Ayhan K. (Reinigungskraft)

ayhank.Ayhan K. arbeitet in der deutschen Botschaft in Ankara. Sein Bild vom ‘Deutschen’ ist anders und weicht vom Meinungsbild der Masse ab. Das kann natürlich auch daran liegen, dass er hoch auf dem Leiter steht und einen anderen Blickwinkel hat. 😉

Ayhan K. (Reinigungskraft)

Wie sieht dein Tagesablauf in der Botschaft als Reinigungskraft aus?

– Mein Tag fängt um sieben Uhr an. Ich gehe zunächst in die Küche und bereite Tee für die Mitarbeiter zu. Dann verteile ich die Wasserkanister an jedes Gebäude. Darüber hinaus kümmere ich mich um die Vernichtung von Dokumenten und das Recyclen von Papier. Das Papier, das recycelt werden kann, wird von einer Firma abgeholt – ich bereite alles für den Abtransport vor. Außerdem behalten wir immer im Auge, welche Mitarbeiter im Urlaub oder auf Reisen sind, damit wir in die Büros gründlich reinigen können.

Wie bist du zur Botschaft gekommen?

– Das ist eine schöne Frage. Ich bin seit 23 Jahren in der Botschaft. Zwei Gebäude auf dem Gelände wurden erst Anfang der 90er Jahre gebaut. Ich habe auf der Baustelle als Mechaniker gearbeitet. Meine Baufirma und die Botschaft waren sehr zufrieden mit meiner Arbeit und so hat meine Baufirma der Botschaft empfohlen, mich einzustellen. Das war natürlich ein Traum für mich und als es wirklich geklappt hat, konnte ich es kaum glauben. Ich bin hier sehr glücklich und zufrieden.

In 23 Jahren sieht man viele kommen und gehen. Das ist manchmal schwierig für uns Ortskräfte hier in der Botschaft. Man gewöhnt sich an die Mitarbeiter, die aus Deutschland nach Ankara geschickt werden. Wenn wir sie gerne mögen und sie dann nach drei Jahren gehen, fällt uns der Abschied schwer. Das ist aber natürlich nicht bei allen so [lacht].

Was ist für dich typisch deutsch?

– Für mich ist Pünktlichkeit eine typisch deutsche Eigenschaft. Ich erinnere mich noch an einen Leiter der Visastelle, der war immer überpünktlich. Dieses Verhalten habe ich dann für mich auch als Muster übernommen.  Deutsche haben keine Vorurteile, hören zu, wenn man ihnen etwas erzählt. Außerdem arbeiten die Deutschen gern und sie trennen den Beruf vom Privatleben. Ich habe in den 23 Jahren hier viel über Deutschland gelernt, obwohl ich noch nie da war.

Bild: Deutsche Botschaft Ankara

 

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