Türkei : Für SAP, IBM, Praktiker & Co höchst attraktiv

schafeIch habe mich an diesem Artikel unten vergriffen. Die Überschrift war so toll, aber was danach folgte… Als ich Absatz für Absatz kommentierte, merkte ich, dass da Passagen auch von meinem go2tr.de Blog da rein kopiert wurden, aber leider ohne Zusammenhang und total verfälscht. Da es sich ebenfalls um einem persönlichen Blog 500worte.de handelt und ich den Initiator nicht kenne und er sich auf dem Blog nicht vorstellt, möchte ich es dennoch kommentiert haben. Wer Spaß hat kann weiterlesen. Meine Kommentare sind kursiv und blau geschrieben. Mein Deutsch hängt wenigstens von der Tagesform ab. 😉

Es gab eine Zeit, in der hierzulande qualitativ hochwertige Textilien produziert wurden und die Türkei eher für weniger hochwertige Ware bekannt war. Ich würde sagen, sich in eine stille Ecke zurückziehen und überlegen, was der Autor uns damit sagen wollte.

Heute werden qualitative Textilien in der Türkei produziert und die 3€-Kik-T-Shirts in Südostasien. In Deutschland lohnt sich die Textilproduktion nicht mehr. In der Türkei lohnt sich das mit den T-Shirts auch nicht mehr. Deshalb werden diese in Fernost produziert.

Die wirtschaftsliberale Politik unter Erdogan hat dem Land einen enormen Schub verpasst. Die Wachstumsraten der Volkswirtschaft können sich immer noch sehen lassen. Das bleibt auch den Global Playern dieser Welt nicht unbeachtet. Nicht nur auf der sekundären, immer häufiger auch auf der tertiären Ebene.

Beispiel Praktiker

Ich sehe einen hohen Bedarf an Baumärkten in der Türkei. Mit Koctaş gibt es einen lokalen Anbieter. Aus Deutschland ist Bauhaus hier und da vertreten. Das hatte ich auf meinem Blog ebenfalls anders gemeint. 😉

Praktiker hatte sich aus dem Markt zurückgezogen. Ich verstehe nicht warum. In der Türkei wird mit Sicherheit genauso viel am eigenen Heim gewerkelt wie hier in Deutschland. Gewerkelt wird in der Türkei kaum. Man kauft zumeist Fertigprodukte. Ansonsten bedienen sich die Handwerksunternehmen der Baumärkte. So umgehen sie die Mindestabnahmemengen bei den Großhändlern.

In der Türkei ist auch die Konkurrenz nicht so stark wie hier. Das scheint auch Praktiker erkannt zu haben und macht sich nach neuesten Berichten wieder daran, Fuß in Kleinasien zu fassen. Es sind die Niederländer, die die Markenrechte gekauft haben und sich abermals an der Türkei versuchen wollen. 100 Standorte sind geplant. Ich bin gespannt, wo diese lohnenden Standorte sind.

Beispiel: IBM

Wenn es um IT geht, dann bevorzugen Global Player wie IBM normalerweise Länder, in denen das Know-how hoch und die Löhne niedrig sind. Indien ist z.B. so ein Land.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Arbeit mit indischen IT-Leuten recht schwierig ist. Ausnahmen gibt es. Aber sie bestehen wie immer die Regel.

Der CDU-Politiker Jürgen Rüttgers wurde mit dem Zitat:

Lieber Kinder statt Inder

berühmt. Ich gehe einen Schritt weiter und sage: Lieber Rinder statt Inder! Meine Erfahrungen werden übrigens von anderen Kollegen bestätigt. So einen Satz lasse ich nur drin, weil es im Originaltext steht. Der Autor wollte glaube ich witzig sein.

Vielleicht ist das mit ein Grund, warum IBM beschlossen hat, mit seiner Cloud nach Izmir zu kommen. In der Türkei wächst die Anzahl gut ausgebildeter IT-Kräfte, die im Vergleich zu Europa oder Amerika weniger kosten. Das mag stimmen aber meine Erfahrung ist u.a. auch, dass besonders Berufsanfänger unglaublich hohe Gehaltserwartungen haben.

Beispiel: SAP

Auch der ERP-Marktführer SAP setzt auf die Türkei. In Istanbul soll die zweite Innovationsbasis entstehen. Auch Daimler will sein Technolgie-Zentrum in der Türkei aufbauen, über den auch der SAP-Support abgewickelt werden soll. Da machen die nichts falsch. Beide Unternehmen haben schon reichhaltige Türkei-Erfahrungen und können den Markt und ihre Chancen gut einschätzen.

