nicht anders. Der Textilhersteller zeigte auf den Stapel und sagte “Die brauchen Sie sich nicht ansehen, die sind für den Inlandsmarkt” also bewegte ich mich in die andere Richtung. “Die brauchen Sie auch nicht ansehen, die sind für Russland” (also etwas besser aber dennoch miserabel). “Ja, die können Sie sich anschauen, die sind für den deutschen Markt”.

Qualität gibt es auf dem türkischen Markt natürlich auch. Da muss man aber richtig was hinlegen. Vielfalt gibt es auch für Geld nicht.

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