Der türkische Markt für Baustoffe bietet weiterhin gute Absatzchancen

Trotz eines Importrückgangs von mehr als 10% im 1. Halbjahr 2014 bietet der türkische Markt für Baustoffe weiterhin gute Absatzchancen. Die Türkei ist nicht nur wegen des Potenzials auf dem Inlandsmarkt ein interessanter Standort für die Baustoffproduktion. Es bestehen auch gute Möglichkeiten, in den Nahen Osten und nach Zentralasien zu exportieren. Im Jahr 2013 wurden Baustoffe für mehr als 21 Mrd. $ ausgeführt. Die Lieferungen nach Deutschland erreichten 585 Mio. $.

Die türkische Baustoffindustrie stemmt sich erfolgreich gegen deutlich abgeschwächte Baukonjunktur. Das reale Wachstum in der türkischen Bauwirtschaft schwächte sich nach Angaben des Statistiksamts TÜIK (Türkiye Istatistik Kurumu) im 1. Halbjahr 2014 gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 3,8% ab. Im Gesamtjahr 2013 hatte der Sektor vor allem wegen der regen Bautätigkeit staatlicher Projektträger noch ein Plus von 7,0% verzeichnet. Die abgekühlte Konjunktur im Wohnungswesen dämpft die Nachfrage nach Baumaterialien.

Die Anfang 2014 eingeführten kreditpolitischen Restriktionen, die angehobenen Zinsen und die Währungsabwertung ließen die Baukosten steigen. Das hat die Konjunktur auf dem Wohnungsmarkt gedämpft. Die Zahl der verkauften Wohnungen fiel in den ersten acht Monaten 2014 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 5,9% auf 715.501.

Trotz der verschlechterten Bedingungen konnten nach Angaben des Verbandes der Baustoffindustrie, IMSAD (Insaat Malzemesi Sanayicileri Dernegi), in den meisten Baustoffsparten Produktionszuwächse erzielt werden. Bei Wandtapeten, Fenstern und Türen aus Metall sowie Bodenbelägen wurden gar Zuwächse von jeweils mehr als 20% erzielt. Lediglich bei Kühlungs- und Lüftungsanlagen weist die Statistik für die ersten sieben Monate 2014 gegenüber dem gleichen Zeitraum 2013 einen Produktionsrückgang von mehr als 30% aus.

Stadtsanierungsprogramm sorgt für rege Nachfrage

Die günstige Entwicklung der Produktion wird von Analysten vor allem auf das Ende 2012 gestartete städtische Transformationsprogramm der Regierung (Kentsel Dönüsüm – Urban Transformation Program) zurückgeführt. Es sieht den Abriss und Neubau von insgesamt 7 Mio. Wohnungen vor. Die Gesamtkosten des Programms mit einer Laufzeit von 20 Jahren, das auch den Neubau von öffentlichen Gebäuden, wie Schulen, Krankenhäuser, Bahnhöfe, Moscheen, vorsieht, wird auf mindestens 400 Mrd. US$ geschätzt. Einige Experten erwarten gar, dass die Investitionen etwa 80% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichen werden. Dies würde einer Investitionssumme von mehr als 600 Mrd. $ entsprechen.

Des Weiteren lösen die laufenden großen öffentlichen Infrastrukturprojekte, wie der Bau der dritten Bosporus-Brücke, der Nord-Marmara-Autobahn und des dritten Flughafens in Istanbul, einen zusätzlichen Bedarf an Baustoffen aus. Der Zementverband TCMB (Türkiye Cimento Müstahsilleri Birligi) erwartet für 2014 ein Wachstum des Inlandsmarktes um circa 6%. Auch andere Baustoffverbände zeigen sich mehrheitlich optimistisch.

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