Über 24. April, Armenier, Türken, schnellgemachter Zug, Deutsche, Rebellen …

Heute ist der 24. April. Erneut, wie jedes Jahr, wird sich die 70-Millionen-Bevölkerung der Türkei fragen, was andere über die Armenier-Thematik sagen werden. Was wird Washington sagen? Welches weitere Land wird den Völkermord an den Armeniern akzeptieren?
Diesen Artikel von Mehmet Ali Birand fand ich in der Haypress – Armenische Nachrichten. Wieder einmal geht es um den Völkermord/angeblichen Völkermord von 1915. Ein leidiges Thema, welches so leicht vom Tisch gekehrt werden könnte.  Alle Tatsachen, Berichte und Dokumente von damals auf dem Tisch und fertig ! Aber nein !
Jetzt, wo die Türkei damit befasst ist die Putschisten von früher in Rechenschaft zu ziehen, könnte man bei einem Aufwasch auch dieses leidige Thema aufgreifen. Egal, was dabei rauskommt.
Vor ca. 15 Jahren gab es ein Zugunglück mit vielen Toten verursacht durch den “Schnellgemachten Zug”. Das ist die wörtliche Übersetzung von “Hızlandırılmış Tren”. Eigentlich schon der Vorbote dafür, dass hier ein Zug über den eigentlichen technischen Limit hinaus faehrt. Sonst würde es naemlich “Schnellzug” heissen. So ist es auch mit dem “Angeblichen Völkermord an den Armeniern” (sözde Ermeni soykırımı), wie es auf der türk. Seite heisst. Warum laesst man alles im Unklaren ?
Man sollte aber dabei nicht vergessen, dass viele Laender nicht über ihren eigen Schatten springen können. Auch Deutschland nicht ! Die PKK ist z.B. als Terrororganisation anerkannt. Wenn sie aktiv wird und dabei die Mitglieder bei den Kaempfen umkommen, dann spricht man in den deutschen Medien von kurdischen Rebellen, die von der türk. Armee getötet worden sind. Wie geht das ? Auf der einen Seite die Terrororganisation als solches anerkennen und dann ihre Mitglieder als Rebellen bezeichnen. Warum hat man dann damals die Mitglieder der RAF nicht als “Deutsche Rebellen” bezeichnet ?
Hier der Artikel von Mehmet Ali Birand, welchen man zur Kenntnis nehmen sollte aber nicht nehmen wird.
> Die Tage werden stressvoll vergehen und am Ende werden wir erneut alles vergessen. Dieser Prozess ist wie eine chinesische Folter. Vor allem in Hinblick auf das sich nähernde Jahr 2015, wird sich der Druck erhöhen. Die Türkei, wie es dies auch schon in der Vergangenheit getan hat, wird harsch reagieren. Sie wird Drohungen aussprechen, welche jedoch ineffektiv bleiben werden.
Wissen Sie warum? Weil ein wesentlicher Teil der Welt, durch die Arbeit der Armenier, den Völkermord akzeptiert hat. Die Gegendarstellung der Türkei kam zum einen zu spät und ist zudem zu schwach. Wir müssen nicht weit gehen um dies zu sehen. Erst letzte Woche wurde ein 1000-seitiges Buch über dieses Thema an mein Büro geschickt.
Es wurde von dem bekannten deutschen Journalisten und Schriftsteller Wolfgang Gust zusammengestellt. Das Buch beinhaltet die vollständige Dokumentation aller Aktivitäten gegen die Armenier, die in den Archiven des deutschen Auswärtigen Amtes 1915 und 1916 eingegangen sind. Diese Dokumente beinhalten nicht nur die von deutschen Diplomaten und Missionaren des damaligen Osmanischen Reiches versendeten Berichte, sondern ebenfalls Ansichten und Debatten der deutschen Regierung zu dieser Thematik.
Das Buch ist in türkischer Sprache. Seine englische, deutsche, spanische und portugiesische Versionen sind bereits im Druck. Seine Message lautet, „da die Türken es nicht tun werden, lasst uns es tun. Türken sollten diese Dokumente sehen und die Fakten die wir haben verstehen. Sie sollten überzeugt werden, dass wir nicht ihre Feinde sind, sondern versuchen ein Ereignis zu erklären.“
Das Buch wurde von dem »Belge Publishing House« in ein sehr verständliches und schönes Türkisch übersetzt. Es ist eine extrem wichtige und teure Studie.
Ohne ins Detail gehen zu wollen – wenn man das Buch ließt und sich die Dokumente anschaut, wenn man eine Person ist die durch dieses Buch an diese Thematik herangeführt wird, ist es unmöglich dass man nicht an einen Völkermord glaubt. Selbst wenn man ein Experte bei diesem Thema ist, oder recherchiert hat was laut der türkischen Seite vorgefallen ist, selbst dann, wird man verwirrt sein. Man wird viele Fragen haben.
In einem Brief welcher dem Buch beigelegt war, sagt der Leiter des »Zoryan Institute in Canada«, Greg Sarkissian, dass wahrer Frieden nur dann erreicht werden kann, wenn Informationsquellen über die Vergangenheit einer Nation geteilt werden und Nationen offen über die Vergangenheit reden können.
Er sagt ebenfalls, dass auf diese Weise gegenseitiges Verständnis und ein Dialog entstehen kann, an Stelle von Hass.
Nun möchte ich alle türkischen Amtsträger fragen:
Haben sie in den letzten 50 Jahren solch eine Studie getan? Haben sie internationale Quellen recherchiert und – wie befangen oder einseitig sie auch sein könnten – waren sie in der Lage solch ein Buch zu publizieren? Welche Art von Studie haben sie geleistet – außerhalb ihrer eigenen türkischen Archive – welche die internationale Öffentlichkeit überzeugen würde? Waren sie begrenzt auf oder zufrieden damit, nur türkische Archive zu benutzen weil sie in diesen keine plausiblen Dokumente oder Beweise finden konnten?
Wir sollten uns nicht gegenseitig täuschen: Wenn sie angemessene Antworten zu diesen Fragen geben können, dann werden sie in der Lage sein einige echte Kernfakten für uns klarzustellen.
Ich weiß, dass sie schweigen werden.

