Türkei – Der Ausverkauf geht weiter – Die Privatisierungen verfehlen ihr Ziel

filetstück

Die Filetstücke der türkischen Wirtschaft gehen an Ausländer, Gefolgsleute von Erdogan oder beides zusammen.

Das Ministerium für Wachstum (so etwas gibt) hat auf die Dissertation des Yusuf Z. Türk berufend verkündet, dass die Privatisierungsziele verfehlt wurden. Immer noch gibt es viele Staatsunternehmen, die mit hohen Verlusten arbeiten. Viele Betriebe mussten stillgelegt werden. Einige Verlustbetriebe wurden für kleines Geld privatisiert. Mit der Folge, dass diese nicht von Staat sondern von den neuen Besitzern geschlossen wurden. Es kam bei vielen Privatisierungen raus, dass es eigentlich um Bodenspekulation ging. Da,wo früher die Betriebe standen, schießen jetzt die Skylines und EKZ’s hoch.

Da bei Privatisierungsausschreibungen immer Blockweise verkauft wurde, hat man auch das Ziel verfehlt, dass die Bevölkerung was davon hatte. Alles gehörte anschließend einem oder einigen wenigen.

Ein Paradebeispiel, wie es hätte laufen müssen, war der Börsengang der Turkish Airlines. Nur in diesem einzigen Fall erreichte man, dass die Bevölkerung was davon hatte. Die Anteile sind breit verstreut.

In der Studie von Türk wird ebenfalls unterstrichen, dass die staatlichen Betriebe der Schlüsselindustrien an die Ausländer verkauft worden. Größtes Erdölunternehmen Petrol Ofisi an OMV (A), Baskent Elektrik Dagitim ( Stromversorgung in und um Ankara) an Verbund (A),  der Petrochemieriese PETKIM an das aserbaidschanische Staatsunternehmen Socar, Sakarya Elektrik (Stromversorgung Sakarya) an das Tschechische CEZ, der Hafen in Mersin an PSA aus Singapur u.v.a.m.

Festgehalten wird außerdem, dass alles Lohnende weit unter dem Wert verkauft wurde. Tekel, die staatliche Monopolgesellschaft für Alkoholika z.B. wurde für 292 Mio. USD in 2003 verkauft. 2006 wurden 90% der Anteile für 810 Mio. USD weiterverkauft. Das Nachfolgeunternehmen könnte man heute nicht einmal für 5 Mrd. USD kaufen. Bei Petrol Ofisi zahlte man für 66% nur 1,49 Mrd. USD. Vier Jahre später wurden die restlichen 34% für 1,54 Mrd. USD verkauft.

Türk Telekom ist ein Paradebeispiel, wie Unternehmen an ausländische Unternehmen, die in einigen Fällen mit Gefolgsleuten des Herrn Erdogan in Konsortium waren, weitergereicht wurden. Der Kaufpreis von ca. 11 Mrd. TL ( ca. 3,5 Mrd. Euro) ist gerade mal die Summe der Dividendenzahlungen von 8,6 Jahren.

 

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