Türkischer Zentralbankchef knickt vor Erdogan ein

TLDer türkische Zentralbankchef hat überraschend eine Zinssenkung in Aussicht gestellt. Damit dürfte die Sorge neu entfacht werden, dass der Währungshüter dem Druck der Regierung unterliegt, die Geldpolitik lockert und die Inflation ausser Kontrolle gerät. Bei der Vorstellung des vierteljährlichen Inflationsberichts sagte Erdem Basci, die Risiken seien gesunken und der Inflationsausblick habe sich verbessert, sodass es Raum für eine begrenzte Lockerung gebe.

“Die nächsten Schritte könnten massvolle Zinssenkungen sein, doch wir werden eine straffe geldpolitische Neigung beibehalten”, sagte der Gouverneur. Erst vor drei Monaten war die Notenbank gezwungen gewesen, den Leitzins auf 10 Prozent fast zu verdoppeln, um den freien Fall der Landeswährung zu stoppen.    Mit der geldpolitische Wende in den USA und politischen Turbulenzen in der Heimat war die Lira im Zuge eines breiten Ausverkaufs in den Schwellenländern unter die Räder geraten. Gegenüber dem US-Dollar brach sie um rund 30 Prozent ein und fiel auf den tiefsten Stand aller Zeiten.    Mit den Aussagen von Basci legten Lira und Börsenkurse in Istanbul zu, während die Rendite für zweijährige Staatstitel fiel. Einige Analysten warnten, dass eine Zinssenkung voreilig sein könnte, da die Risiken für die Wirtschaft weiterhin hoch seien.    “Ich neige zu der Meinung, dass ein solcher Schritt ein Fehler wäre. Zuerst müsste es klare Anzeichen geben, dass die Inflation den Höhepunkt überschritten hat und die Leistungsbilanz wieder in die Balance kommt”, sagte Tim Ash, Marktstratege bei der Standard Bank in London. “Jede schnelle Senkung der Zinsen würde nur als eine Konzession gegenüber der Regierung gesehen werden, die vor Präsidentschaftswahlen steht. Die Glaubwürdigkeit der Notenbank steht absolut auf dem Spiel.”

Quelle : Finanzen.ch

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