Der Bau des 3. Istanbuler Flughafens vor Gericht

Wie oft habe ich kritisiert, dass es unter dieser Regierung alles zu schnell geht und folglich nicht korrekt. Der Bau des Megaflughafens von Istanbul, mit einer Kapazität von 150 Mio. Fluggästen wurde angekündigt und schon gab es einen Ausschreibungstermin. Es ist gegen jegliche Logik, dass es dabei ordentlich zugegangen sein kann. So etwas braucht seine Zeit der Planung. Nein, es musste schnell gehen. Die Ausschreibung wurde realisiert. Danach kamen schon die ersten Überraschungen zum Vorschein. Ein riesiges Sumpfgebiet ließ nicht zu, dass der Flughafen auf der erwünschten Fläche und Höhe gebaut werden konnte. “Dann füllen wir auf und bauen halt höher” war die Reaktion. 90.000.000 m2 Wald, Sumpf, Seen… und einfach höher bauen wollen ? Nicht nur die Planung muss schnell gehen, auch die Realisierung. Von ähnlichen Projekten weiß man, dass die historischen Funde zu übersehen sind, denn ansonsten ist die Bauzeit von 3-4 Jahren kaum einzuhalten. Lange Rede kurzer Sinn, der Architektenkammer von Istanbul hat gegen die 1:1oo.000, 1:1500 und 1:100o Pläne eine Klage angestrebt. Ohne ein Plan würde man das gesamte ökologische System vernichten. Auch gäbe es auf den Plänen keine eingezeichneten Straßen. Ein Flughafen ohne Straßen, die dort hin führen ?

“Stellen Sie sich vor, Sie bauen den Welt größten Flughafen und legen dafür ein Plan in Maßstab 1/100.000 hin. Auf der einen Seite die 3. Bosporus-Brücke und auf der anderen der 3. Flughafen. Alles andere sieht aus, wie Flecken auf der Erde. Wie sollte es auch anders sein, bei so einem Maßstab ?” sagte die Büroleiterin der Architektenkammer von Istanbul. Sie führte weiter aus, dass der Bau momentan ohne Genehmigung realisiert werden würde. Sie würde auch verstehen, warum man vom Maßstab 1/100.000 ausgeht. Würde man dort die Straßen einzeichnen, müsste man mit vielen anderen Klagen rechnen. Also geht man so vor, dass man zuerst baut, und dann das Ganze gerade biegt, bzw. legalisiert.

Quelle : dunya-online

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