Hierzu fanden sich vor kurzem mindesten 50 Jobanzeigen auf dem größten Jobportal Türkeis kariyer.net. Doch so einfach lassen sich die passenden Mitarbeiter nicht finden. Die Türken sind (noch) zu unerfahren, die europäischen Türken aufgrund der niedrigen Löhne kaum interessiert. Auf kariyer.net finden sich u.a. noch 20 Mio. aktive Lebensläufe von unzufriedenen Menschen, die einen Job suchen, während sie sich durch den jetzigen Arbeitgeber bezahlen lassen.

Beispiel: Yandex

Noch vor den Amis und den Europäern erkannte Russland das Potenzial in der Türkei. Yandex errichtete m.W. schon letztes Jahr ein Entwicklungscenter in Istanbul. Bei Google & Co. läuft es auch so schon sehr gut. Nicht jeder muss in die Türkei.

Das Zentrum sollte zu 50% aus russischen und zu 50% aus türkischen Entwicklern bestehen. Das ist gut. Denn nur so kommt der Technologietransfer zustande, den die Türkei dringend braucht. Transferiert werden eher Daten von Türken nach Russland. 🙂

Chancen & Risiken

Wie oben gezeigt, ist zu sehen, dass Arbeit auch aus dem tertiären Bereich weiter in Richtung Osten wandert. Sollte das Modell aufgehen und Länder wie die Türkei diese Chance nutzen, dann wird sich die Jobwelt immer weiter nach Asien verschieben.

Einem Experten zufolge wird das neue Finanzzentrum der Welt in Singapur und drumherum liegen. China, Indien, Malaysia, Indonesien. Da wird die Türkei wohl nur das eine Ende darstellen. Einen einzigen Finanzzentrum wird es nicht geben. Da haben andere auch ein gewichtiges Wort mitzureden. Türkei wird nicht das eine Ende bilden sondern auf halber Strecke dort hin, sogar einen noch wichtigeren Zentrum der Region in Istanbul haben.

Ich glaube aber eher, dass es mehrere Zentren geben wird und dass die USA und auch Europa immer weiter an Bedeutung verlieren werden. Die arbeitsfähige Jugend wird eben nicht in Europa großgezogen und früher oder später wird die Kinderlosigkeit in Europa zu einem echten Problem. Viel junges Volk gibt es in der Türkei schon, nur denen muss man Arbeit geben können. So bleiben sie nur dem Arbeitsmarkt fern und verlieren die Lust. Danach sind sie kaum zu motivieren.

Es gibt jedoch auch Risiken. Sowohl für die Unternehmen als auch für die Türkei. Laut einer persönlichen Einschätzung von 14 Unternehmer tragen lediglich 21% der Belegschaft dazu bei, dass die Unternehmung funktioniert. Der Rest ist mehr oder weniger nur da. Das ist hier etwas verworren formuliert vom Kollegen. Dabei merke ich, dass er mein Leser ist. (aber kein Guter)  🙂 Die Zahlen stammen nämlich von diesem Artikel

Derselbe Autor dieser Zeilen glaubt (in dem Absatz tut er so als wäre es seine Einschätzung, aber jetzt gibt er Preis, dass es doch nicht die eigene ist), dass 60% der Positionen in der Türkei fehlbesetzt sind. Die Türkei muss wie in der Textilbranche auf Qualität setzen. In diesem Sektor verstärkt auf die Qualität der Mitarbeiter. Jetzt bin ich aber vom Artikel enttäuscht. Wie ich sehe sind es nur noch zwei Absätze.

Ein schnelles, profitorientiertes Denken wird langfristig nur zu einem zweiten Indien führen, die Unternehmen sich wieder zurückziehen und die Leute auf der Straße landen. Die Unternehmen sollten statt Einsparungspotenzialen mehr auf die Schulung der Mitarbeiter wert legen.

Dies wird zwar zunächst die Kosten in die Höhe treifen. Langfristig könnte sich die Türkei damit als Qualitätsstandort mit relativ günstigen Lohnkosten etablieren. Bewiesen hat das Land es schon im Bereich der Qualitätstextilien. Über die Textilien diese Qualität auf was anderes zu beziehen ist sehr fraglich. Fakt ist aber, dass die Unternehmen wie Bosch, Toyota & Co. schon Preise für Qualität eingeheimst haben. Mensch, jetzt bin ich aber enttäuscht vom Kollegen.

Quelle : 500worte.de Foto : Von R-indern hatte ich kein Foto. Deshalb habe ich die Schafe genommen 😉

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