S&P sieht Kreditwürdigkeit der Türkei als „stabil“ an

daumenhochDie internationale Ratingagentur Standard&Poor’s (S&P) hat die Kreditwürdigkeit der Türkei mit „BB-Plus/B“ bestätigt und deren Ausblick weiterhin als „stabil“ eingestuft. Das hohe Leistungsbilanzdefizit setzt die Türkei aber weiterhin unter Druck.

Die Türkei müsse ihre flexible Geld- und Fiskalpolitik fortführen, ohne auf die kommenden Wahlen in den nächsten zwei Jahren zu schielen, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten S&P-Report. Zugleich warnen die S&P-Experten vor zu hoher Auslandsverschuldung des Landes.

Ende März 2013 hat die Ratingagentur der Türkei angesichts des eingeleiteten Friedensprozesses mit den PKK-Rebellen eine höhere Bonität bescheinigt und das Rating von BB auf BB+ angehoben und dieses jetzt bestätigt. Die Hoffnung auf Beilegung des jahrzehntelangen Konflikts mit den Kurden hat die Wirtschaftsaussichten des Landes deutlich verbessert.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat der Türkei in ihrer kürzlich veröffentlichten Wirtschaftsprognose ebenfalls für heuer ein höheres Wachstum von 3,6 Prozent bescheinigt. Ursprünglich hatte die Prognose für 2013 noch bei 3,1 Prozent gelegen. Die Wachstumsaussichten für das nächste Jahr gingen aber von 4,6 auf 3,8 Prozent zurück.

Die Abhängigkeit von kurzfristigem Auslandskapital stellt jedoch ein Risiko für die Türkei dar. Sie braucht dieses schnelle Geld um ihr Leistungsbilanzdefizit finanzieren zu können. Nach Angaben der türkischen Zentralbank hat die Türkei Ende September umgerechnet 125,3 Mrd. US-Dollar (93 Mrd. Euro) an kurzfristigem Auslands-Kapital benötigt, 24,5 Prozent mehr als noch im Vorjahreszeitraum.

Nach einem aktuellen Bericht der „Financial Times“ (FT) zählt die Türkei zu den am meisten gefährdeten Schwellenländern neben Brasilien, Indien und Südafrika. Experten warnen diese Staaten ausdrücklich vor den Folgen ihrer zu hohen Defizite in der Leistungsbilanz. Ihnen drohe nicht etwa ein langsamer Rückgang des Wachstums, sondern ein regelrechter Crash.

Zudem muss die Türkei stärker gegen Korruption vorgehen. Einer aktuellen Umfrage von Transparency International zufolge sieht sich jeder Fünfte in der Türkei genötigt, bei Geschäften Bestechungsgelder zu zahlen. Die Türkei liege damit knapp hinter dem Nachbarn Griechenland.

Quelle : Tiroler Tageszeitung

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