Ein ‘Alman Liseli’ (Absolvent der Deutschen Schule Istanbul) ist in der Regel ein Erfolgstyp

deutscheschuleDie Deutsche Schule in Istanbul ist eine Elite-Schule. Durch die Jahre, bin ich kaum einem Absolventen begegnet, der es im Beruf nicht geschafft hätte. Die Absolventen der Deutschen Schule besuchen zumeist Universitäten im Ausland (im Besonderen Deutschland) und sind somit bevorzugte Berufsanfänger. Der spätere Erfolg der Absolventen im Berufsleben hängt größtenteils vom Zusammengehörigkeitsgefühl ab. Egal wer, welche Universität besuchte, man ist ein ‘Alman Liseli’ (Absolvent der Deutschen Schule). Nur das zählt, einzig und allein. Allerdings muss man auch erwähnen, dass dieser Zusammenhalt im Berufsleben, fast durch alle Privat- bzw. Elite-Schulen der Türkei geht. Nur bei den ‘Alman Liseliler’ halt etwas mehr. Hier noch einige Informationen über die Deutsche Schule.

Als es in der Mitte des 19. Jahrhunderts immer mehr deutsche Handwerker, Kaufleute, Ärzte und Beamte in die Hauptstadt des Osmanischen Reichs zog, stellte sich bald die Notwendigkeit, eine geeignete Schule für die Kinder zu finden. Schon 1850 wurde eine evangelische Schule gegründet. Aber die Beschränkung dieser Kinder- und Volksschule auf evangelische Kinder und ihre enge Verbindung zur preußischen Gesandtschaft hielten viele Eltern davon ab, ihre Kinder in die Aynali Cesme Sokak zu schicken. So gründeten Handwerker, Kaufleute und Angestellte, die in Istanbul lebten und arbeiteten, 1867 die “Deutsche und Schweizer Schulgemeinde”. Man mietete Räume an, und am 11. Mai 1868 begann der Unterricht in der Bürgerschule mit 23 Schülern und 2 Lehrern. Schon 1873 waren es 147 Kinder, die von 4 Lehrern unterrichtet wurden. In diesem Jahr wurden die beiden deutschen Schulen, die bis dahin nebeneinander existierten, zusammengelegt, nicht zuletzt auch deswegen, weil das 1871 geeinte Deutsche Reich eine große finanzielle Hilfe versprach.

Als “Bürgerschule” wollte man mehr sein als nur eine Elementarschule für kleinere Kinder. Welche Beachtung diese Gründung einer der ersten deutschen Schulen im Ausland fand, zeigt sich unter anderem darin, dass die Satzung des Schulvereins 1913 zur Mustersatzung für die immer häufiger gegründeten deutschen Schulen im Ausland benutzt wurde. Bald waren die angemieteten Räume zu klein und es wurde in unmittelbarer Nähe des Galataturms ein Grundstück gekauft, auf dem 1871 ein massives dreistöckiges Schulgebäude errichtet werden konnte.

Die Schule entwickelte sich rasch. Schon 1884 besuchten 180 Jungen und 13 Mädchen die 4 Elementarklassen und die sich anschließenden 3 höheren Knaben-, bzw. 4 höheren Mädchenklassen. Interessant ist, dass die Schule immer attraktiver wurde für Kinder nicht-deutscher Eltern. Neben Deutschen, Schweizern und Österreichern besuchten Kinder aus 13 Nationen die Bürgerschule, allein 22 Kinder gaben türkisch als Nationalität an.

Im gleichen Tempo änderte sich auch der Charakter der Schule. Alsbald entwickelte sie sich zur Realschule bzw. zur Höheren Mädchenschule, in der die Kinder bis zu ihrem 16. Lebensjahr blieben. Die Lehrpläne entsprachen immer mehr denen im Deutschen Reich. Das hohe Niveau ist wohl einer der wesentlichen Gründe, warum der Anteil der nicht-deutschen bzw. der türkischen Kinder immer stärker anstieg.

