Türkei favorisiert PPP-Modell für den Krankenhausba

Istanbul (gtai) – Die türkische Regierung will 35 neue Krankenhäuser und Gesundheitszentren im Rahmen des Public Private Partnership-Modells errichten lassen. Dabei sollen private Firmen den Bau der Einrichtungen übernehmen. Bis Anfang 2013 haben sich insgesamt 77 in- und ausländische Unternehmen für Projekte im Gesamtwert von circa 43 Mrd. Euro beworben. Über die endgültige Vergabe wird noch verhandelt. Für Hersteller von Krankenhausausstattungen ergeben sich gute Absatzchancen.
Die türkische Regierung will den Ausbau der Krankenhäuser im Land vorantreiben. Auf der Tagesordnung des Gesundheitsministeriums stehen zurzeit insgesamt 35 Krankenhausprojekte. Davon wurden bereits 24 Vorhaben von der Abteilung für Public-Private Partnership (PPP) des Ministeriums öffentlich ausgeschrieben. Laut Pressemeldungen interessieren sich bisher 77 Unternehmen für die Projekte, darunter sind 23 ausländische Firmen. Besonders auffällig ist das rege Interesse aus Italien.
Beim PPP-Modell setzt die türkische Regierung auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Privatsektor. Demnach errichten private Investoren auf zugeteilten öffentlichen Grundstücken voll ausgestattete Krankenhäuser oder integrierte Gesundheitszentren, wobei sie örtliche und bauliche Vorgaben des Gesundheitsministeriums einhalten müssen. Nach Abschluss der Bauarbeiten werden die Einrichtungen für eine bestimmte vertraglich festgelegte Laufzeit an Institutionen des Ministeriums vermietet. Die Zeitspanne beträgt höchstens 30 Jahre.
Diejenigen Unternehmen, die das niedrigste Mietangebot unterbreiten, haben gute Chancen den Zuschlag zu erhalten. Zurzeit prüft das Ministerium die eingegangenen Angebote teilweise noch. In den meisten Fällen wird über die endgültige Vergabe noch verhandelt. Bevor die Interessenten die Zusage erhalten, muss das Angebot von einer weiteren Regierungsinstanz abgesegnet werden. Der Hohe Planungsrat Yüksek Planlama Kurulu (YPK), der unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten tagt, hat im Bieterverfahren das letzte Wort.
Die Krankenhausprojekte sind für private Unternehmen aus den Bereichen Bau, Gesundheit und Ingenieurdienstleistungen äußerst attraktiv. Pro Krankenbett bezahlt der Staat eine Miete von etwa 80.000 Türkische Lira jährlich (TL; circa 34.000 Euro; 1TL = 0,42 Euro). Will die Regierung 40.000 bis 50.000 neue Krankenbetten schaffen, muss sie an ihre privaten Partner jährlich zwischen 3,2 Mrd. TL und 4,0 Mrd. TL zahlen.
Bei einer geschätzten durchschnittlichen Laufzeit der Verträge von etwa 25 Jahren könnten für die Investoren zwischen 80 Mrd. TL und 100 Mrd. TL zusammenkommen.
Häufig schließen sich interessierte Unternehmen in Konsortien zusammen, um ihre Angebote beim Gesundheitsministerium einzubringen. Dabei kooperieren meist lokale Bauunternehmen mit internationalen Gesellschaften, die Erfahrungen im Krankenhausbau mitbringen.
So arbeitet die türkische Baufirma YDA Insaat mit dem italienischen Unternehmen INSO Sistemi Per Le Infrastrutture Sociali S.P.A. zusammen. In der zentralanatolischen Stadt Kayseri wollen sie einen Gesundheitskomplex mit 1.584 Krankenbetten bauen. Dieser soll in drei Jahren fertiggestellt werden. Die Mietvertragsdauer beläuft sich auf 25 Jahre. Das türkisch-italienische Konsortium will außerdem einen Medizinkomplex mit 840 Betten in Konya bauen; darüber hinaus ein Ausbildungs- und Forschungskrankenhaus in der westlichen Stadt Manisa. Ein weiteres Gesundheitszentrum planen sie in der südlichen Stadt Mersin an der Mittelmeerküste.
Ein anderes italienisch-türkisches Konsortium will in Ankara / Etlik einen integrierten Gesundheitskomplex mit 3.556 Betten hochziehen. Daran beteiligt sind die italienische Firma Astaldi S.P.A. und das lokale Unternehmen Türkerler. Die türkische Firma möchte darüber hinaus mit der lokalen Baugesellschaft Gama ein Gesundheitszentrum in Izmir bauen.
