Wirtschaftliche Lage

Die türkische Wirtschaft hat mit ihrem konstanten Wachstum in den vergangenen sechs Jahren eine beachtliche Entwicklung durchlaufen. Eine solide makroökonomische Strategie, gepaart mit einer umsichtigen Finanzpolitik und umfassenden Strukturreformen seit 2002 haben eine Einbindung der türkischen Wirtschaft in die globalisierte Welt ermöglicht und das Land zu einem der größten Empfänger ausländischer Direktinvestitionen in der Region gemacht.

Die Strukturreformen, die durch den türkischen EU-Beitrittsprozess beschleunigt wurden, haben in vielen Bereichen den Weg für tief greifende Veränderungen geebnet. Die Hauptzielsetzungen dieser Maßnahmen sind die Stärkung der Rolle des privaten Sektors in der türkischen Wirtschaft, die Steigerung der Effizienz und Widerstandsfähigkeit des Finanzsektors sowie die Schaffung einer solideren Basis für das Sozialversicherungssystem. Die Reformen haben die makroökonomischen Kerndaten des Landes verbessert. So ist die Inflation von 2002 bis Ende 2009 deutlich von 30 % auf 6,5 % zurückgegangen; der von der EU definierte öffentliche Schuldenstand fiel im Sieben-Jahres-Zeitraum von 2002 bis 2009 von 74 % auf 45,5 %. Damit erfüllt die Türkei seit 2004 das Maastricht-Kriterium, demzufolge der öffentliche Schuldenstand nicht mehr als 60 % des Bruttoinlandsprodukts ausmachen darf.

Das BIP hat sich von 231 Mrd. US-Dollar im Jahr 2002 auf 618 Mrd. US-Dollar im Jahr 2009 fast verdreifacht; im gleichen Zeitraum stieg das Pro-Kopf-BIP von 3.500 US-Dollar auf 8.590 US-Dollar.

Die sichtbaren Verbesserungen der türkischen Wirtschaft haben auch den Außenhandel angekurbelt: das Exportvolumen erhöhte sich von 36 Mrd. US-Dollar 2002 auf 102 Mrd. US-Dollar Ende 2009. Eine ebenso kräftige Zunahme verzeichneten die Tourismuseinnahmen, die von ca. 8,5 Mrd. US-Dollar 2002 auf über 21 Mrd. US-Dollar im Jahr 2009 kletterten.

Mit derartigen Verbesserungen in einem so kurzen Zeitraum hat sich die Türkei in der Weltwirtschaft als ein außergewöhnliches Schwellenland etabliert, das 2009 gemessen am BIP (in KKP) die 16. größte Volkswirtschaft der Welt und die sechstgrößte Volkswirtschaft im Vergleich mit den EU-Ländern war.

Vor der jüngsten weltweiten Rezession, von der alle Volkswirtschaften rund um den Globus betroffen waren, erzielte die Türkei 27 Quartale in Folge ein starkes Wirtschaftswachstum und gehörte damit zu den am schnellsten wachsenden Ländern Europas. Die globale Finanzkrise hat die makroökonomische und finanzielle Stabilität vieler Länder jedoch auf eine harte Probe gestellt und die weltweite Wirtschaftstätigkeit durch die Einschränkung der Finanzierungsmöglichkeiten und den Rückgang der externen Nachfrage stark gebremst.

Die türkischen Finanzmärkte haben sich angesichts der Krise als robust erwiesen, jedoch wurde die Wirtschaft durch die rückläufige externe Nachfrage und die geringeren internationalen Kapitalströme belastet, was 2009 zu einem Konjunkturrückgang von 4,7 % führte. Die wahrgenommenen positiven Entwicklungen in der Wirtschaft deuteten jedoch auf eine schnelle Erholung hin, die bereits im letzten Quartal 2009 mit einer Wachstumsrate von beachtlichen 6 % einsetzte. Damit gehört die Türkei zu den sich am schnellsten erholenden Ländern der Welt. Das stabile Wirtschaftswachstum setzte sich auch 2010 fort und erreichte im ersten, zweiten und dritten Quartal des Jahres 11,8 %, 10,2 % bzw. 5,5 %. Die jüngste wirtschaftliche Entwicklung der Türkei hat zu einem optimistischen Umfeld geführt, in dem internationale Organisationen sie als die wachstumsstärkste Volkswirtschaft Europas und auch unter den OECD-Staaten ansehen.

Quelle : invest.gov.tr

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