Einladung zum Vortrag in Bonn – Das Geheimnis von Göbekli Tepe

Das Geheimnis von Göbekli Tepe, einer frühneolithischen Grabung in der Südosttürkei.

Einladung Vortrag Prof. Dr. Ludwig Morenz, Universität Bonn “Das Geheimnis von Göbekli Tepe, einer frühneolithischen Grabung in der Türkei”

Im Hörsaal des Akademischen Kunstmuseums Bonn, Am Hofgarten. 11 März 2015, veranstaltet von der DTG, Deutsch-Türkische-Gesellschaft e.V. / Bonn

Zur Person: Ludwig Morenz studierte orientalische Archäologie von 1985-1993 an den Universitäten Halle und Leipzig, schrieb seine Dissertation über „Beiträge zur ägyptischen Schriftlichkeitskultur des Mittleren Reiches und der zweiten Zwischenzeit“ und habilitierte sich 2001 an der Universität Tübingen. Verschiedene Stipendien, u.a. der DFG, führten ihn nach Gotha, Uppsala und Wien. Seit 2009 ist er Lehrstuhlinhaber für Ägyptologie der Universität Bonn mit Forschungsschwerpunkt Schriftgeschichte, Kultursemiotik, Ägyptische Bildanthropologie und Literatur des Mittleren Reiches.

Zum Thema: Der archäologisch interessierte Besucher von Göbekli Tepe nahe der ostanatolischen Stadt Urfa (Şanlıurfa) steht staunend vor dem Mega-Heiligtum, das der „Bauchige Berg“ auf seiner Höhe bisher freigegeben hat, und staunend betrachtet er die geheimnisvollen Tierbilder und abstrakt wirkenden Bildzeichen, die die flachen, in Kreisen angeordneten Steinstelen überziehen wie reliefartige Tattoos einen Körper.

Als der Bonner Ägyptologe Professor Ludwig Morenz den Ort besuchte, hatte sein Ausgräber, Professor Klaus Schmidt, die Geschichte seiner Entdeckung bereits geschrieben („Sie bauten die ersten Tempel. Das rätselhafte Heiligtum der Steinzeitjäger“, München 2006) und lud ihn ein, an seiner darin begonnenen Deutung der Tier- und Bildzeichenreliefs, die er als steinzeitliche Hieroglyphen ansieht, mitzuarbeiten. Das ließ sich der Hieroglyphenkenner nicht zweimal sagen.

Das Ergebnis dieser Kooperation mit Klaus Schmidt legt er nun vor in der Publikation: “Medienevolution und die Gewinnung neuer Denkräume. Das frühneolithische Zeichensystem (10./9.Jt.v.Chr.) und seine Folgen“, Berlin 2015 (EB-Verlag).

In seinem Vortrag wird Professor Morenz uns in Geheimnisse des frühen Neolithikums einweihen, eines Zeitalters, dem Nachrichtenübermittlung über Zeit und Raum hinweg keineswegs unmöglich war, und das von Anfang an über ein System von Symbolen, über mediale Netzwerke und über die Fähigkeit verfügte, ein kulturelles Gedächtnis zu bilden und zu bewahren.

Warum er im Zeichensystem von Göbekli Tepe das fehlende Bindeglied zwischen Bild und Schrift erkennt , und wie wir uns den Sprung in eine neue mediale Welt von damals vorzustellen haben, darüber wird Professor Morenz Auskunft geben. Außerdem wird das sakrale Feld, in dem wir diese Entwicklung verorten können, skizziert. Aufgrund der Markierung mit graphischen „Namenstäfelchen“ können einige der frühen Pfeiler-Wesen aus Göbekli konkret als Gottheiten angesprochen werden, und diese historische Tiefe ist religionsgeschichtlich sensationell.

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