Kein Wunder, dass das Schulgebäude mit der Zeit die ständig wachsende Schülerzahl nicht mehr fassen konnte. Hinzukam, dass die inzwischen rundherum entstandenen Wohnhäuser die Schule immer mehr einschnürten. Ein Naturereignis löste das Problem auf tragische Weise. Am 10 Juli 1894 zerstörte ein schweres Erdbeben unzählige Gebäude in Istanbul. Auch die Schule bekam ihren Teil ab, die Schäden waren nicht mehr zu beheben. Die Schulgemeinde sammelte unter den Deutschen in Istanbul und im Deutschen Reich 100 000 Mark – eine für die damalige Zeit erhebliche Summe – und auf dem neu angekauften Grundstück unterhalb der Tekke konnte im Jahre 1897 ein weiträumiges Schulgebäude errichtet und bezogen werden. Selbst dieses große Schulhaus war zeitweise nicht weiträumig genug, denn während des 1. Weltkriegs nahm die Zahl der Schüler derart zu, dass für 6 Klassen ein weiteres Gebäude angemietet werden musste. Ein Grund für die hohe Zahl von über 1000 Schülern ergab sich aus der Möglichkeit, eine auch in Deutschland anerkannte Realschulabschlussprüfung durchzuführen. Diese Berechtigung erhielt die Deutsche Schule Istanbul als erste deutsche Auslandsschule im Jahr 1898 nach dem Besuch des Deutschen Kaisers.

Neben der Realschule besaß die Deutsche Schule Istanbul auch einen Handelsschulzweig, Der erfolgreiche Abschluss dieser Institution berechtigte die Absolventen zum Besuch einer Handelshochschule in Deutschland. Gekrönt wurde diese Entwicklung 1911 durch die Erweiterung zur Oberrealschule. Der erste Schüler, der diesen begehrten Abschluss erlangte, war ein türkischer Schüler jüdischen Glaubens.

Nach dem 1. Weltkrieg wurde die Türkei im Vertrag von Sevres gezwungen, alle Deutschen des Landes zu verweisen und die deutschen Einrichtungen zu schließen, so auch die Deutsche Schule. Erst der Freiheitskrieg, die Gründung der Türkischen Republik und der Vertrag von Lausanne brachten die Wende. Am 10. November 1924 konnte die Schule wiedereröffnet werden, zunächst in einem angemieteten Haus, ab 1925 in ihrem alten Gebäude, das bis dahin als französische Kaserne gedient hatte.

In einer früheren Festschrift heißt es dazu: “Denn kaum hatte die Türkei durch die Genialität und Energie ihres bewundernswerten Erneuerers Kemal Atatürk ihre volle Souveränität wiedergewonnen, da öffnete sie ihr Land alsbald wieder den Deutschen und bewilligte ihnen die Wiedereröffnung ihrer kulturellen Einrichtungen im früheren Umfang”.

Die Schule wurde von der türkischen und nicht-türkischen Bevölkerung angenommen: Schon im ersten Jahr ihrer Wiedereröffnung saßen fast 600 Schüler in den völlig renovierten Räumen. Wie schon zur Zeit des Deutschen Kaiserreichs sahen auch die Verantwortlichen in der Weimarer Republik die Unterstützung der Deutschen Schule Istanbul als eine erstrangige Verpflichtung an. Die türkische Bildungsreform trug unter anderem durch die Einführung des lateinischen Alphabets wesentlich dazu bei, dass das Erlernen von Fremdsprachen erheblich erleichtert wurde, dass die Schulbildung insgesamt sich mehr nach Europa hin öffnete und zugleich die türkische Sprache und türkische Kulturfächer neben den Deutschunterricht und deutschsprachigen Fachunterricht traten.

Die Zahl der Schüler stieg bis 1931 auf über 800. Dass nach 1933 der Ungeist nationalsozialistischer Erziehung nur bedingt Einzug in die Schule hielt, verdankt die Schule der Tatsache, dass die 626 Schüler, die 1938 noch die Schule besuchten, insgesamt 21 Nationen angehörten. Direktor Scheuermann verstand es geschickt die Unabhängigkeit der Schule zu wahren. Auch gab es Lehrerpersönlichkeiten wie Dr. Herbert Rohfritz, die trotz aller Anfeindungen ihre Schüler im Sinne des Humanismus der deutschen Bildungstradition unterrichteten.

