Das Jahr 2014 in der Türkei

Die Türkei bringt abermals ein Jahr voller Ereignisse hinter sich. Eigentlich wiederholt sich vieles, dennoch sind hier einige Überschriften, die das Jahr 2014 ausmachten, aufgeführt.

Die Entscheidungen der FED haben die türkische Wirtschaft stark beeinflusst. Twitter und Youtube waren dicht, der Präsidentenpalast von Erdogan hat allem einen Deckel gesetzt und wurde zum Top-Thema.

Ich bitte zu berücksichtigen, dass die Auflistung nicht komplett sein kann. Die Ungerechtigkeiten, die Korruption, die willkürlichen Verhaftungen, Soma,  der Erdogan-Staat etc. finden hierbei keine Erwähnung.

Die niedrigsten Beamtengehälter wurden von 887 TL auf 2.025 TL heraufgesetzt und machten das Beamtendasein noch interessanter.

Erstmals stieg der Fluggastaufkommen die 150 Mio. Grenze. Um das Marmaray Projekt (Bosporus-Tunnel) finanzieren zu können, hat das japanische Investitionsagentur die Finanzierungssumme von 140 auf 187 Mrd. Yen heraufgesetzt.

Die Kartellbehörde verhängte an die privatisierte Tüpras, mit 412 Mio. TL, die höchste Strafe in der türkischen Geschichte.

Bei der Versteigerung des Großhafens Derince gab es keine Bieter. Der Verkauf wurde zurückgezogen.

Der USD erreichte mit 2,39 TL und der Euro mit 3,26 TL die höchsten Werte aller Zeiten. 76.677.000 Bevölkerung hatte die Türkei in 2013. Gegenüber 2012 waren das gerade mal 13,7 Promille Steigerung. 50,2% der Bevölkerung bilden die Männer.

Die Zinsen stiegen von 3,5% bis 12% an.

Die Inflation liegt bei knapp 9%. Türksat 4A Satellit wurde als 5. Satellit der Türkei von Kasachstan aus abgeschossen.

Neue Internetgesetzte schränken die Nutzung ein. Die Kontrollen wurden verschärft. Der Staat stellte 6.000 Internetpolizisten ein und lässt seine Bürger online überwachen.

Murat Ülker lag an 3. Stelle aber Forbes machte ihn mit einem Vermögen von 3,7 Mrd. USD zum reichsten Türken.

Im Januar 2014 wiesen die türkischen Banken die niedrigsten Gewinne seit dem Krisenjahr 2008 aus.

600.000 Paare haben geheiratet und 125.000 ließen sich scheiden. Das Prokopfeinkommen wurde mit 10.782 USD fixiert.

Am 1. Mai gab es am Atatürk Airport 1.267 Starts und Landungen. Welches ein neues Rekord bedeutete.

Mit 37 Mio. TL zahlte Rahmi Koc (Koc Holding) die höchsten Steuern in der Türkei. 309 TL wurde als Höchstpreis bei Inlandsflügen festgelegt.

Im Rechtstreit um die Turkcell-Aktien entschieden die englischen Gerichte, dass Cukurova Holding an die Sonera Holding 912 Mio. USD Abfindung bezahlen müsse.

Grundsteinlegung für den 3. Flughafen von Istanbul.

Tüpras ist bei den Top 500 Unternehmen der Türkei die Nr. 1. Die Staatslotterie (Milli Piyango) wurde für 2,77 Mrd. USD privatisiert.

Ferrero hat die Firma Oltan Gida gekauft und beherrscht somit den türkischen Haselnussmarkt. Schnellzugstrecke Ankara-Istanbul wurde eröffnet.

Rabobank bekam Vollbanklizenz. Fitch-Ratings : Die türkische Wirtschaft auszubalancieren wird immer schwieriger.

Die Lebenserwartung des Türken beträgt 76,3 Jahre. Yildiz Holding kaufte das Britische United Biscuits und wurde 3. größter Gebäckhersteller der Welt.

Erdogan wurde zum Ministerpräsidenten gewählt und zog in seinen Milliardenpalast ein. Die enorm hohen Kosten, das ohne Baugenehmigung gebaute Bau, welches durch teilweisem Vernichtung eines Waldgebietes errichtet wurde, erhitzen die Gemüter.

Autoproduzent Tofas investiert abermals über 500 Mio. USD in ein neues Werk. Die Auslandswerte der Türkei betrugen in 2013 231,7 Mrd. TL. Die Verpflichtungen hierfür betragen 621,5 Mrd. USD. Im Oktober wurden 95.000 Immobilien verkauft.

Durch Frost und Unwetter nahm die Ernte in allen Bereichen ab. Entsprechend die Preise für Obst und Gemüse an.

Das EU Embargo führte dazu, dass Russland für Gemüse und Obst in der Türkei den Hauptlieferanten fand.

Die Krise in Irak führte dazu, dass die meisten türkischen Unternehmen im Land die Mitarbeiter zurückzogen. Viele Bauunternehmen, die in der Region aktiv waren mussten Konkurs anmelden.

Die Arbeitslosigkeit liegt knapp über 10%. Die Arbeitslosenquote bei den Akademikern liegt bei 25%. Würde die Absolventinnen der Hochschulen danach nicht sofort heiraten oder direkt zuhause bleiben, also dem Arbeitsmarkt fernbleiben, läge die Quote bei über 40%.

Politisch hat sich, im Vergleich zum Vorjahr, nicht viel geändert. Erdogan schaltet und waltet wie er möchte. Er ist das Gesetz. Die Gegner werden verhaftet oder wirtschaftlich massiv unter Druck gesetzt. Er reglementiert auch das öffentliche Leben. Küssen und Umarmen auf der Straße sind verboten. Eine saftige Geldstrafe ist die Folge. Das ist aber nur ein Beispiel.

Die Schlüsselindustrien des Landes werden weiter an die ausl. Investoren oder den Seilschaften veräußert, wenn denn noch welche da sind.

Die geplanten 2 Kernkraftwerke sind noch nicht in Bau. Ein drittes soll demnächst ausgeschrieben werden.

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