Türkei-Business – Auf die Füße Treten, Belästigen, Treten, Schlagen …

bigboss

Der Selfie vom Big Boss 🙂

Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Türkei betrug in 2013 satte 35 Mrd. Euro. Eine absolute Win/Win Situation, die es auszubauen gilt. Nur ist das leichter gesagt als getan. Zum einen muss man auf der deutschen Seite hart daran arbeiten, wenn man die deutschen Unternehmer und Unternehmen für die Türkei begeistern möchte. Wenn diese die Türkei noch nie im Fokus gehabt haben, dann heißt es zumeist : “Ach, da haben wir im letzten Jahr Urlaub gemacht. Die Türken sind ja sooo was von gastfreundlich.” Ende !

Waren im Wert von 22 Mrd. Euro hat die deutsche Industrie Richtung Türkei exportiert. 5.500 deutsche Unternehmen sind bereits in der Türkei und ein Teil der türkischen Wirtschaft.

Aus der Entfernung können die Deutschen nicht wissen, wie es mit der Konsumfreude in der Türkei und dem Markt an sich ausschaut und wie die Menschen auf “Made in Germany” stehen. Die deutsche Industrie könnte sich besser positionieren und die Exporte von 22 Mrd. Euro derzeit, weitaus höher gestalten.

Auf der anderen, der türkischen Seite, sieht es nicht minder leichter aus. Hier werden die Exporte eher zufällig realisiert. Kaum Export-Abteilungen, keine Vertriebsorganisationen und kein Plan, wie man Vorwärts machen sollte. Wären die Deutsch-Türken in Deutschland nicht da, würden die türkischen Exporte nach Deutschland von ca. 13 Mrd. Euro weitaus geringer ausfallen. Die Hemmschwelle ist groß bei den Türken. Wo soll man anfangen, wie soll man sich verständigen, wie hoch sind die Anforderungen, welche Standards müssen erfüllt werden, wie knüpfe ich Kontakte, wo und wie finde ich die gesuchten Anlagen u.v.a.m. stehen im Raum. Da orientiert man sich lieber gen Osten. Da kann man sich zwar auch nicht verständigen aber zumindest geht man von weniger Peinlicherem aus als dies Richtung Europa möglich wäre.

Auf die Füße treten, schlagen, belästigen, dranbleiben… heißt die Devise auf beiden Seiten. Bei den Deutschen muss man es tun, damit die überhaupt Richtung Türkei schauen und die Chancen für sich entdecken. Hat das geklappt, geht der noch schwierigere Teil los. Den türkischen Unternehmer wachküssen. Da muss man zuerst man an der Telefonzentrale vorbei an die richtige Stelle verbunden werden. Die richtige Stelle ist immer die Falsche. Keiner möchte die Verantwortung übernehmen. Zu groß sind die Ängste, die ich oben zum Teil aufgezählt habe. Dennoch muss man dranbleiben. Immer wieder anrufen, sich weiterverbinden lassen, Gesprächstermin vereinbaren, an den Entscheider gelangen. Das ist zumeist der ‘Big Boss’, der Firmeninhaber. Nach eigenen Erfahrungen aus 27 Jahren schätze ich die Quote der Einkäufer, die wirklich eigenständig eine Kaufentscheidung treffen können und dürfen unter 1%. Also, nicht lange Zeit verlieren. Entweder sitzen Sie vor dem ‘Big Boss’ oder Sie haben von Anfang an die schlechteren Karten.

Einmal in Fahrt gekommen, läuft die türkische Business-Maschinerie. Bis es soweit ist, müssen Sie daran hart arbeiten (...oder arbeiten lassen). Hartnäckig bleiben und die Menschen zu Ihrem Business-Glück zwingen.  Übrigens, wenn Sie den Erstkontakt per E-Mail tätigen, dann war das der ‘Letztkontakt’. Ausnahmen mögen die Regel bestätigen aber möchten Sie darauf setzen ? Dann empfehle ich Ihnen Lotto zu spielen. Da ist die Chance wenigstens 140.000.000 : 1 🙂

 

 

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