Kardinal Meisner äußert sich zu wirtschaftliche Themen : “1 Euro von Euch sind 3 TL”

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Joachim Kardinal Meisner, Gemälde von Gerd Mosbach, 2010

Kardinal Meisner zu Katholiken: “Eine Familie von euch ersetzt mir drei muslimische”. Ich denke er hat sagen wollen, dass 1 Euro gleich 3 TL  sind. Da fielen ihm aber die Währungen nicht ein aber er wusste, dass die EU christlich ist also musste der Rest muslimisch sein.  Egal, mit seiner Äußerung hat er den Tag von Erdogan gerettet. Er hat bestimmt den existierenden Text seiner Berliner-Rede für den 04. Februar, die er während seines Deutschland-Besuches abhalten wollte, in den Müll geschmissen bzw. neu formuliert. Jetzt hat er den Aufhänger, Dank Kardinal Meisner.

Bleiben wir bei der Wirtschaft. Bleiben wir in der Türkei. Die Zinserhöhung der türkischen Zentralbank hat nicht viel auf die Devisenkurse bewirken können. USD und Euro steigen wieder an. Für die Unternehmen, die sich auf Devisenbasis verschuldet haben, wird es bald keine Rettung mehr geben. Die Margen am Markt sind allgemein sehr gering. Hinzu kommt, dass die meisten Unternehmen auf Darlehen auf Devisenbasis haben. Somit haben die Schulden dieser innerhalb weniger Wochen um 20-30% vermehrt. Ein kaum zu steuernder Zustand, wenn man nicht über gewaltige Geldreserven verfügt.

Normalerweise müssten die Exporte explodieren. Die türkischen Produkte müssten doch jetzt viel günstiger zu bekommen sein. Theoretisch gesehen “Ja”. Nur muss man wissen, dass die Türkei nicht besonders exportorientiert operiert. Die Steigerungen der Exporte der letzten Jahre, trotz Wirtschaftswachstum, sind minimal. Hinzu kommt, dass die Türkei 82% an Rohstoffen, Teile, Halbfertigerzeugnisse importieren muss. Um 100 Euro an Waren zu exportieren, muss also für 82 Euro importiert werden. Wenn man berücksichtigt, dass die TL in den letzten Wochen über 20% an Wert verloren hat, wird der Importanteil kaum zu finanzieren sein. Dabei müssen auch noch die bestehenden Devisendarlehen bedient werden. Der USD steht bei ca. 2,27. Viele Experten schätzen, dass bei 2,40 einige 10Taunsend Unternehmen nicht mehr geben wird.

Das wird wohl so oder so passieren. Die Unternehmer sind mit heute und jetzt befasst. Sie finden heute schon kein Ausweg. Jeder versucht den Tag zu retten. Aus meiner Umgebung höre ich niemanden sagen : “Jetzt müsste, ……. passieren, damit alles wieder ins Lot kommt.”

Jetzt kommt mein Klassiker 😉 Türkei bleibt als Produktionsstandort immer ein Faktor. Die Menschen leben auch zu Krisenzeiten über ihre Verhältnisse bzw. geben Geld aus als wäre es heute der letzte Tag. Jede Krise ist eine Chance und die ausl. Unternehmer nutzen dieses voll aus. Viele Unternehmen wechseln die Besitzer. Der Ministerpräsident kommt in einigen Tagen in Berlin an und trifft Angela Merkel. Auch gibt es dort eine große Kundgebung von ihm (und gegen ihn auch). Danach müssen wir schauen, welche Themen in den Vordergrund rücken. Nur die Wirtschaftsküche brodelt und sollte immer im Blickfeld bleiben.

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