Türkei – Handelsplattform für Erdgas

pipelineDie Türkei, die strategisch günstig an der Schnittstelle von mehreren wichtigen Erdgasmärkten in Europa und den Zulieferstaaten im Kaukasus und dem Nahen Osten gelegen ist, könnte zu einem Handelszentrum für Erdgas für europäische Kunden werden. Dies verlautete Willem Schoeber, Vorstandsmitglied des deutschen Energiekonzerns EWE für die Türkei und Polen, in einem Interview mit der türkischen Presse.

„Wenn man ihre günstige geografische Lage betrachtet, besitzt die Türkei auf lange Sicht das Potenzial, die Preise von nach Europa strömendem Erdgas zu kontrollieren. Ich glaube, dass die Türkei in der Zukunft als entscheidendes Transitland eine wichtige Handelsplattform für Erdgas wird, genauso wie gegenwärtig Rotterdam für Erdöl,“ merkte Schoeber an. Die holländische Hafenstadt Rotterdam ist der wichtigste Umschlagplatz für Erdölprodukte.Das EWE-Vorstandsmitglied meinte, dass das türkische Geschäftsumfeld ausländischen Investoren gegenüber sehr offen ist und dass die Türkische Agentur für Wirtschafts- und Investitionsförderung (ISPAT) bei der Deckung der Bedürfnisse ausländische Unternehmen im Land entscheidend gewesen sei. „Die Dienste der ISPAT sind bei der Sicherung von Folgeinvestitionen von bestehenden Investoren in der Türkei äußerst wichtig,“ sagte Schoeber und lobte dabei die offizielle Agentur für Wirtschaftsförderung der Türkei.

EWE Türkei ist der Hauptanteilseigner des drittgrößten Erdgaslieferanten der Türkei, Bursagaz, sowie eines anderen regionalen Erdgaslieferanten, Kayserigas. Das Unternehmen plant 200 Mio. TRY (rund 100 Mio. US-Dollar) zu investieren, um beide Betriebe in den nächsten 5Jahren zu erweitern, so Schoeber.

Die geplante Transanatolische Gas-Pipeline (TANAP), die Erdgas von aserbaidschanischen Erdgasquellen in die Türkei befördern soll, wird auch mit der Transadriatischen Pipeline (TAP) verbunden sein, um Erdgas nach Europa zu bringen.

Vodafone Türkei FlatKaltstart X - Das Buch von Ahmet Refii Dener

Das könnte Dich auch interessieren …