Türkei – Energiehunger, Kohle, Wind, Sonne, Wasser, Importe, Wirtschaft…

Die Energieimporte der Türkei müssen heruntergeschraubt werden. Und das nicht zu knapp.

Die Regierung ist gewillt, alle Hebel in Bewegung zu setzen und möglich zu machen, damit die Türkei bis 2020 weitaus weniger importiert als dieses jetzt der Fall ist.

Im Weiteren werdet Ihr verstehen, warum man hier von den Importen allgemein spricht und nicht von den Energieimporten, die die Türkei aus dem Gleichgewicht zu bringen drohen.

bosporusDie Energieimporte machen derzeit ¼ der Gesamtimporte aus. In den ersten 10 Monaten des Jahres 2012 entsprach dies 49,6 Mrd. USD. Die Gesamtimporte beliefen sich in diesem Zeitraum auf 195,8 Mrd. USD.

Die großen Steigerungsschübe der Energieimporte der Türkei begannen im Jahre 2000. In den 90er Jahren machten die Energieimporte 10-15% der Gesamtimporte aus.

Natürlich spielten die damals noch verhältnismäßig niedrigen Erdölpreise eine gewichtige Rolle. 1998 konnte man sogar miterleben, wie der Anteil der Energieimporte unter 10% der Gesamtimporte fiel. Damit war ab 2000 Schluss.

Eigentlich verbraucht die Türkei weniger Erdöl als damals. Die Quote des Erdölanteils an den Energieimporten ist von 40 auf 30% heruntergegangen. Nur wurde diese Lücke durch das Erdgas gefüllt.

Da aber die Erdgaspreise mit denen des Erdöls gekoppelt sind, bringt die Senkung des Erdölverbrauchs letztendlich herzlich wenig.

Das Energieministerium sieht vor, dass die Türkei 2020 weniger Erdgas benutzen wird. An deren Stelle soll die Braunkohle vorrücken. Bloß ist es so, dass die Türkei auch dieses größtenteils importieren. Trotz großer, vorhandener Reserven (allerdings mit sehr niedrigem Brennwert) im eigenen Lande.

Was die Kernkraftwerke, Wind- und Sonnenenergie dann an Strom zu liefern vermögen, bleibt immer noch weit unter dem, was die Türkei benötigen wird.

Laut Ministerium wird die Türkei 2020 222,4 Mio. TEP benötigen. 2011 lag der Verbrauch bei 114,5 Mio. TEP*. Also wird die Türkei 2020 den Energieverbrauch im Vergleich zu heute fast verdoppelt haben.

Nach den Projektionen des Ministeriums wird 2020 weniger Erdgas, dafür mehr Kohle und Braunkohle zum Einsatz kommen (eigentlich kaum vorstellbar). Man geht davon aus, dass die Erdölquote gleich bleibt.

Die Kernenergie wird laut Regierung erst 2019 in das Leben des Türken eintreten (wenn bei dieser Schnelligkeit gebaut wird, wahrscheinlich erst 2029).

Das Energieministerium geht davon aus, dass der Anteil der Wind- und Sonnenenergie am Gesamtverbrauch im Vergleich das heutige Niveau halten wird. Die Eigenversorgungsquote der Türkei wird weiterhin bei ca. 30% liegen.

Somit wird verständlich, dass die Türkei in der gesamten Bandbreite gegen die Importe allgemein kämpfen muss. Vieles, was die Türkei importiert, soll im Lande produziert werden (deshalb die Investitionsanreize). Auf dieses Weise soll versucht werden die Energieimporte zu kompensieren.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Deshalb wird die Wirtschaftsmaschinerie auf voller Breite immer weiterlaufen. “VOLLE KRAFT VORAUS !”

(*) TEP : Mit TEP drückt man aus, wie viel Tonnen Erdöl dem Stromverbrauch gleichzusetzen wären. 222,4 Mio. TEP = 222,4 Mio. Tonnen Erdöl.

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