1944 musste die Schule erneut schließen. Doch kaum vier Jahre nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland, wurde die Deutsche Schule Istanbul 1953 als Oberrealschule feierlich wiedereröffnet. Welche Bedeutung der Schule von Seiten des Bundes beigemessen wurde, zeigten nicht nur die Besuche des Bundeskanzlers Konrad Adenauer 1954 und des Bundespräsidenten Theodor Heuss 1957, sondern auch die finanziellen Zuwendungen, die es ermöglichten, den Unterricht vorbildlich auszustatten. Der Erfolg und die Resonanz in der Bevölkerung Istanbuls blieben nicht aus. Schon 1958 besuchten fast 1000 Schüler die DSI, die sich erneut einen geachteten Platz im Bildungssystem der Türkei erwarb. 42 Lehrkräfte aus Deutschland und ihre 23 türkischen Kollegen und Kolleginnen gaben der Schule ein pädagogisches Profil, das ihrer langen beachtenswerten Tradition gerecht wurde.

Einen großen Anteil daran hatte Direktor Anstock, einer der vielen Deutschen, die in der Türkei Asyl fanden. Er war seinem akademischen Lehrer, dem Romanisten Leo Spitzer, in die Emigration gefolgt und wirkte in Istanbul zunächst als Lehrer und ab 1961 auch als Leiter der Deutschen Schule. In dieser Zeit war die Schülerschaft nochmals angestiegen. Dies war einerseits ein stolzer Beweis für das Ansehen der Schule, hatte andererseits aber auch negative Folgen für das Leistungsniveau und die Disziplin der Schüler. Beschränkungen bei der Aufnahme und strengere Versetzungskriterien schufen Abhilfe und senkten die Zahl der Schüler und Schülerinnen auf 835 im Jahr 1967. Glücklicherweise wurde damals die Zahl der aus der Bundesrepublik vermittelten Lehrer nicht in gleichem Maße gekürzt. Die wirtschaftliche Situation machte es möglich, die damalige kulturpolitische Weitsicht wies die Perspektive.

Im Rahmen der Entwicklungen im türkischen Schulwesen war es der Schule ab 1966 möglich, schuleigene Lehrpläne für türkische und nicht-türkische Schüler zu konzipieren. Diese waren allerdings so abzustimmen, dass sie sowohl das türkische Curriculum wie auch das deutsche beinhalteten und somit auch von der deutschen Kultusministerkonferenz hinsichtlich der Durchführung des deutschen Abiturs genehmigt werden konnten.

Eine Zäsur auch für die Deutsche Schule brachte die türkische Schulreform des Jahres 1997. Die türkischen Grundschulen mussten nun Schüler bis einschließlich Klasse 8 unterrichten. Damit fiel die “Orta” auch für die Deutsche Schule weg, die der Sekundarstufe I im deutschen Schulsystem entspricht. Für die türkischen Schüler gab es nach dem Bestehen der zentralen, staatlich kontrollierten türkischen Aufnahmeprüfung nur noch die vierjährige Lise-Stufe mit einem Vorbereitungsjahr (Hazırlık). In diesen fünf Jahren sollten von nun an Alman-Schüler und Schülerinnen ebenso auf die Allgemeine Deutsche Hochschulreifeprüfung vorbereitet werden wie alle ihre Vorgänger in acht Jahren. Diese schulische Vorgabe war für die betroffenen Schüler und Lehrkräfte eine große Herausforderung und für viele auch ein sehr hohes Hindernis.

Für die nicht-türkischen Schüler der Sekundarstufe I hatte die Schulreform zur Folge, dass keine Klassen mehr existierten, in denen sie mit Duldung der türkischen Schulbehörden eine Schullaufbahn als “Gastschüler” einschlagen konnten. So musste aus den Klassen 5 bis 8 eine einzügige Schule mit gymnasialem Profil gebildet werden, die nicht der türkischen Schulaufsicht unterliegt und den nicht-türkischen Schülern ermöglicht, nach dem Übergang in die vierjährige Oberstufe (Klassen 9 bis 12) eine achtjährige Schule bis zum Abitur zu durchlaufen. Diese Schule nennt sich bis heute “Privatschule der deutschen Botschaft Ankara – Zweigstelle Istanbul – Sekundarstufe I”.

Gegenwart und Ausblick  

Mit der auch räumlich sichtbar gewordenen Trennung der Schule in zwei Systeme war die Zeit, als die Deutsche Schule Istanbul noch eine Einheit mit einem umfassenden Begegnungscharakter darstellte, endgültig vorbei. Doch dieser so unglückliche Umstand, gerade auch für Ehemalige und Absolventen wie für Freunde der DSI, die „ihre“ Schule im Vergleich zu heute aus ganz anderer Perspektive und fast ein wenig verklärt sehen, stellte sich beim Übergang in das nächste Jahrtausend nur als eines von vielen Problemen für die neue Schulleitung dar.

