BKK schnürt Türkei-Paket

bkk14 Prozent der Versicherten der BKK vor Ort haben einen (meist türkischen) Migrationshintergrund. Für sie, aber auch für deutsche Türkei-Urlauber schnürt die Krankenkasse mit Sitz in Bochum ein laut BKK in dieser Form einmaliges Paket mit 80 Kliniken in der Türkei.

BKK-Vorstandsvorsitzender Reinhard Brücker sieht das Gesundheitssystem vor neuen Herausforderungen. Dem ständig steigenden Anteil von Patienten mit ausländischen Wurzeln werde noch zu wenig Beachtung geschenkt. Eine kürzlich vorgestellte Studie der BKK zur „Kultursensibilität der Krankenhäuser in NRW“ hat Nachholbedarf u.a. bei der Zimmerbelegung und beim Einsatz von Dolmetschern ausgewiesen (wir berichteten).

Zusammen mit der Barmenia-Versicherung bietet die BKK ihren 800 000 Mitgliedern nun einen besonderen Auslandsschutz bei Reisen in die Türkei an. Brücker im WAZ-Gespräch: „Bei einer akuten Erkrankung oder Verletzung reicht die Versorgung in türkischen Allgemeinkrankenhäusern meist nicht an die Standards hierzulande heran.“ Mit der Zusatzversicherung werden die Mitglieder per Servicekarte in 80 Privatkliniken in der Türkei behandelt: in den Tourismusgebieten in Antalya und Alanya ebenso wie in den Metropolen Ankara und Istanbul und allen weiteren Landesteilen.Das Angebot richtet sich damit sowohl an die vielen türkischstämmigen Beitragszahler, die ihren Jahresurlaub mit ihren Familien bei Verwandten verbringen, als auch an alle anderen Türkei-Urlauber. Wichtig: Der Versicherungsschutz greift nur bei „medizinisch notwendigen Akutbehandlungen“ – ambulant oder stationär. „Planbare Behandlungen“, etwa ein Check-Up oder eine kosmetische OP, werden laut BKK nicht erstattet.

„Das Thema ist für uns von großer Bedeutung. Wir werden den Versicherten mit Migrationsgeschichte weiterhin unsere Aufmerksamkeit widmen“, kündigt Reinhard Brücker am BKK-Sitz an der Universitätsstraße an. Geplant ist u.a. eine Befragung, bei der die Patienten ihre Erwartungen an die medizinische Versorgung äußern können. In einer weiteren Studie wird die Diabetes-Behandlung untersucht.

Jürgen Stahl DerWesten.de

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