Türkei – Was Sie bei Gewerbeanmietungen wissen sollten

Da der Staat nicht davon ausgeht, das irgendwer Steuern zahlen wird, gibt es die Quellensteuer (Stopaj).

Das türkische Finanzamt kassiert die Einkommenssteuer mit der sog. Quellensteuer (Stopaj) an der Stelle, wo die Steuer entsteht, ohne die jährliche Steuererklärung abzuwarten. Die Quellensteuer ist vom Leistungserbringer in der Rechnung auszuweisen und dementsprechend vom Rechnungsempfänger/Kunde abzuziehen und direkt an das Finanzamt abzuführen. So ist beispielsweise Mietverhältnissen der Mieter, bei Vertragsverhältnissen mit den Freiberuflern der Klient, bei Zinserträge die Bank und bei Dividenden die Gesellschaft verpflichtet, die Quellensteuer abzuziehen und dem Finanzamt abzuführen.

Der Prozentsätze der Quellensteuer sind je nach Art des im Hintergrund stehenden Rechtsgeschäfts unterschiedlich. Beispielsweise ist der Quellensteuersatz bei Mieteinkünfte 20 %, bei Zinserträge 15 %, bei Dividenden 15 %.

Beispiel : Sie möchten ein Büro oder Ladenlokal anmieten. Hierbei sollten Sie wissen ob Ihr Vermieter eine Kapitalgesellschaft ist oder eine Privatperson. Wenn der Vermieter eine Kapitalgesellschaft ist werden Sie keine Überraschung erleben und mit der Quellensteuer keine Bekanntschaft machen. In diesem Fall zahlen Sie die Miete : Mietbetrag + 18% MwSt.

Sollte aber Ihr Vermieter ein Privatmann sein oder einer der Einzelgewerbe hat, so könnten Sie eine böse Überraschung erleben, welches Ihre Kalkulationen und Planungen über den Haufen werfen kann.

Beispiel : Ihre Miete beträgt 1.000 TL/Monat. Sie bezahlen folglich 1.000 TL + 18% MwSt. = 1.180 TL/Monat Miete. Was aber noch hinzukommt weil Ihr Vermieter keine Kapitalgesellschaft ist ist die Quellensteuer. Alle 3 Monate müssen Sie über den Dreimonatsmietbetrag 20% Quellensteuer abführen. So zahlen Sie die Einkommenssteuer des Vermieters an seiner Stelle. Wie gesagt, der Staat geht auf Nummer sicher.

Gerecht finde ich die Lösung nicht. Ich kann mich damit schwer arrangieren. Vor allen Dingen wird Ihnen kein Vermieter dieses bei der Anmietung auf die Nase binden. Die Quellensteuer wird nicht erwähnt. Man muss dem Vermieter aber nichts böses unterstellen, denn womöglich geht er davon aus, dass Sie darüber Bescheid wissen. Davon Kenntnis nehmen Sie erst am Quartalsende, wenn Ihr Steuerberater einen Betrag aufführt, welches Sie an das Finanzamt bezahlen sollen. Stopaj ! (Ich hasse das Wort)

 

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