Türkei wird Zentrum für international führende Unternehmen

19.01.2011

Hürriyet Daily News – Wie aus einer Datenerhebung der Nachrichtenagentur Anatolia hervorgeht, hat sich die Türkei für viele internationale Unternehmen zu einem beliebten weltweiten und regionalen Zentrum für Management, Produktion und Vertrieb entwickelt. Hauptgrund hierfür sind die geografischen Vorteile des Landes.
Den Daten zufolge beschäftigen Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit in Dutzenden von Ländern von ihrer Hauptverwaltung in Istanbul aus koordinieren, auch viele türkische Führungskräfte.

Coca Cola steuert beispielsweise seine Tätigkeit in 90 Ländern in ganz Eurasien und Afrika von der Hauptverwaltung in Istanbul aus. Die Gruppe wird von dem Türken Ahmet C. Bozer geleitet. „Die Türkei ist ein starkes Land aufgrund ihrer dynamischen Wirtschaft und jungen Bevölkerung“, sagte Bozer gegenüber der Nachrichtenagentur Anatolia. Das Land sei außerdem eine Luftverkehrsdrehscheibe für zahlreiche Fluggesellschaften, meinte er.

Die türkische Niederlassung des globalen Coca-Cola-Wettbewerbers PepsiCo ist seit 2008 ein regionales Zentrum für 14 Länder. Die Türkei bildet den Mittelpunkt der südosteuropäischen Region des Unternehmens. Die vier anderen europäischen Zentren des Getränke- und Snackkonzerns sind in England, Frankreich, Spanien und Russland angesiedelt.

Die für den Nahen Osten und Afrika zuständige Microsoft-Niederlassung in Istanbul fungiert als Zentrum für die Tätigkeit des Softwareunternehmens in 79 Ländern.

Auch der internationale Ölkonzern BP betreut seine Niederlassungen für Flüssiggas und BP-Castrol-Mineralöl in zahlreichen Ländern von seinem türkischen Standort aus. „Die Türkei hat einen besonderen Stellenwert für unsere Suche nach Möglichkeiten in den Bereichen Raffination und Marketing“, sagte Murat Lecompte, Corporate Communications and Foreign Relations Director bei BP Turkey.

Intel, ein weiterer IT-Konzern, steuert seine Tätigkeit in 64 Ländern im Nahen Osten und Afrika seit 2004 von der Türkei aus. Das US-amerikanische Softwareunternehmen Adobe unterhält ebenfalls eine Niederlassung in Istanbul, die für den Mittelraum zuständig ist.
MasterCard koordiniert seine Tätigkeit in 10 Ländern von seinem türkischen Standort aus, während Konkurrent Visa die Länder Israel und Rumänien von der Türkei aus betreut.

Auch BSH House Appliances steuert seine Tätigkeit in 10 Ländern von Istanbul aus. Vorstandschef Norbert Klein bezeichnete die Türkei gegenüber Anatolia als eines der führenden Länder des Unternehmens in den Bereichen Produktion, Logistik, Service, Verkauf und Marketing.

Die Türkei biete einen wirtschaftlichen Zugang zu einer großen Region, wenn man die Anrainerstaaten ebenfalls berücksichtige, sagte die Vorsitzende des Vereins internationaler Investoren (YASED), Piraye Antika, gegenüber der Nachrichtenagentur Anatolia.

„Ich glaube, das ist teilweise auf die logistische Lage der Türkei, teilweise auf das Investitionsumfeld, das sich im Vergleich zu Nachbarländern schneller verbessert, und teilweise auf ihre relativ höhere politische Stabilität zurückzuführen“, sagte sie und fügte hinzu, dass viele internationale Firmen ihre Geschäftstätigkeit in den Anrainerstaaten von ihrer Zentrale in Istanbul aus steuern.

„Der ausschlaggebende Faktor ist jedoch die geografische Lage und die logistischen Vorteile, die damit verbunden sind. Der Flugverkehr ist hier von kritischer Bedeutung. Ich denke, wir sollten die Leistung der hochqualifizierten Arbeitskräfte unseres Landes nicht unterschätzen“, sagte sie. Die türkischen Angestellten seien erfahren, qualifiziert, flexibel und fleißig, führte sie weiter aus.

Sie sagte außerdem, dass Istanbul in der Lage sei, sich an die Kulturen der Nachbarländer auf dem Balkan, im Nahen Osten und in Mittelasien anzupassen. Die Türkei pflege gute Kontakte zu diesen Kulturen.

http://www.hurriyetdailynews.com/n.php?n=turkey-becomes-hub-for-world-leader-companies-2011-01-18

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