Türkei – Junge Bevölkerung … Und dann ?

scdWie man weiß, hat die Türkei sich hohe Ziele bis zum Jahr 2023 gesteckt, dem 100. Geburtstag der Republik. Bis 2050 will man sogar einen festen Platz unter den ersten 10 Industriestaaten sichern. Davon gehen auch die Ökonomen dieser Welt aus. Die Rechnung basiert vor allem darauf, dass die junge Bevölkerung schon dafür sorgen wird.

Erdoğan propagiert, wo er nur kann, seine 3 Kinder-Politik. Dass er dafür keine Gegenleistung wie z.B so etwas wie Kindergeld bietet, ist auch bekannt. Fragt sich, wie eine Familie mit drei Kindern klar kommen soll, wo doch schon die Kosten eines einzigen Kindes von den meisten kaum zu tragen ist.

Die ganzen Hochrechnungen,  wo die Türkei mal wirtschaftlich stehen wird, basieren auf der Geburtenrate und der jungen Bevölkerung.

Solange die Geburtenrate bzw. die Kinderzahl pro Familie nicht unter 2,1Kindern sinkt, ist alles noch im grünen Bereich. Wenn die Rate unter diesen Wert sinken sollte, würde die Bevölkerungszahl abnehmen.

Die eigentliche Katastrophe würde allerdings bei 1,8 Kindern beginnen.  Ab da geht es für ein Volk abwärts. Diese Völker und Kulturen schlagen dann den Weg ein, an dessen Ende sie völlig von der Erdoberfläche verschwinden würden. .

Die Türkei ist bei den Geburten pro Familie bei 2,1 angekommen. Wenn man bedenkt, dass die Rate noch vor einigen Jahren bei 2,5 – 3 lag, dann Läuten schon die Alarmglocken.2050 wird die Türkei eine Bevölkerung von 96 Mio. Menschen und eine Geburtenrate pro Familie von 1,8 haben.  Bei 1,3 Kindern gelangt man an einen Punkt, an dem es keinen Weg mehr zurück gibt. In Europa gibt es kein Land, in dem die Kinderzahl pro Familie bei über 1,3 Kindern liegt. Auch bei den Chinesen geht es abwaerts. Von 5,8 in 1970 ist man bei 1,6 Kindern pro Familie angekommen.

Wenn man die Türkei betrachtet, wird noch eine Zeit lang die junge Bevölkerung für alle Hochrechnungen der Volkswirte herhalten können.  Ob die Rechnung aufgeht und wie lange sie Bestand hat, wird man sehen.

Es müssen Arbeitsplätze her und zwar nicht wenige. Die Arbeitslosenquote bei den Akademikern und Berufsneulingen liegt bei über 25%.

Nehmen wir mal an, dass die Geburtenquote in der Türkei pro Familie bei über 2,1 Kindern liegt. Wie soll es dann mit der Bildung klappen ? Funktioniert so ein Wirtschaftswachstum auch dann, wenn die Jugend nichts kann ? Reicht Quantität, wenn die Qualität hinterherhinkt.

Übrigens, die Israelis haben eine Geburtenquote von 4,8 Kindern pro Familie. Die Regierung fördert den Kinderreichtum. Besonders die “Ultra Orthodoxen” sind gut dabei. Hier liegt die Kinderzahl pro Familie bei 8 Kindern. Halleluja !

ARD (Dr. Ahmet Refii Dener)

Foto : Dener jr. 😉

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