Änderung im Aufenthaltsrecht für Ausländer in der Türkei

fahnenAm 11.04.2014 tritt das neue türkische Ausländergesetz in Kraft. Die Botschaft möchte Sie über die Grundzüge des neuen Rechts informieren:

Deutsche Staatsangehörige können sich in der Türkei bis zu 90 Tagen weiterhin ohne eine Anmeldung oder Genehmigung aufhalten. Ist ein Aufenthalt in der Türkei von mehr als 90 Tagen geplant, sind sie verpflichtet, eine Aufenthaltserlaubnis zu beantragen. Die Aufenthaltserlaubnis wird ungültig, falls sie nicht innerhalb von 6 Monaten genutzt wird. Ist ein Aufenthalt von mehr als 90 Tagen absehbar, so sollte vor der Einreise bei den zuständigen Auslandsvertretungen der Türkei in Deutschland eine Aufenthaltserlaubnis beantragt werden.

Verfügt der deutsche Staatsangehörige über eine Arbeitserlaubnis, so muss keine Aufenthaltserlaubnis beantragt werden.

Aufenthaltserlaubnisse werden zu den nachfolgend aufgelisteten Aufenthaltszwecken erteilt:

1)      Eine Kurzzeit-Aufenthaltserlaubnis (=Kisa Dönem İkamet İzni) kann u.a. Wissenschaftlern, Eigentümern von Immobilien in der Türkei, Geschäftsleuten, Touristen (Aufzählung nicht abschließend) für eine Dauer von maximal einem Jahr erteilt werden. Hält sich der Inhaber  einer Kurzzeit-Aufenthaltserlaubnis innerhalb des Jahres mehr als 120 Tage außerhalb der Türkei auf, ist eine erneute Erteilung bzw. Verlängerung der Kurzzeit-Aufenthaltserlaubnis ausgeschlossen.

2)      Eine Familien-Aufenthaltserlaubnis (=Aile İkamet İzni) kann ausländischen Ehepartnern und ausländischen Kindern eines türkischen Staatsangehörigen oder eines Ausländers, der im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis ist, für jeweils maximal zwei Jahre erteilt werden, wenn u.a. der Lebensunterhalt gesichert ist und ausreichender Wohnraum zur Verfügung steht. Die Gültigkeitsdauer der Familien-Aufenthaltserlaubnis kann zeitlich nicht über die Gültigkeitsdauer der Aufenthaltserlaubnis des Ehepartners hinausgehen. Sobald der Inhaber einer Familien-Aufenthaltserlaubnis sich im zurückliegenden Kalenderjahr mehr als 180 Tage  außerhalb der Türkei aufhält, ist eine erneute Erteilung bzw. Verlängerung ausgeschlossen. Im Falle einer Scheidung kann der ausländische Ehepartner eines türkischen Staatsangehörigen eine Kurzzeit-Aufenthaltserlaubnis erhalten, wenn er seit mindestens drei Jahren im Besitz einer Familien-Aufenthaltserlaubnis war. Bei Auflösung der Ehe durch Tod kann der ausländische Ehepartner eine Kurzzeit-Aufenthaltserlaubnis erhalten, ohne dass eine Mindestdauer der bisherigen Aufenthaltserlaubnis erforderlich ist.

3)      Eine Studien-Aufenthaltserlaubnis (=Ögrenci İkamet İzni) kann Ausländern, die an einer Hochschule in der Türkei  studieren wollen, erteilt werden. Die Studien-Aufenthaltserlaubnis wird für ein Jahr erteilt und kann bis zur Beendigung des Studiums jeweils um ein Jahr verlängert werden.

4)      Mit Zustimmung des Innenministeriums kann eine Langzeit-Aufenthaltserlaubnis (=Uzun Dönem İkamet İzni) Ausländern, die sich ununterbrochen mindestens 8 Jahre legal in der Türkei aufgehalten haben und deren Lebensunterhalt gesichert ist, erteilt werden. Inhaber einer Langzeit-Aufenthaltserlaubnis dürfen grundsätzlich ohne zusätzliche Arbeitserlaubnis eine Erwerbstätigkeit ausüben. Es bestehen jedoch Beschränkungen hinsichtlich der zugelassenen Berufe. Die Langzeit-Aufenthaltserlaubnis wird aufgehoben, wenn sich deren Inhaber länger als ein Jahr im Ausland aufhält, es sei denn, Gründe wie Gesundheit, Bildung, Militärdienst erfordern dies.

Quelle : Deutsche Botschaft in Ankara

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