Warum läuft es im Internet-Business der Türkei nicht rund?

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eCommerce in der Türkei – Die Vorzeichen stimmen

Seit Jahren wird berichtet, dass die Türkei kurz vor einer Explosion des e-Commerce stehe. Fakt ist aber, dass die meisten Start-Up’s schon nach kurzer Zeit schließen. Die Investitionen auf dem Gebiet sind gering. Die instabile Lage in der Politik (go2tr.de : instabil für einen Türkischstämmigen und nicht für ausl. Investoren) schreckt die Auslandstürken vor einer Rückkehr ab.

Auf dem Papier gibt es kein besseres Flecken auf der Erde, wo es im Internetbusiness zu investieren lohnt. Nach Russland, Deutschland, GB und Frankreich hat die Türkei die 5. meisten Internetnutzer. Mit 60% Kreditkartennutzung liegt die Quote 10% über Europa. 1/4 der 74 Mio. Bevölkerung ist unter 15 Jahre alt. Laut Internet World Stats ist die Internet-, Social-Media-Nutzung der Türken weltweit Spitze. Nach England hat die Türkei die meisten Facebook-Mitglieder. In Europa verbringen die Türken, nach den Briten, die meisten Zeit im Internet.

Es sind auch einige nennenswerte Firmenübernahmen bzw. -Beteiligungen realisiert worden. So hat die südafrikanische Naspers bei www.markafoni.com die Mehrheit, eBay die www.gittigidiyor.com komplett und Amazon an dem Blumen- und Geschenkeportal www.ciceksepeti.com Anteile übernommen. All diese Transaktionen wurden 2011 realisiert.

Laut Internet Blog www.webrazzi.com ist das eCommerce-Volumen alleine im letzten Jahr um 50% gewachsen.

Die Potentiale in Geschäft umzuwandeln hat die Türkei dennoch nicht geschafft. Wenn man die Dow Jones Venture Source betrachtet hat die Türkei pro Kopf lediglich 0,06% des Risikokapitals angezogen, was weltweit investiert wurde. Die USA haben das 10- und Israel das 15fache an Risikokapital angezogen.

Viele türkischstämmige Rückkehrer, besonders aus den USA haben nach den Gezi-Protesten und dem massiven Vorgehen der Sicherheitskräfte, ihre Investitionen nicht mehr realisiert und hinterfragt, ob es noch einen Sinn macht.

Viele Rückkehrwillige haben durch die momentane Entwicklungen in der Türkei (z.B. das weibliche und männliche Studenten nicht in gemeinschaftlichen Heimen bleiben dürfen) bedingt ihre Projekte nicht mehr realisiert.

Wagemutige gibt es auch. Diese gehen davon aus, dass ein Wachstumsland diese Probleme ausleben müssen und setzen auf Faktor Hoffnung.

Quelle : Übersetzt und Zusammengefasst aus The Wall Street Journal – Türkei

Foto : hna.de

 

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