Heute ist der 24. April. Erneut, wie jedes Jahr, wird sich die 70-Millionen-Bevölkerung der Türkei fragen, was andere über die Armenier-Thematik sagen werden. Was wird Washington sagen? Welches weitere Land wird den Völkermord an den Armeniern akzeptieren?
von Mehmet Ali Birand
Die Tage werden stressvoll vergehen und am Ende werden wir erneut alles vergessen. Dieser Prozess ist wie eine chinesische Folter. Vor allem in Hinblick auf das sich nähernde Jahr 2015, wird sich der Druck erhöhen. Die Türkei, wie es dies auch schon in der Vergangenheit getan hat, wird harsch reagieren. Sie wird Drohungen aussprechen, welche jedoch ineffektiv bleiben werden.
Wissen Sie warum? Weil ein wesentlicher Teil der Welt, durch die Arbeit der Armenier, den Völkermord akzeptiert hat. Die Gegendarstellung der Türkei kam zum einen zu spät und ist zudem zu schwach. Wir müssen nicht weit gehen um dies zu sehen. Erst letzte Woche wurde ein 1000-seitiges Buch über dieses Thema an mein Büro geschickt.
Es wurde von dem bekannten deutschen Journalisten und Schriftsteller Wolfgang Gust zusammengestellt. Das Buch beinhaltet die vollständige Dokumentation aller Aktivitäten gegen die Armenier, die in den Archiven des deutschen Auswärtigen Amtes 1915 und 1916 eingegangen sind. Diese Dokumente beinhalten nicht nur die von deutschen Diplomaten und Missionaren des damaligen Osmanischen Reiches versendeten Berichte, sondern ebenfalls Ansichten und Debatten der deutschen Regierung zu dieser Thematik.
Das Buch ist in türkischer Sprache. Seine englische, deutsche, spanische und portugiesische Versionen sind bereits im Druck. Seine Message lautet, „da die Türken es nicht tun werden, lasst uns es tun. Türken sollten diese Dokumente sehen und die Fakten die wir haben verstehen. Sie sollten überzeugt werden, dass wir nicht ihre Feinde sind, sondern versuchen ein Ereignis zu erklären.“Das Buch wurde von dem »Belge Publishing House« in ein sehr verständliches und schönes Türkisch übersetzt. Es ist eine extrem wichtige und teure Studie.
Ohne ins Detail gehen zu wollen – wenn man das Buch ließt und sich die Dokumente anschaut, wenn man eine Person ist die durch dieses Buch an diese Thematik herangeführt wird, ist es unmöglich dass man nicht an einen Völkermord glaubt. Selbst wenn man ein Experte bei diesem Thema ist, oder recherchiert hat was laut der türkischen Seite vorgefallen ist, selbst dann, wird man verwirrt sein. Man wird viele Fragen haben.
In einem Brief welcher dem Buch beigelegt war, sagt der Leiter des »Zoryan Institute in Canada«, Greg Sarkissian, dass wahrer Frieden nur dann erreicht werden kann, wenn Informationsquellen über die Vergangenheit einer Nation geteilt werden und Nationen offen über die Vergangenheit reden können.Er sagt ebenfalls, dass auf diese Weise gegenseitiges Verständnis und ein Dialog entstehen kann, an Stelle von Hass.
Nun möchte ich alle türkischen Amtsträger fragen:Haben sie in den letzten 50 Jahren solch eine Studie getan? Haben sie internationale Quellen recherchiert und – wie befangen oder einseitig sie auch sein könnten – waren sie in der Lage solch ein Buch zu publizieren? Welche Art von Studie haben sie geleistet – außerhalb ihrer eigenen türkischen Archive – welche die internationale Öffentlichkeit überzeugen würde? Waren sie begrenzt auf oder zufrieden damit, nur türkische Archive zu benutzen weil sie in diesen keine plausiblen Dokumente oder Beweise finden konnten?
Wir sollten uns nicht gegenseitig täuschen: Wenn sie angemessene Antworten zu diesen Fragen geben können, dann werden sie in der Lage sein einige echte Kernfakten für uns klarzustellen.
Ich weiß, dass sie schweigen werden.

http://haypressnews.wordpress.com/2012/04/24/turkischer-journalist-uber-das-verhalten-der-turkei-bezuglich-des-volkermords-an-den-armeniern/

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