Mehr Hochschulbildung für junge Türken

Von Harald Berlinghof
Mannheim. Mehr Hochschulbildung für Menschen mit türkischem Migrationshintergrund – das ist das Ziel, das das neu gegründete deutsch-türkische Institut für Arbeit und Bildung (DTI) anstrebt. Das Institut – eigentlich ein eingetragener Verein – arbeitet eng mit der privaten Hochschule der Wirtschaft für Management im Stadtteil Almenhof zusammen. Dort studieren inzwischen 150 Studenten in vier Studienfächern.
In drei Semestern, also eineinhalb Jahren, werden die ersten das dreijährige Bachelor-Studium absolviert haben und, wie man hofft, als Multiplikatoren für die Hochschule wirken. In wenigen Jahren soll, so die Planung, die private Hochschule mehr als 500 Studenten in ihren Seminarräumen ausbilden.
Bislang allerdings haben nur etwa acht Prozent der Studenten einen türkischen Migrationshintergrund. “Das soll sich in Zukunft ändern, aber die jetzige Initiative muss sich zuerst einmal herumsprechen”, meint Prof. Franz Egle, Präsident der Hochschule. Man möchte als Türöffner für junge Menschen mit Migrationshintergrund zur Wirtschaftshochschule fungieren.
Im Angebot der Hochschule befindet sich ein in englischer Sprache durchgeführter Bachelor-Studiengang für internationales Management. Gegenwärtig lehren fünf Professoren an der Hochschule. In Planung ist eine zusätzliche Stiftungsprofessur, die vor allem Unternehmensgründungen zum Inhalt haben soll. Ziel ist es, auch junge türkische Abiturienten nach Deutschland zu locken, um den sich abzeichnenden Fachkräftemangel an deutschen Unternehmen zu verringern.
Umgekehrt, wenn Absolventen der Hochschule zurückgehen in die wirtschaftlich prosperierende Türkei, diene das auch dem gegenseitigen Verständnis der beiden Länder und ihrer Menschen.
Vor allem auch Beratungsangebote für sogenannte bildungsferne türkische Familien sollen die Quote von Studierenden mit Migrationshintergrund langfristig verbessern helfen. Auch türkischen Müttern, die eigentlich aufgrund ihres Schulabschlusses studieren könnten, es aber nicht tun, weil die Familiengründung direkt nach dem Abitur im Vordergrund stand, soll gezielt Hilfestellung angeboten werden.
Mit im Boot bei der Gründung des DTI ist als Vereinsvorsitzender der türkische Unternehmer Mustafa Baklan, der seit den 1970er Jahren die Baktat-Unternehmensgruppe führt. Er engagiert sich auch bereits seit der Gründung der Hochschule und sponsort dort fünf Studienplätze. Als zusätzliche Hilfe bei der Überwindung der Sprachbarriere könnte sich erweisen, dass in direkter Nachbarschaft zur Hochschule der Wirtschaft für Management ein Goethe-Institut entsteht.

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