Einstiegsdroge für den türkischen Markt #2

Auch zu Krisenzeiten ist in der Türkei mehr los als anderswo sonst in Europa.

Wenn ein Unternehmen die Türkei nicht im Fokus hat und politische Bedenken als vordergründig erachtet, sollte es sich das mehrmals überlegen. Die Türkei ist schon allein durch ihre geographische Lage ein Drehkreuz im Welthandel und diese Rolle wird sich in Zukunft immer mehr verstärken.

Das ist die Eigendynamik der Dinge, wie sie sind, ohne politische Beeinflussung.

Die wachsenden Märkte erreicht man leichter über die Türkei. Als Produktionsstandort und Exportmarkt glänzt die Türkei schon seit jeher. Man sagt, dass die Großkonzerne im Allgemeinen schwerfälliger seien, doch haben gerade diese erkannt, was in der Türkei abgeht und wie gut man die Türkei in die Gesamtplanungen einbauen kann.

Alles Deutsche kommt in der Türkei gut an. Dafür sorgen schon die türkischen Geschichtsbücher. Nicht nur zu Zeiten des ersten Weltkrieges war man verbündete, auch sonst spielte bzw. spielt Deutschland im Leben eines Türken, immer eine wichtige Rolle.

Das die deutschen Produkte gut dastehen, hängt auch mit den Deutschtürken, oder wie man früher sagte, mit den Gastarbeitern zusammen. Die Koffer, oder die Ford-Transits (das Volksvehikel des Deutschtürken damals) waren voll mit deutschen Produkten. Diese Exporte der Deutschen tauchten in keiner Exportstatistik auf. Schließlich waren sie in Koffern und Fahrzeugen unterwegs.

Auch, wenn mittlerweile 6.000 deutsche Unternehmen in der Türkei ihren Standort haben, so hat die deutsche Wirtschaft, immer noch nicht erfasst, wie wichtig die Türkei für Deutschland ist.

Je enger, umso besser

Die deutschen Hersteller verkaufen nicht nur ihre Produkte in den türkischen Markt, viele produzieren auch hier. ThyssenKrupp, Bosch, Siemens, BASF und viele KMU’s aus Deutschland, wissen schon längst, was sie an der Türkei haben.

„Made in Germany“ kommt gut an und die Türken geben damit an, dass sie ein deutsches Produkt ihr Eigen nennen.

Normalerweise geht es für den türkischen Normalverbraucher alles über den Preis. Wenn aber die hochpreisigen deutschen Produkte, dennoch ihre Abnehmer finden, bedeutet das, dass der Türke eine Ausnahme von der Regel macht, weil es Deutsch ist.

Alles Deutsche kommt so gut an, dass die Marken sogar ihre deutschen Werbeslogans im Original weiterverwenden. Bald wird jeder Türke sich damit rühmen können, Deutsch zu können. Fakir Hausgeräte, Opel – Wir leben Autos, Volkswagen – Das Auto …

Wichtig für die deutschen Marken und Unternehmen ist, dass sie nicht blind in den Markt hinein gehen sondern sich eine Marketingstrategie, angepasst den örtlichen Gegebenheiten, zurechtlegen.

Der türkische Markt hat, wie eigentlich alles Ausländische in jedem anderen Land auch, ihre Besonderheiten, die es zu beachten gilt. Diese Besonderheiten sind manchmal nicht einmal dem türkischen Unternehmer bewusst, zumal sie damit leben und dieses nicht als etwas Besonderes registrieren.

Wie immer, es wird auf den richtigen Türkei-Berater und -Lotsen ankommen, der praktische Erfahrungen mitbringt und Sie und Ihr Vorhaben, sicher zum Erfolg führt. Google-Consultants, wenn es denn so etwas gibt, reichen da nicht aus, denn das Geschriebene wird überall anders umgesetzt. Auch kann vieles, ohne illegal zu agieren, zurechtgebogen werden. Gewusst wie !

Beste Qualität, Zuverlässigkeit, Langlebigkeit, Effizienz und Sicherheit. Alles Positive ist in „Made in Germany“ enthalten. Das ist das Meinungsbild des Türken.

Genauso positiv denkt man über den deutschen Unternehmer. Alle positiven Merkmale werden ihnen angedichtet. Die Berechenbarkeit und das geradlinige Handeln, können allerdings, nach meiner Ansicht, als Negativum angesehen werden. Auf dem türkischen Markt ist Flexibilität auf allen Ebenen der Unternehmensführung gefragt. Die türkischen Konkurrenten entscheiden schnell und agieren manchmal auch mal ohne den spitzen Bleistift einzusetzen.

madeingermanyDie deutschen Unternehmen sind bevorzugte Arbeitgeber. Pünktliche Gehaltszahlung spielt dabei eine herausragende Rolle. Nicht nur die Menschen in der Türkei, verstärkt noch die Deutschtürken, möchten bei einem deutschen Arbeitgeber angestellt sein.

Die ersten Rückkehrer aus Deutschland und noch viel mehr, die Rückkehrer der letzten Jahre, bewirkten, dass Deutsch, wie eine zweite Landessprache neben Türkisch, hergeht.

Würde die deutsche Wirtschaft die Türkei, stärker in ihre Planungen mit einbeziehen, könnte sie den zukünftigen weltwirtschaftlichen Turbulenzen besser begegnen.

Die Türkei wird immer ein Billiglohnland bleiben.

Dabei brauchen die deutschen Unternehmen auf ‚German Engineering‘ und den ‚Fachkräften aus Deutschland nicht verzichten. Die rückkehrwilligen Deutschtürken stehen Gewehr bei Fuß.

Also Chancen zuhauf. Bleiben wir bei den deutschen Texten in der Werbung. Packen wir es an !

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