Denkanstöße zur Zukunft der Türkei – Angefangen mit der globalen Erwärmung bis hin …

dürreBitte berücksichtigen, dass durchaus mehr Denkanstöße zu liefern wäre, aber hier nur einige Punkte angeschnitten werden.

Die Überschrift sollte nicht nur die aus der  Agrarwirtschaft sensibilisieren, sondern alle. Das tut es aber nicht. Selbst zu Zeiten von Tschernobyl, als die Welt Angst vor den radioaktiven Strahlen hatte, hieß es um die Ecke, in der Türkei ; “uns wird schon nichts passieren” (bize bir sey olmaz) und das Leben ging gewohnt weiter. Anders sieht es bei der globalen Erwärmung aus. Wenn die Vorhersagen der Experten stimmen, wird die Türkei um 2070 eine Wüste sein. Auch, wenn man darauf setzen wird, dass die Experten sich irren, so kann es nur um Jahre bzw. um einige Jahrzehnte gehen.

Heute schon kann man in manchen Gegenden von England Feigen züchten und man denkt sogar dort an den Export. Das hätte jeder türkische Agrarexperte noch vor einigen Jahren für unmöglich gehalten. Also wird es ernst. Ich möchte eigentlich zeigen, dass es höchste Zeit ist in anderen Dimensionen zu denken und zu  rechnen. Türkei wird, nach den Vorstellungen der Regierung alsbald zu den 10 größten Industrien der Welt zählen. Wie soll die Rechnung aufgehen, wenn solche elementaren Dinge wie oben und die die ich noch aufzählen werde, einfach weg denkt ?

Auch sagt man, dass die Türkei in 10 Jahren, die doppelte Menge an Strom produzieren und die Schere im Handelsbilanzdefizit, um diesen Betrag geringer ausfallen wird. Dem ist aber nicht so. Denn die Türkei wird dann, als eine der großen Industrienationen, weitaus mehr als die doppelte Menge an Strom zu heute brauchen.

Der Wirtschaftsminister hat unlängst gesagt, dass die Traumvorstellung von 500 Mrd. USD an Exporten in 2023, zum 100. Jahrestag der Republik, wahrscheinlich sich eher bei 150 Mrd. USD einpendeln wird. Nicht, weil die Türkei diese Leistung zu erbringen in der Lage wäre, doch wird es an Fachkräften mangeln. Auf Schulen, die religiös ausgerichteten Unterricht anbieten, kann man nicht setzen. Aber auch die Hochschulen sind momentan Lieferanten von Arbeitslosen. Die erfasste Arbeitslosenquote bei den Akademikern liegt bei über 25%. Ein Großteil der Menschen, besonders oft die Frauen, gehen erst gar nicht in den Arbeitskreislauf und bleiben zuhause.

Ein Wirtschaftswachstum, um die 3-4 % ist für die aufstrebenden Länder, wie die Türkei eine ist, zu niedrig, als das man sich damit rühmen könnte. Der Wachstum ist außerdem der Bautätigkeit zu verdanken und ist folglich kein gesundes Wachstum.

Die Türkei wird auf ewig auf die niedrigen Mindestlöhne setzen und hoffen, dass ausländisches Kapital ins Land fließt. Das wird auch passieren, wie es momentan der Fall ist. Die ausländischen Investoren haben die meisten der Leckereien an Schlüsselindustrien schon eingeheimst. So wird die Abhängigkeit vom Ausland immer größer werden.

Der Erzabbau, wie auch sonst vieles, wird nicht effektiv genug betrieben. Folglich entscheiden sich viele Industriellen zu einer Schließung und importieren lieber. Das kann man am besten daran sehen, dass die Türkei auf einigen Segmenten führender Exporteur dieser Produkte ist, aber gleichzeitig auch der größte Importeur. Siehe Baumwolle.

Die Infrastruktur vieler Industrien, außer der Bauindustrie, wurde vernachlässigt.

Für mich ist einer, der sagt : “Die Türkei ist auf dem richtigen Weg”, nicht von dieser Welt. Dabei habe ich die Politik nicht einmal angeschnitten.

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