Die Virulenz weltweiter Veränderungen in einer sich immer enger verzahnenden Welt und den damit einhergehenden wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Umwälzungen erfasste mit ihren Ausläufern auch die 117 deutschen Auslandsschulen. Weit über 40 vermittelte Auslandsdienstlehrkräfte unterrichteten in den 80er und 90er Jahren an unserer Schule. Anfang 2000 waren es gerade noch 18 Lehrpersonen dieser Art, ergänzt durch wenige sogenannte Bundesprogrammlehrkräfte. Dennoch sollte die Deutsche Schule Istanbul mit ihren durchschnittlich 800 Schülern und Schülerinnen in ihrer Struktur als 6-zügiges Gymnasium erhalten bleiben. Es war eine der schwierigen Aufgaben des Schulleiters, die dafür benötigten weiteren Lehrer als sogenannte deutsche Ortslehrkräfte anzuwerben.

Neben dem verheerenden Erdbeben von 1999 in Adapazarı, das in den Jahren danach viele Lehrer von einer Anstellung in Istanbul abhielt, stellte sich auch das Angebot an qualifizierten Lehrkräften auf dem „freien Markt“ als Problem dar. Eine ausreichende Planungssicherheit konnte es auch aus einem anderen Grund nicht mehr geben. Bundesprogrammlehrer und Ortslehrkräfte waren oft Berufsanfänger, die nach ihrem Referendariat keine Anstellung fanden und das Ausland als Warteschleife für eine spätere Einstellung in den innerdeutschen Schuldienst nutzten. Sobald sich eine Chance für eine Einstellung in Deutschland ergab, verließ man umgehend die Schule, in manchen Fällen sogar während des laufenden Schuljahres.

Eine Entspannung dieser vor allem auch für Schüler und Eltern äußerst unbefriedigenden Situation stellte sich erst in den letzten Jahren durch neue schuleigene Vertragsmodalitäten ein und als es gelang, gut qualifizierte Lehrkräfte für eine länger dauernde Lehrtätigkeit zu verpflichten.

Im pädagogischen Bereich musste auf die einschneidende türkische Schulreform ebenfalls reagiert werden. Dies geschieht seit 2002 vor allem in den unteren Klassen durch spezielle Fördermaßnahmen mit Klassen- und Fächerteilungen in kleine Lerngruppen und entsprechend hohem Personalaufwand.  Auch im gymnasialen Zweig der nicht-türkischen Schüler sind neue Schülerkonstellationen zu beobachten. Immer mehr deutsche und gemischt-nationale Familien, die ihren Lebensmittelpunkt in die Türkei verlegt haben, versuchen ihre Kinder an der Deutschen Schule unterzubringen. Ein nicht unerheblicher Teil davon kann aber den von der Schule geforderten gymnasialen Ansprüchen nicht genügen. Eine Aufteilung der Schule in ein dreigliedriges Schulsystem kann mangels geeigneter Schülerzahlen nicht durchgeführt werden. So versucht die Schulleitung das Problem dadurch in den Griff zu bekommen, dass ab 2002 neben speziellen Aufnahmekriterien und auch ein besonderer Förderrahmen für nicht-gymnasial eingestufte Schüler erarbeitet wurde und seitdem erfolgreich praktiziert wird. Auch diese Maßnahme ist sehr personalintensiv. Dennoch unterstützt der Verein zum Betrieb der Deutschen Schule Istanbul als Schulträger diese Schulentwicklung in vollem Umfang.

Sorgen bereitete der bauliche Zustand der Schule, sowohl was den Sicherheitsaspekt wie auch die Ausstattung des Untergeschosses der Schule betraf, dort vor allem die sanitären Anlagen. Es existierten zwar schon damals umfangreiche Pläne zur Sanierung und Renovierung der gesamten Schule, auch waren die erforderlichen Gelder genehmigt, doch die geänderte wirtschaftliche Lage in Deutschland sowie unklare Verfahrensweisen verhinderten, das angestrebte Bauziel zu erreichen. Der Vorstand des Schulvereins und die Schulleitung planten nun mit vereinten Kräften eine Sanierung der nötigsten Schwachstellen wie Elektrizität, Wasser und Heizung auf schuleigene Kosten. Im gleichen Atemzug wurde die Renovierung des gesamten Untergeschosses vorgenommen, sowie der Neubau der Schülerbibliothek im Dachgeschoss des sogenannten Turms im Südflügel der Schule durchgeführt.