Ein weiterer Gesundheitskomplex mit 2.600 Betten soll im Vorort von Ikitelli bei Istanbul entstehen. Am Bau beteiligt sind gleich mehrere Unternehmen aus dem Ausland. Zum Konsortium gehören die US-amerikanischen Unternehmen PBK Architects Inc., Ascension Group Architects LP und Allen Shariff Corporation & Meinhardt Group, die spanische Baufirma Forcimsa Empresa Constructora S.A, das Unternehmen Consortio International Eng. Consult aus Dubai sowie die türkischen Firmen May Eczane, Sürat Bilisim und Sahin Tip.
Eine Firmengruppe aus Südkorea, der Türkei, den Niederlanden und Italien will einen Gesundheitskomplex mit 1.875 Krankenbetten in der südostanatolischen Industriestadt Gaziantep bauen. An dieser internationalen Kooperation beteiligen sich die Unternehmen Samsung C&T Corporation, Kayi Insaat, Salini S.P.A., Simed International B.V., Studio Altieri S.P.A. und Han Teknik.
Für die Errichtung eines integrierten Gesundheitszentrums mit 3.660 Betten in Ankara / Bilkent haben das türkische Bauunternehmen IC Ictas Insaat und die Gesellschaft Dia Holding Fzco aus Aserbaidschan das beste Angebot abgegeben.
An den Ausschreibungen für die Krankenhaus-Projekte beteiligen sich auch zahlreiche lokale Firmengruppen. So möchte ein türkisches Konsortium in der zentralanatolischen Stadt Yozgat ein Ausbildungs- und Forschungskrankenhaus bauen. Für das gemeinsame Projekt haben sich die Unternehmen Sila Danismanlik, Sentürkler und Medical Park International zusammengeschlossen. Darüber hinaus planen sie den Bau eines weiteren Krankenhauses in der nordwestlichen Industriestadt Bursa und die Errichtung eines Gesundheitszentrums mit 1.040 Betten in der zentralanatolischen Stadt Elazig.
Für den Bau eines regionalen Krankenhauses in der südlichen Stadt Adana unterbreitete die Gruppe Sila Danismanlik, Sentürkler, Rönesans Holding, Rönesans Medikal und Sam Yapi das günstigste Angebot.
Die lokale Unternehmer-Gruppe Sila Danismanlik, Sentürkler, Rönesans Medikal und Rönesans Holding will acht psychiatrische Krankenanstalten mit insgesamt 2.400 Krankenbetten und besonderen Sicherheitssystemen bauen. Sie sollen in den Städten Afyon, Diyarbakir, Erzurum, Istanbul / Bakirköy, Malatya, Samsun, Trabzon und Van entstehen.
Auch in weiteren türkischen Städten sollen Krankenhäuser nach dem PPP-Modell gebaut werden: Isparta, Kocaeli, Diyarbakir / Kayapinar, Diyarbakir / Yenisehir, Istanbul / Üsküdar, Istanbul / Bakirköy, Imir / Torbali, Izmir / Güney, Samsun, Eskisehir, Antalya, Sanliurfa und Tekirdag. Für diese Standorte will das Gesundheitsministerium Angebote von interessierten Firmen einholen.
Beim Krankenhausbau setzt die türkische Regierung auf Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit (“grünes Bauen”). Nach einer neuen Verfügung des Gesundheitsministeriums müssen zukünftig alle Krankenhäuser mit einer Kapazität von mindestens 200 Betten eine internationale Zertifizierung gemäß “Leadership in Energy and Environmental Design” (LEED) nachweisen.
Die zahlreichen Bauprojekte im Gesundheitswesen beflügeln die Nachfrage nach Krankenhausausstattungen in der Türkei. Unternehmen, die medizinisch-technische Geräte, Apparate und Instrumente herstellen, können sich über gute Absatzchancen freuen.
Kontaktanschrift:
Ministerium für Gesundheit (T.C. Saglik Bakanligi)
General Directorate of Health Investments (Saglik Yatirimlari Genel Müdürlügü)
Department of Public Private Partnership (Kamu Özel Ortakligi Daire Baskanligi)
Ceyhun Atif Kansu Cad. No. 102, Kat 2
Balgat – Ankara, Turkey
Tel.: 0090-312/573 70 01, Fax: -573 70 08
E-Mail: kamuozel_db@saglik.gov.tr
Internet: http://www.kamuozel.gov.tr, http://www.ppp.gov.tr
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