E.ON möchte in der Türkei schneller wachsen

eonDüsseldorf/Wien (Reuters) – Der Energiekonzern E.ON will seine Schwäche im Heimatmarkt mit einem schnellen Wachstum in der Türkei kontern.
Der Versorger treibt dazu den Erwerb von zwei Stromnetzgesellschaften durch sein türkisches Gemeinschaftsunternehmen voran. Mit den Netz-Firmen wolle das Joint Venture Enerjisa seine Kundenzahl auf neun von derzeit 3,5 Millionen ausbauen, teilte E.ON am Mittwoch mit. Die Übernahme soll im dritten Quartal über die Bühne gehen. Zudem wolle Enerjisa seine Kraftwerkskapazitäten bis 2020 auf 7,5 Gigawatt von derzeit knapp zwei Gigawatt ausbauen.

E.ON betreibt das Unternehmen gemeinsam mit der türkischen Sabanci Gruppe. Die Düsseldorfer hatten hierzu von dem österreichischen Versorger Verbund ein 50-Prozent-Paket an Enerjisa übernommen. Die Konzerne schlossen diese Transaktion nun ab. Verbund erhält nach eigenen Angaben im Gegenzug E.ON-Anteile an acht deutschen Laufwasserkraftwerken und rund 400 Millionen Euro.TÜRKEI UND BRASILIEN NEUE HOFFNUNGSTRÄGER FÜR E.ON

E.ON setze auf das starke Wachstum in der Türkei, sagte Vorstandschef Johannes Teyssen. Mit dem Erwerb der beiden Stromnetzbetreiber könne Enerjisa seine Marktposition deutlich ausbauen. Der in Deutschland durch die Atomwende unter Druck geratene Versorger prescht derzeit in neuen Märkten vor – neben der Türkei auch in Brasilien. E.ON erhöht dazu auch seine Beteiligung an dem brasilianischen Energiekonzern MPX auf 36,1 Prozent von 11,7 Prozent.

In der Türkei hatte Enerjisa vor einem Monat bei der Auktion von Stromnetzen die höchsten Gebote für zwei Netze vorgelegt. Für das Toroslar-Netz im Süden der Türkei sei das E.ON-Konsortium bereit, umgerechnet 1,32 Milliarden Euro zu bezahlen, hatte die Privatisierungsagentur des Landes mitgeteilt. Für das Ayedas-Netz, das den anatolischen Teil Istanbuls mit Strom versorgt, hätten E.ON und sein türkischer Partner 940 Millionen Euro geboten. “Gemeinsam mit dem Vertrauen von E.ON in die Türkei und in Enerjisa werden wir auch in Zukunft einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung des Strom- und Gasmarktes in all seinen Facetten leisten”, sagte Sabanci-Chef Güler Sabanci.

 

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