Schiefergasexploration wird intensiviert

Hürriyet /BloombergHT – Die Türkei, die zum Stillen ihrer wachsenden Nachfrage nach Energie von Importen abhängt, wird nun ihre einheimischen konventionellen und alternativen Energiequellen anzapfen. In diesem Zusammenhang weisen neue Berichte riesige Schiefergasreserven im europäischen Teil des Landes, bekannt als Ost-Thrakien, und in Südostanatolien nach.

Laut einem Bericht der U.S. Energieinformationsstelle (EIA) befinden sich die türkischen Schiefergasreserven im Hamitabat-Schiefer in der thrakischen Provinz Kirikkale und im Dadas-Schiefer zwischen Diyarbakir und Mardin in Südostanatolien und werden auf insgesamt 4,6 Billionen Kubikmeter geschätzt. Der Bericht gibt an, dass die Gewinnung von mindestens 651 Mrd. Kubikmeter Gas aus diesen beiden Becken technisch möglich ist. Dies würde ausreichen, um den Energiebedarf des Landes für die nächsten 14 Jahre zu decken.

Neben den bekannten Reserven in den westlichen und südöstlichen Provinzen geht man davon aus, dass die Türkei auch eine Reihe Schiefergasreserven in Zentralanatolien besitzt, genauer gesagt in den Provinzen Ankara, Konya und Nevsehir, auch wenn es dazu noch keine genaue Zahlen gibt, da diese Gebiete noch nicht genau untersucht wurden.

„Das staatliche Unternehmen Turkish Petroleum Corporation (TPAO) arbeitet mit Shell an der Exploration von Schiefergas in Diyarbakir im Südosten der Türkei,“ sagte der türkische Minister für Energie Taner Yildiz bei der Übergabezeremonie des vor kurzem privatisierten Wärmekraftwerks Seyitomer. „Die Wachstumsrate des türkischen Energiesektors für 2012 entspricht ungefähr dem Wachstum der Energiesektoren von insgesamt sieben Jahren in einigen europäischen Ländern,“ fügte er hinzu und betonte die Bemühungen der türkischen Regierung, die Importe an Erdgas zu reduzieren und den Einsatz einheimischer Quellen zu verstärken.

„Die Türkei hat in der Umsetzung ihres einheimischen Energiepotenzials enorme Fortschritte gemacht und alle bekannten Kohlereserven eingesetzt. Die Ausschreibung zur Privatisierung der Kohleminen in den Provinzen Adana, Manisa, Kütahya und Bingol haben bei Investoren erhebliches Interesse ausgelöst,“ sagte der Minister.

Die Türkei besitzt auch beträchtliche Kohlereserven in Konya, Eskisehir und Afyonkarahisar, die entwickelt werden, merkte er an.

Die Türkei plant Investitionen in die Stromerzeugung in Höhe von 100 Mrd. US-Dollar und mindestens zwei Atomkraftwerke in den nächsten 10 Jahren.

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