Kofferkinder – Zurückgelassen in der Türkei (ARD, Mo.21.10. um 23:30 Uhr)

kofferkindDie Urangst eines jeden Kindes ist es, von den Eltern verlassen zu werden. Bewahrheitet sich diese Angst, kann ein Trauma entstehen, das das ganze Leben überschatttet. Bilge Toyran, Menekse Toprak und Ayhan Zeytin kennen dieses Gefühl. Die drei waren Kinder von türkischen Gastarbeitern und wurden von den Eltern in der Heimat zurückgelassen. In der Radio-Bremen-Dokumentation “Kofferkinder – Zurückgelassen in der Türkei” versucht die Autorin Anke Kültür, diesem Tabu der Migrationsgeschichte auf den Grund zu gehen. In einem Fall kommt es sogar zu einem Gespräch zwischen den Eltern und den mittlerweile erwachsenen Kindern – über Beweggründe und über Schuldgefühle.

Bilge Toyran war erst zweieinhalb Jahre alt, als ihre Eltern sie und ihre Schwester in Istanbul zurückließen, um sich in Deutschland ein besseres Leben zu erarbeiten. Der Schmerz über den Verlust sitzt tief. Bis heute hat die 48-jährige Bilge Toyran keinen Kontakt zu ihren Eltern.

Das Gefühl, nicht geliebt zu werden, kennt auch Menekse Toprak allzu gut. Die erfolgreiche Journalistin und Schriftstellerin wuchs gemeinsam mit ihren Geschwistern bei den Großeltern in einem anatolischen Dorf auf. 1972 kamen die Eltern als Gastarbeiter nach Köln, Menekse folgte erst sieben Jahre später. Kontakt hatte sie nur in den Sommerferien und über Briefe.

Genau wie den beiden Frauen fällt es auch Ayhan Zeytin schwer, über seine Kindheit zu sprechen. “Es ist schwer, ohne Eltern aufzuwachsen. Wir waren zwar nicht ungeliebt, aber die Mutter- und Vaterliebe, die fehlte”, beschreibt es der 48-Jährige. Trotzdem wagt sich der Stahlarbeiter auf eine Reise in die Vergangenheit: Anke Kültür begleitet ihn auf seiner Reise von Delmenhorst, wo er heute wohnt, in das Dorf, in dem ihn seine Eltern einst zurückließen.

Geschichte im Ersten: Kofferkinder – Mo. 21.10 – ARD: 23.30 Uhr

Foto : Copryright, Radio Bremen ( Bilge Toyran wuchs bei ihren Großeltern in der Türkei auf)

Vodafone Türkei FlatKaltstart X - Das Buch von Ahmet Refii Dener

Das könnte Dich auch interessieren …