Bei diesem persönlichen und finanziellen Kraftakt sollte es allerdings nicht bleiben. Auch wenn durch die erfolgten Baumaßnahmen die Sicherheit der Schule erheblich verbessert wurde, ergab ein wissenschaftliches Gutachten der technischen Universität, dass die Fundamente des Gebäudes wie auch die darüber liegenden Räume den neuen Sicherheitsstandards hinsichtlich der Erdbebensicherheit entsprechend zu sanieren sind. Mit großem persönlichen und zeitlichen Aufwand machten sich im Jahr 2003 Vorstand und Schulleitung daran, das Großprojekt in Gang zu setzen. Inzwischen stellte die Schule auch einen Finanz- und Verwaltungsleiter ein, der nach und nach die Aufgaben übernehmen konnte, die bis dahin der Schulleiter über seinen eigentlichen Aufgabenbereich hinaus leistete. In den nächsten beiden Jahren waren Ärger und Frust wie auch die Sorge um den Beginn der Sanierung ständiger Begleiter aller Beteiligten. Doch in den Sommerferien 2005 war es endlich soweit. In einer ersten Bauphase konnten die Fundamente des Südflügels der Schule saniert werden. In der Praxis wurde deutlich, wie schwierig diese Arbeiten, technisch und organisatorisch, durchzuführen waren. Bis zum Jahr 2008 sollen nun, jeweils in den Sommerferien, die weiteren Bauabschnitte umgesetzt werden. Gleichzeitig läuft die Umstrukturierung vieler Räume im Nordflügel. Darunter fällt ebenfalls die Schulleiterwohnung, die in früheren Zeiten die enge Verbundenheit des jeweiligen Schulleiters mit „seiner“ Schule symbolisierte.

Auch die Klassenzimmer werden weiter renoviert. Alle Räume sollen so umgestaltet werden, dass sie höchsten technischen Standards im Unterricht der Zukunft entsprechen. Aber auch die Lehrkräfte sollen für die Zukunft vorbereitet werden. Nicht nur die neu Eingestellten sollen best ausgebildet die Schule mit ihrem Wissen bereichern, sondern auch diejenigen, die schon einige Zeit an der Schule unterrichten. Selbst Verwaltungsleiter und Vorstand sollen teilhaben an einer Schulentwicklung. Dazu haben Schulleitung und Vorstand, Lehrer, Schüler und Eltern im Jahr 2005 ein Leitbild entwickelt, welches das Ideal der Deutschen Schule Istanbul beschreiben soll. An der Verwirklichung der zehn Leitsätze arbeiten seitdem verschiedene Projektgruppen mit großem Engagement.  Qualitäts- und Personalmanagement, unterrichtliche und personelle Evaluation sind heutzutage vertraute Begriffe an unserer Schule. Dies zeigt, wie stark auch die Schule in den Wandel der Gesellschaft mit einbezogen ist. Nur wenn beide, Schule und Gesellschaft, sich ihrer Verantwortung bewusst sind und die Entwicklung der neuen Generationen mittragen, sind sie den künftigen Aufgaben gewachsen und können die heranwachsenden jungen Menschen befähigen, in der Welt von morgen eine ihrer jeweiligen Begabung angemessene Rolle zu übernehmen.

Die Schule muss ihren Standort finden, von dem aus sie erziehen und führen kann. Ein Zitat aus der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum unserer Schule besitzt heute wie im Jahre 1968 seine Gültigkeit: „Ihre innere Geschlossenheit kann sie (die Schule) nur dann erlangen und bewahren, wenn in ihr gilt, was für jedes echte Zusammenleben Grundvoraussetzung ist: das freimütige Wort und die offene Tür, das sachliche Argument und die freundschaftliche Aussprache, die Abneigung gegen Vorurteile und Aufgeschlossenheit gegenüber Sprache, Sitte, Kulturvergangenheit und -gegenwart des anderen, das Bewusstsein persönlicher und allgemeiner Verantwortung, aber auch – neben einer guten Portion Freude am Lachen und Leben – der Zweifel, ob man das Seinige auch tatsächlich richtig macht”  .

Quelle : ds-istanbul.de

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