Türkei – Die Gefälle zwischen Reich und Arm wächst weiter kräftig an

gefälleDie Aussagen, die in den letzten Jahren, in Bezug auf die Steigerung des Pro-Kopf-Einkommens der Türken  getroffen werden, klingen positiv aber, dass die Verteilung nicht gerecht verläuft, zeigen abermals die neu veröffentlichten Zahlen der Türkstat.

Die türkische Wirtschaft und die Türkei kommen weiter nur nicht alle Türken werden mitgezogen. Die Spanne von Reich und Arm wird immer größer.

Laut Türkstat machten die Einkommen der reichsten 20% das 8fache des Einkommens der Ärmsten 20% aus. Wenn man die Zahlen detaillierter betrachtet, machen die Einkünfte der oberen 20% genau 46,6% der Gesamteinkünfte der Türken aus. Die unteren 20% verfügen gerade mal über 5,9% an den Gesamteinkünften.

Das bedeutet wiederum, dass 20% fast 50% der Gesamteinkünfte ausmachen und die  restlichen 80% der Türken sich den verbleibenden Rest aufteilen müssen. Welch ein Gefälle, welch ein Ungleichgewicht !

Der Unterschied wird noch krasser, wenn man die oberen und unteren 10% zum Maßstab nimmt. Dann verdienen die Oberen fast das 14fache der unteren 10%.

Laut OECD Bericht von 2010 wurde bereits auf diese ungerechte Verteilung besonders in der Türkei, China, Mexico und den USA hingewiesen. Island, Slowenien, Norwegen und Dänemark bildeten bei diesem Bericht den Gegenpol.

Neben den Ungerechtigkeiten in der Verteilung des Vermögens kann man als eines der Hauptfaktoren in der Türkei die Bildungsunterschiede der Bevölkerung und die kaum vorhandenen Möglichkeiten der ärmeren Menschen an guter Ausbildung sehen. Die höhere bzw. bessere Bildung ist in der Türkei monetär gekoppelt. Wer zahlen kann, bekommt die um ein Vielfaches bessere Ausbildung!

Die Erhöhung der momentan niedrigen Löhne, die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Senkung der Arbeitslosigkeit kann zur Folge haben, dass die Ärmeren am Wirtschaftsleben teilhaben können und die Schere zwischen Reich und Arm weniger wird.

Die Bildungspolitik, im Besonderen die Umwandlung vieler Schulen in Imam Hatip Okullari (Religiöse Gymnasien) zeigt allerdings, dass das Ganze dahin zielt, gefügige und ungebildete Menschen zu erzeugen, was wiederum die Einkommensschere noch größer werden lassen wird.

 

 

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