Türkische Bauunternehmen – 38 sind unter den Top 250

Istanbulfinans138 türkische Baufirmen unter Top 250 der Welt – Knapp 24 Mrd. Dollar an Auslandsprojekten 2013 – Afrikanische Länder südlich der Sahara als künftiges Wachstumsziel.Türkische Bauunternehmer mischen immer stärker im internationalen Baugeschäft mit. Ihre geografischen Domänen sind Russland, muslimische Länder und die Turkstaaten. Nach massiven Einbrüchen in Nordafrika wollen die Türken in Zukunft südlich der Sahara Fuß fassen. Während der türkische Inlandsmarkt sich mit öffentlichen Bauaufträgen über Wasser hält, boomt das Auslandsgeschäft für türkische Baufirmen. Konstruktionsfirmen ziehen Großaufträge über 100 Mio. Dollar (72,88 Mio. Euro) an Land, türkische Unternehmer exportieren jährlich über 20 Milliarden Dollar an Baumaterial. Die Türken bauen Flughäfen, Autobahnen, Brücken, Industrieanlagen, Ölraffinerien, Kraftwerke, Bewässerungsanlagen, Wohnkomplexe und Rieseneinkaufszentren für ihre Nachbarstaaten und Auftraggeber rund um die Welt.

Der Bausektor hat nach Zahlen des türkischen Wirtschaftsministeriums im Zeitraum Jänner bis Ende November dieses Jahres Auslandsaufträge in Höhe von knapp 24 Mrd. Dollar an Land gezogen. Im Vorjahr hat die Bauzunft den Rekordwert von 27 Mrd. Dollar an Auslandsaufträgen ausgewiesen. Für 2013 meldet die Bauindustrie zwar nur rund die Hälfte der Auftragszahl vom Vorjahr, das durchschnittliche Auftragsvolumen hat sich hingegen beinahe verdoppelt. Turkmenistan, die Russische Föderation und der Irak gehören aktuell zu den wichtigsten Auftraggebern für den türkischen Bausektor. Heuer hat Turkmenistan an türkische Baufirmen Aufträge von mehr als 10 Mrd. Dollar vergeben, mit einem durchschnittlichen Auftragsvolumen von über 200 Mio. Dollar. Das sind 44 Prozent der ausländischen Aufträge der Branche für 2013. Weitere Milliardenverträge haben Bauunternehmer im laufenden Jahr mit Kasachstan und Algerien abgeschlossen.

2012 haben internationale Bauunternehmen mit Aufträgen außerhalb ihrer eigenen Länder 511 Mrd. US-Dollar erwirtschaftet. Der Anteil der türkischen Firmen aus diesen Auslandseinkünften betrug laut “Engineering News Record” im Vorjahr 16,8 Mrd. Dollar bzw. 3,3 Prozent. Die Europäer hatten dabei mit 255 Mrd. Dollar aus Auslandsaufträgen und anteilsmäßigen 49,9 Prozent die Nase vorn. Experteneinschätzungen zufolge soll der internationale Bausektor bis 2020 um mehr als 60 Prozent anwachsen. Die Türken wollen sich davon ein größeres Stück als bisher sichern. Wirtschaftsminister Zafer Caglayan spricht von einem Exportziel von Baudienstleistungen in Höhe von 150 Mrd. Dollar im Jahr 2023. Zu den bisherigen Absatzmärkten in den GUS-Staaten und im Mittleren Osten sollen künftig verstärkt afrikanische Länder ins Ziel genommen werden. Die Türkei will sich nach erfolgreich durchgeführten Projekten in Äthiopien, Äquatorialguinea und dem Südsudan mehr in den Subsahara-Staaten engagieren. In der Region lagern große Erdöl- und Erdgasreserven. Die Türkei hofft auf künftige Aufträge im Anlagenbau, etwa in Kenia und Uganda.

Die türkische Bauwirtschaft hat seit der Jahrtausendwende Großprojekte in den GUS-Staaten (45 Prozent), dem Mittleren Osten (26,4 Prozent), Afrika (18,8 Prozent), Europa und Amerika (6,7 Prozent) sowie in der Asien-Pazifik-Region (3,1 Prozent) durchgeführt. Mehr als eine halbe Million türkischer Arbeitskräfte wurde seither ins Ausland versendet und dort auf türkischen Baustellen eingesetzt. Der Bausektor hat seine Auslandsaufträge allein in den Jahren 2002 bis 2007 fast verzehnfacht, und zwar von 2,6 Mrd. Dollar auf 25,3 Mrd. Dollar. 2008 hat die internationale Finanzkrise die Aussichten der Branche eingetrübt. Die Auftragslage ist in Folge 2009 auf 21,7 Mrd. Dollar zurückgegangen.

Kaum, dass die türkische Bauindustrie die Auswirkungen der Finanzkrise 2010 umschiffen konnte, hat sie 2011 der Arabische Frühling eingeholt und mit ihr den einst wichtigsten Absatzmarkt Libyen völlig wegbrechen lassen. Die blutige Revolution hat den türkischen Bausektor hart getroffen. Die Türkei musste tausende türkische Arbeiter aus dem nordafrikanischen Staat zurückholen. Gaddafis Libyen war seit den 1970er-Jahren bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der 90er-Jahre der wichtigste Partner für die türkische Bauindustrie.

2012 hat die türkische Bauwirtschaft wieder Rekordwerte bei Auslandsaufträgen eingefahren. Während 2003 unter den weltweit 250 größten Baufirmen nur acht türkische Unternehmen vertreten waren, zählen ein Jahrzehnt später bereits 38 türkische Firmen zu den Top 225 der weltweit tätigen Bauriesen, berichtet das Branchenmagazin “Engineering News Record” (ENR). Zu den Erfolgreichsten zählen Renaissance Construction (Rönesans), Enka oder Tekfen mit Jahresumsätzen in Größenordnung einer deutschen Züblin oder einer österreichischen Porr. Auch der Flughafenkonstrukteur TAV ist unter den ersten 100 gelistet. (APA/red)

Quelle : solidbau.at

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