Türkei wirbt Ärzte aus Griechenland ab

trgrAnkara – Die Türkei will auf Ärzte aus dem krisengeschüttelten Nachbarland Griechenland zurückgreifen, um ihren wachsenden Bedarf an Medizinern zu decken. Derzeit lernten rund tausend Ärzte in Griechenland die türkische Sprache, sagte Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoglu am Mittwoch, wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Während die Mediziner in ihrer Heimat keine Arbeit finden könnten, würden sie in der Türkei dringend gebraucht, sagte der Minister. Nach seinen Worten befinden sich derzeit 160 Krankenhäuser in der Türkei im Bau; hundert weitere seien in Planung.

Die Türkei und Griechenland waren lange verfeindet, haben sich im vergangenen Jahrzehnt aber politisch angenähert. Die schwere Wirtschaftskrise in Griechenland hatte in jüngster Zeit mehrere tausend Griechen dazu bewogen, in der von einem starken Wirtschaftsboom profitierenden Türkei Arbeit zu suchen. Akademiker wie Universitätsdozenten und Professoren seien auf der Suche nach Jobs in der Türkei, sagte Gesundheitsminister Müezzinoglu.

Im anhaltenden Etatstreit mit der griechischen Regierung hat die internationale Gläubiger-Troika unterdessen den Ton verschärft: “Wenn es keine eindeutigen Fortschritte gibt, wird auch kein Geld fließen”, sagte ein ranghoher Vertreter der Euro-Zone in Brüssel. Finanzhilfen gebe es nur, wenn bestimmte Meilensteine erreicht worden seien. Die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) streiten mit der Athener Regierung über einen Fehlbetrag von zwei Milliarden Euro im griechischen Haushalt für 2014.

Vertreter der Geldgeber überprüfen regelmäßig, inwieweit Griechenland die Sparauflagen des Rettungspakets erfüllt hat und ob eine weitere Kredit-Tranche freigegeben werden kann. Die Prüfung war wegen des Etatstreits unterbrochen und am 4. November wieder aufgenommen worden. Seitdem stecken die Gespräche aber in einer Sackgasse. Die Troika-Vertreter und die Athener Regierung streiten sich vor allem über die Zukunft dreier staatlicher Firmen mit insgesamt 2100 Mitarbeitern, die jedes Jahr rund 150 Millionen Euro Verlust machen.

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