Wachstumsmarkt : Türkei lockt mit fantastischen Möglichkeiten

von Nele Hansen. Das Land am Bosporus wird für deutsche Unternehmen immer interessanter. Es bietet ein ideales Sprungbrett für Geschäfte weiter im Osten – und viele konsumfreudige Käufer vor der Haustür.Die 41-Jährige ist Landeschefin des deutschen Maschinenbauers aus dem badischen Bruchsal in der Türkei. Hier in Gebze, unweit des Bosporus, fertigt SEW-Eurodrive in einem neuen Werk Getriebemotoren für Fließbänder in Autofabriken, für Gepäckförderbänder in Flughäfen oder für Getränkeabfüllanlagen. Die gebürtige Türkin und gelernte Maschinenbauerin, die fließend Englisch spricht, leitet das Werk mit 50 Mitarbeitern. Im schwarzen Kostüm schreitet sie durch die Fabrik und grüßt ihre Landsleute, die gerade Gehäuse um die Motoren schrauben. Von dem Werk, das vor allem für den türkischen Markt produziert, verspricht sich die SEW-Eurodrive-Zentrale in Deutschland beste Geschäfte.
Weltgewandte Produktmanagerinnen
Ein paar Kilometer weiter, in Tuzla, einem Vorort im Süden Istanbuls, kontrolliert die 32-jährige Produktmanagerin Ipek Cevikel die Fliesenfertigung der Firma Vitra. Das Unternehmen ist Teil der Eczacibasi-Gruppe und größter türkischer Hersteller von Fliesen und Badmöbeln. Zu diesem gehören neben Vitra auch der Fliesenhersteller Engers in Neuwied bei Koblenz und die Fliesensparte von Villeroy und Boch in Mettlach südlich von Trier sowie der Badmöbelhersteller Burgbad in Schmallenberg im Sauerland. Diese Firmen machen zusammen mit 5700 Mitarbeitern einen Umsatz von 613 Millionen Euro.
Die zwei Türkinnen stehen für die beiden Seiten, die das Land zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer für deutsche Unternehmen so attraktiv macht. Studiert und weltgewandt, sind sie ideale Arbeitskräfte, die Firmen wie SEW-Eurodrive erlauben, im ehemaligen Reich der Osmanen auch eine anspruchsvolle Fertigung hochzuziehen. Zugleich sind die beiden potenzielle Käuferinnen westlicher Waren.

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