Quartalsweise neue Zielmärkte (Export). Geht das?

Würde der Euro dermaßen an Wert verlieren, wie die türkische Währung, würden die deutschen Exporte so was von explodieren, dass man sich das nicht ausmalen kann. „Made in Germany“ und dann noch günstig.

Dass dieses in der Türkei, wo die türkischen Produkte immer billiger werden sollten, nicht klappt, hat einen einfachen Grund. Türkei muss um 100 Euro Exportumsatz zu generieren, für 82 Euro (Energie, Halbfertigerzeugnisse, Teile etc.) importieren. Verliert die türk. Währung an Wert, wie das durchs ganze Jahr durch der Fall war, verteuern sich die Devisen und folglich werden die 82% für teure Devisen importiert. Das wirkt sich auf die Preise und verteuert die türkischen Produkte. Übrigens, zum Vergleich: Deutschland muss um 100 Euro zu exportieren für 41 Euro importieren. Also genau die Hälfte, im Vergleich zur Türkei.

Der Verband türkischer Exporteure (TIM) hat im Rahmen der Verkündung der Quartalserwartungen Zahlen das Ergebnis einer Umfrage unter den Exporteuren wiedergegeben.

Erstmals wurde den türkischen Exporteuren gefragt, welches die Länder wären, die der Türkei die meisten Konkurrenz machten.

16,9% gaben an, dass China deren größter Konkurrent aus den Weltmärkten wäre. Das kann man noch verstehen. Nach China nannten 11,8% Italien, 8,7% Deutschland, 6,5% Indien und 4,7% die USA.

Auf Preisebene wären die größten Konkurrenten China, Italien und Deutschland. Beim Support nach Verkauf wären die Konkurrenten die USA, China und Italien.

Bevorzugter Exportmarkt Nr. 1 war in der letzten Zeit die USA, gefolgt von Deutschland und Russland. Im zweiten Quartal war die Reihenfolge Russland, Katar und Deutschland. In 3. Quartal war die Reihenfolge USD, Russland und Deutschland. Die Exporte in die USA betrugen 7 Mrd. USD und würden Ende des Jahres 30% Plus bedeuten.

Oben habe ich den Text in etwa übersetzt wiedergegeben. Wenn ich es kommentieren soll, muss ich feststellen, dass es keine Quartalsweise wechselnden Zielmärkte geben kann, wie von den Exporteuren angegeben. Es ist vielmehr der Hinweis darauf, dass zufällig Verkäufe realisiert wurden und deren Umsatzhöhen im Nachhinein dazu dienten, die Länder, wohin exportiert wurde, als Zielmärkte zu bezeichnen.

Die Zielmärkte legt man bei den Exporteuren zu Beginn des Jahres strategisch fest und hält an diesem Plan längere bzw. eine gewisse Zeit fest, aber nicht ‚nur‘ ein Quartal.

Noch ein Wort zu der Vorausschau des Exporteursverbandes. Diese sagt, die Arbeistlosenzahlen KÖNNTEN runtergehen.

Der Exportumsatz zum Jahresende soll sich bei ca. 156 Mrd. USD einpendeln.

Quelle: zu Verband türkischer Exporteure TIM

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