Türkei: Wenn die Scharia zweimal klingelt!

Nachdem das Bildungsministerium der Türkei (MEB) die Tore der türkischen Schulen für die Diyanet (Religionsbehörde der Türkei) weit geöffnet hatte, möchte jetzt die Diyanet noch weitreichender agieren.
Die Diyanet möchte in 2018 die türkische Gesellschaft viel gezielter erreichen und ansprechen.
Es sollen außer Religion noch viel mehr Wissen (!) übermittelt werden. Das soll soweit gehen, dass allwissende Prediger (Ironie) die Sicherheitskräfte, die Familien, die Ortsvorsteher (Muhtar), die zuständigen der Wohnhäuser (Apartman yöneticisi), die Hausmeister (Kapici) u.a. direkt ansprechen und mit diesen kooperieren.

Auch wenn die Diyanet eigentlich dafür gegründet wurde, um die Gläubigen zu religiösen Themen zu erleuchten und die Gebetshäuser zu verwalten, so ist dieses unter der AKP Regierung etwas umgewandelt worden. Mittlerweile soll man die Grundbildung über die Diyanet beziehen. Noch letztes Jahr beschränkte man sich in 81 Städten der Türkei mit „Familienbüros“ auf religiöse Themen. Dieses Jahr schickte man den Büros ein 12 Monats-Arbeitsplan, worin noch viele andere Bereiche des Lebens ebenfalls angetastet werden.
Die Muftis sollen Ausschau danach halten, was in der Region und näherer Umgebung, nach den Vorgaben der Diyanet, den Menschen fehlt und sollen dafür eine Agenda aufstellen. Die Diyanet beabsichtigt außer den Schulen auch zu den Cafés, in denen sich die Männer aufhalten, Schülerwohnheimen (diese sind eh schon nach Geschlechtern getrennt) und Familien zu gehen und aufzuklären.

Die ‚Zielgruppe‘ von Diyanet ist neu definiert worden und erfasst nunmehr alle Bevölkerungskreise. Die Prediger sollen überall erscheinen können. Die Diyanet hat die Prediger angewiesen, dass sie in den Moscheen sog. ‚Moschee-Kind-Treffen‘, ‚Wohnhaus-Gespräche‘, „Arbeitsplatz-Fabrik-Gespräche“, „Café-Besuche‘, „Familien-Schul-Seminare‘, ‚Hausgespräche‘, „Moscheetreffen zum Morgengebet‘, ‚Dorfgespräche‘, ‚Gemeinsames Fastenbrechen zu Ramadan‘ und ‚Familientreffen‘ organisieren sollen.

Die Diyanet hat zusätzlich zur Religion bei 8 Hauptgebieten fast 170 Überschriften vorbereitet. Es sollen dabei Themen abgehandelt werden wie: Neue Strukturen der Familie in unserer Zeit, Medien lesen, hören und verstehen, Vorbereitungen zur Hochzeit, Familien mit einem Erziehungsberechtigten, Anstand im Social-Media, die Frau im Arbeitsleben, die Berufstätige Frau und Familie, Kind und Kindergarten, Technologie und Kind, die Stellung der Strafe und Belohnung in der Kindeserziehung, Jugendzeit und das soziale Umfeld, moderne Einsamkeit, Reibungen unter den Generationen…

Zusätzlich zu diesen Überschriften gibt es noch: Wie bedecke ich mich, Scheidung mit Anstand, Heirat im jungen Alter… usw.

Ohne den 15. Juli (dem Tag des angebl. Putschversuches) geht es natürlich nicht. Unter dem Begriff „Die nationalen Werte“ hat die Diyanet dazu 55 Überschriften geschaffen, unter denen die Gehirnwäsche durchgeführt werden soll.

Was man davon halten soll? Wisst Ihr was Scharia ist? Dann wisst Ihr Bescheid!

Vor knapp einem Jahr hatte bereits Emrah Erken darauf hingewiesen. Den Blogbeitrag möchte ich Euch zum besseren Verständnis des Ganzen wärmstens empfehlen: https://freiheitoderscharia.wordpress.com/2017/01/14/diyanet-meb-ditib-die-konsequenzen-eines-paradigmenwechsels/

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