Türkei – Bei den Exporten 82% Importanteil

Bekanntlich sind die türkischen Exporte in den letzten Jahren zurückgegangen. Dieses Jahr wird es eine leichte Steigerung gegenüber dem schlechten Jahr 2016 geben, aber nichts von Bedeutung. Die wichtigere Zahl wird sein, dass das Leistungsbilanzdefizit wieder mal an die 40 Milliarden USD betragen wird.

Ein Land bekommt nur über die Exporte und Tourismus Deviseneinnahmen. Übersteigen die Importe die Exporte, wie im Fall von der Türkei seit der Republikgründung, so bleibt nur noch der Tourismus.

Die Tourismuseinnahmen sind, trotz leicht angestiegenen Touristenzahlen, wieder im Vergleich zum Katastrophenjahr 2016, ebenfalls am Boden. So wenig Geld hat der Tourist seit dem Jahre 2000 nicht mehr ausgegeben.

Was die wenigsten wissen werden, ist die Tatsache, dass ein Zollagent sich bei den türkischen Exporten genauso einmischt bzw. eine Notwendigkeit ist, wie bei den Importen, obwohl doch der Begriff „Zoll“, nach unserem Wissen, nur die Importe tangieren sollte.

In der Türkei beeinflussen die Importkosten auch die Exporte. Die Türkei muss, um für 100 USD zu exportieren, für 82 USD Rohstoffe, Energie, Halbfertigerzeugnisse, Teile u.a. importieren.

Man bewegt sich von Importen bis Exporten auf dünnstem Eis und muss mit spitzem Bleistift rechnen. Geht das?

Was die Formalitäten angeht, hat der Staat leider so viele Reglementierungen, dass Importe und Exporte gleichermaßen schwer zu realisieren sind.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Türkei fast nur Produkte ohne Mehrwert exportiert, die nur über den Preis zu verkaufen sind. Während der Abnehmer von einem Deutschen Produkt nicht abrückt, weil er „Made in Germany“ unbedingt haben möchte, ist das im Falle der Türkei anders gelagert. Bekommen die potentiellen Kunden die Ware irgendwo günstiger als in der Türkei, kaufen sie es dort.

http://www.doingbusiness.org/ hat die Reglementierungen in 190 Ländern verglichen und ermittelt, wo man am leichtesten Geschäfte machen kann. Die Türkei rangiert an 70. Stelle umgeben von Chile, Island, Costa Rica, Fidschi, Nepal, Nicaragua u.a.

Danach benötigt man um die Importmodalitäten in der Türkei zu erledigen 41 Stunden und bei den Exporten sind es immer noch 16 Stunden. Während die Importkosten bei der Verzollung im Schnitt 655 USD betragen, beträgt dieser bei den Exporten 376 USD. Das Ausfüllen und Vorbereiten der Formulare dauert bei den Imp0rten 11 Stunden (142 USD) und bei Exporten 5 Std. (87 USD).

Der Frachtbrief alleine verursacht Kosten von 180 USD, was wiederum 27% der Gesamtverzollungskosten ausmacht.

Die obige Erfassung der Weltbank ist eine Quelle, über die sich alle Investoren Informationen ziehen. Diese Kosten und komplizierte Verfahren erschrecken die Investoren. Dabei könnte der Staat gänzlich darauf verzichten bzw. das ganze wesentlich vereinfachen. z.B. per Dekret, wie bei getönten Scheiben der Autos. 😉

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