„Bevor die Scharia die Lebensfreude wegnahm“

Beyoglu 1958 🙂

Mein Freund Emrah hat bei Facebook eine neue Gruppe aufgelegt. „Before Sharia Spoiled Everything“. Ich wollte nicht falsch übersetzen und habe es ihm überlassen, die richtige Wortwahl in Deutsch und Türkisch zu treffen.

„Bevor die Scharia die Lebensfreude wegnahm“ heißt es in Deutsch und in Türkisch: „Şeriat hayatımızı zehir etmeden önce“.

Die Gruppe „Before Sharia Spoiled Everything“ ist erst zwei Tage jung, aber schon ein Erfolg. Die Menschen, die wir der Gruppe hinzufügen, ja, man kann die Freude in ihren Gesichtern spüren, auch wenn sie uns nicht gegenüberstehen.

Viele bedanken sich, dass sie der Gruppe hinzugefügt wurden, oder man sie eingeladen hat, dabei zu sein.

Was ist das Besondere an der Gruppe? Es zeigt die islamischen Länder und durch den Islam mitgeprägten Länder (die Türkei), wie fortschrittlich sie einmal waren, bevor sie von der Scharia überrollt worden sind.

1920er bis ca. Ende 70er Jahre. Offene, lachende, moderne, freie Menschen. Ihre Gedanken sind  frei, das kann man an den Gesichtern ablesen.

Ich weiß heute, dass die Gruppe „Before Sharia Spoiled Everything“ eine Erfolgsgeschichte werden wird.

Gerne erzählen die Menschen die Geschichten, die zum Bild gehören. Eigentlich ein befreiender Satz nach vorne. „Ja, so waren meine Eltern auch!“

Hübsche Frau, nicht wahr? Meine Mutter mit 26 Jahren.

Es ist auf der anderen Seite klar, dass es nicht das Bild in den Dörfern wiedergibt, jedoch wenn man die Lehrer und Lehrerinnen der Dorfschulen und auch deren Schüler sieht, merkt man, dass man auf dem richtigen Weg war, den man nur hätte weitergehen müssen.

Fast alle Mitglieder, die ihrer Begeisterung über die Existenz solch einer Gruppe Ausdruck geben, sagen aber auch einstimmig das, was ich auch gesagt habe: Es ist fantastisch zu sehen, wie frei die Menschen waren, bis es dann „Klick“ macht und das Ganze in Wehmut und Ohnmacht übergeht, ja sogar Trauer.

Meine Oma. Sie war die erste Frau als Universitätslehrkraft in der Türkei. Damals war sie erst 26 Jahre alt. Mathematik, Astronomie und Betriebswirtschaft.

Deutschland hat auch diesen Weg eingeschlagen. Nicht, dass wir eines Tages auch unter den Bildern schreiben müssen: „Mensch, waren wir in Deutschland einmal modern und fortschrittlich. Wie die Scharia das öffentliche Bild verändert hat.“

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